Landsberg
im 20. Jahrhundert
Bürgervereinigung zur Erforschung der Landsberger Zeitgeschichte

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Aktuelles

 

26. April 2017

72. Jahrestages der Befreiung der Konzentrationslager rund um Landsberg am Lech

In Zusammenarbeit mit dem Filmforum und dem Stadttheater Landsberg zeigt die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jhd. e.V. am Donnerstag, den 27. April 2017 anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung der Konzentrationslager rund um Landsberg am Lech den Film „Lang ist der Weg“ im Stadttheater.

Der Film aus dem Jahr 1947 ist der erste deutsche Spielfilm der Nachkriegszeit, der das Schicksal von Holocaust-Opfern bzw. Überlebenden in den Mittelpunkt stellt und vereinigt Spiel- und Dokumentarszenen zu einer dramatischen Gesamthandlung. Er spielt in Landsberg am Lech in einem Lager für „Displaced Persons“, die von den Deutschen aus ihren Heimatländern verschleppt und 1945 aus Konzentrations- und Vernichtungslagern befreit wurden. In Rückblenden erzählt der Film die Geschichte der jüdischen Familie Jelin, die aus ihrer Wohnung in Warschau zunächst ins Getto getrieben und von dort aus ins KZ Auschwitz deportiert wurde. Der Sohn David kann jedoch aus dem Deportationszug fliehen und schlägt sich zu den Partisanen durch, wo er bis zum Ende des Krieges überlebt. Er lernt Dora Berkowitz kennen, die ihre Eltern verloren hat und nicht weiß, wie sie weiterleben soll. Auch David hat vom Tode seines Vaters erfahren; seine Mutter ist verschollen. Gemeinsam mit Dora reist er in die amerikanische Besatzungszone Deutschlands und gelangt in das völlig überfüllte Lager in Landsberg.

R: Herbert B. Fredersdorf, Marek Goldstein – B: Karl Georg Külb, Israel Beker – K: Franz Koch, Jakub Jonilowicz – M: Lothar Brühne – D: Israel Beker, Bettina Moissi, Jakob Fischer, Otto Wernicke, Paul Dahlke – Deutschland 1948, L: 80

Veranstaltungsablauf (im Stadttheater Landsberg):

18:00 Uhr - 1. Filmvorführung

19:30 Uhr - 72. Jahrestag der Befreiung der KZs unserer Region - gemeinsames Erinnern

Schülerinnen und Schüler der Landsberger Schulen lesen gemeinsam mit Flüchtlingen Texte zum Thema "Gewalt, Flucht und Befreiung"

Musik: Landsberger Schüler

Gedenkansprache: Stephan Albrecht, Sprecher der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jhd. e.V.

20:30 Uhr - 2. Filmvorführung

 

Der Eintritt ist frei um Spenden wird gebeten.


27. Januar 2017

72. Jahrestag der Befreiung des KZ-Kommandos Auschwitz –Birkenau

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

Gedenkveranstaltung um 17.30 Uhr am jüdischen KZ Friedhof Hurlach IV


Pressemitteilung – Kultur wider das Vergessen mit Klezmer-Konzert beendet


Mit Standing Ovations und mehreren Zugaben beendete die Klezmer-Band „Massel-Tov“ aus München am Freitag, den 18. November 2016 die Veranstaltungsreihe der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert e.V. „Kultur wider das Vergessen“ im Landheim in Schondorf. Rund 100 Zuschauer erlebten einen musikalisch hochwertigen und freudigen Abend – der Funke und die Freude des jüdischen Klezmer sprang auf das Publikum über.

„Besonders hat mich gefreut, dass gerade zu unserer letzten Veranstaltung so viele junge Leute gekommen sind“, berichtet der 17-jährige Sprecher der Bürgervereinigung, Stephan Albrecht zufrieden. So seien einige Schülerinnen und Schüler des Landheims in Schondorf am Abend zu dem Konzert gekommen. „Auch Freunde von mir haben unsere Arbeit unterstützt und an dem Abend geholfen“, so Albrecht. Ein Ziel war es, junge Leute für die Gedenkarbeit zu mobilisieren – zumindest beim letzten Konzert wurde dies erreicht.

Nach nun zwei Wochen möchte die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert e.V. die Veranstaltungsreihe evaluieren und zusammenfassen. „Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir beim ersten Mal auf die Beine stellen konnten“. Vom 7. bis zum 18. November 2016 veranstaltete der Verein eine kulturelle Reihe mit dem Titel „Kultur wider das Vergessen“, die einen Rahmen für eine andere und vielleicht modernere Form der Gedenkarbeit in Erinnerung an die Opfer der 11 Konzentrationslager um Landsberg bieten sollte. Und das Programm war äußerst abwechslungsreich, wie auch Schirmherr Alex Dorow, MdL, findet, der die Veranstaltungsreihe unterstützte. „Kultur ist der Schlüssel zur Gedenkarbeit. So kann man Gedenkarbeit in einer modernen Form leisten und die Generationen verbinden. Diesen Weg kann und will die Bürgervereinigung Landsberg zukünftig beschreiten und ausbauen“.

Höhepunkt der Veranstaltungsreihe war eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Wie – Warum – Weiter – Gedenken“ am 9. November im Landratsamt Landsberg. Zusammen mit Bürgern des Landkreises diskutierten der amerikanische Filmemacher Emanuel Rund, Stadttheaterchef Florian Werner, der Landsberger Bürgerrechtler Raffael Sonnenschein, Kulturreferent und Manager Dr. Michael Stanic, sowie der Sprecher der Bürgervereinigung Stephan Albrecht die Frage, wie Gedenkarbeit heute aussehen sollte und was sich verändern muss, um „die Verantwortung für das Erinnern“ an die jungen Menschen weiter zu geben. Zusammen mit dem Moderator Alex Dorow war man sich dann am Ende des Abends einig – Gedenken kann heute nur mit Kultur und Kunst funktionieren.

Die Bürgervereinigung Landsberg möchte diese Aufgabe fortsetzten und ausbauen. „Dank der großen Unterstützung der Gesellschaft zu Förderung jüdischer Kultur und Tradition“ und ihrer Vorsitzenden Ilse Ruth Snopkowski, die „Kultur wider das Vergessen“ in Landsberg eröffnete, konnten wir viele Erfahrungen sammeln und spannende Kontakte knüpfen“, erzählt Stephan Albrecht. „Ich hoffe, dass ich als Jugendlicher eine Brücke bauen kann und dadurch dazu beitragen kann, die Konflikte zwischen Vereinen und Institutionen im Landkreis zu lösen. Denn das Thema Gedenken und Vergangenheit ist zu wichtig für Streit und eines verbindet uns doch alle – die Kunst“.

Der Vorstand der Bürgervereinigung wird in den kommenden Wochen bereits ein neues Programm für eine zweite Veranstaltungsreihe von „Kultur wider das Vergessen“ im November 2017 erarbeiten. Auch ist an ein kleines Filmfest im Frühjahr gedacht. Besonders würde sich der Verein über Mitstreiter und Organisatoren freuen, die bei der Arbeit unterstützen. „Ich hoffe auch, dass wir dann eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen im Landkreis für die zukünftigen Kulturtage erreichen“, wünscht sich Albrecht. Sein Ziel wäre es, alle Kulturveranstaltungen der Bürgervereinigung zukünftig in Schule zu machen.

 

Rückblick auf unsere Veranstaltungsreihe

Unsere Veranstaltungsreihe „ Kultur wider das Vergessen“ endete mit einem beeindruckenden Konzert der Gruppe Massel-Tov bei der Anwesenheit fast 100 Gästen. Durchweg haben wir alle (Internet-affinen) Bürger auf unserer Facebook-Seite auf dem aktuellen Stand bei den Veranstaltungen gehalten. Die Veranstaltungsreihe war ein toller Erfolg, der das Interesse an dem Thema zeigt. Viele interessante Diskussionen wurden während und nach den Veranstaltungen geführt. Neue Wege in der Gedenkarbeit scheinen die ersten zarten Knospen zu tragen. Insgesamt kamen mehr wie 300 Bürger auf unsere Veranstaltungen.

 

Presseresonanz zu unserer Veranstaltungsreihe „Kultur wider das Vergessen“

Artikel aus dem Landsberger Tagblatt vom 18. November 2016 – Lesung mit Ilse Macek „Versteckt unter der Erde“ - Veranstaltungsdetails auf unserer Facebookseite

Artikel aus dem Kreisboten vom 11. November 2016 – Podiumsdiskussion „Wie – Warum- Gedenken“ - Veranstaltungsdetails auf unserer Facebookseite

Artikel aus dem Landsberger Tagblatt vom 09. November 2016 – Ausstellungseröffnung „Hoffnung trotz allem“ - Veranstaltungsdetails auf unserer Facebookseite

Artikel aus dem Ammersee Kurier vom 06. November 2016

Artikel aus dem Münchner Merkur (Hauptausgabe Bayern) vom 07. November 2016

Oberbayerisches Volksblatt vom 07. November 2016 – Interview mit unserem Sprecher


„Jugend in der NS-Zeit“ und „Jugendverbände heute“ – Kooperationsveranstaltung der Bürgervereinigung mit dem Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus

Erinnerungsveranstaltung am 02.12.2016 um 16 Uhr auf dem Hauptplatz in Landsberg

Die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert unterstützt das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus – für Toleranz und Menschenwürde im Landkreis Landsberg.

So wird das Bürgerbündnis in Zusammenarbeit mit der Bürgervereinigung und dem Kreisjugendring an die Gleichschaltung der Jugendverbände am 01. Dezember 1936 erinnern und dem die erhaltenswerte Vielfalt der heute existierenden Gruppen gegenüberstellen. Aus diesem Grund werden am Freitag, den 02.12.2016 von 16.00-18.00 Uhr auf dem Hauptplatz Landsberg Dokumente zu den Themen „Jugend in der NS-Zeit“ und Jugendverbände heute präsentiert. Wer aktiv werden will, kann mit Pinsel und Farbe dem Gegensatz „Einheitstrott – bunte Vielfalt“ bildhaft Ausdruck verleihen.

Um 17 Uhr wird in kurzen Vorträgen die Situation 1936 und heute beleuchtet

Wer mehr zu dem Thema „Jugendverbände in der NS-Zeit“ erfahren will, kann sich gerne auf unserer Homepage informieren (Link hier) und die Artikel oder den Film eines Aufmarsches der Hilterjungend auf dem Hauptplatz in Landsberg ansehen (Link hier).


07. - 18. November 2016

Kultur wider das Vergessen

Eine Veranstaltungsreihe rund um den 78. Jahrestag der Reichspogromnacht

Mit freundlicher Unterstützung der Schirmherren

Alex Dorow (MdL) und Thomas Eichinger (Landrat)

Flyer zum download

07.11.2016 Landratsamt Landsberg 19:00 Uhr (Foyer) - Ausstellungseröffnung

"Hoffnung trotz allem"

08.11.2016 Landheim Schondorf 20:00 Uhr - Liederabend

"Die Grenzgänger" - "Und weil der Mensch ein Mensch ist"

09.11.2016 Landratsamt Landsberg 19:00 Uhr - Diskussionsveranstaltung

"Wie -Warum- Gedenken"

14.11.2016 Agrarbildungszentrum 19:00 Uhr - Lesung

„Versteckt unter der Erde“

15.11.2016 Agrarbildungszentrum 19:00 Uhr - Kammermusik-Konzert

"Musik des stillen Widerstands"

18.11.2016 Landheim Schondorf 19:00 Uhr - Klezmer-Konzert

Mit der Band "Massel-Tov"

Besuchen Sie unsere Facebook-Seite


Wir gratulieren

 

Die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert freut sich mitteilen zu können, dass die Restaurationsarbeiten der Erdbunker auf der Europäischen Holocaust Gedenkstätte den Bayerischen Denkmalpflegepreis 2016 erhalten hat. Damit wurde die Gedenkarbeit, welche vor mehr als 30 Jahren durch Forschungsergebnisse im Rahmen des Schülerwettbewerbs Deutsche Geschichte am Ignatz-Kögler-Gymnasium in Landsberg unter der Anleitung durch den Historiker Anton Posset begann, gemäß der Satzung der Bürgervereinigung erfolgreich weitergeführt. Die Bunker, die steinernen Zeugen, welche schon immer Teil der Europäischen Holocaust Gedenkstätte sind, gehörten dem Rechtsnachfolger, dem Land Bayern. Die Erdbunker sind nun ein Teil der von den Bürgern geleisteten Erinnerungsarbeit rund um das KZ-Kommando Landsberg/Kaufering.

Die steinernen Zeitzeugen der Geschichte, konnten erfolgreich vor dem Verfall gerettet werden.

Das ist ein großer Verdienst von Herrn Manfred Deiler, dem heutigen Präsidenten, dem früherem Vorstand Herrn Strasas und dem bereits verstorbenem Initiator Herrn Anton Posset des Vereins Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung. Dieser ging aus der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert stiftend hervor.

 

Unser Dank und unsere Freude teilen wir mit:

  • Dem Verein (seinen Mitgliedern!) Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V. der dies koordiniert und ermöglicht hat.
  • Unseren Mitgliedern aus dem Jahr 2009, die einem Übertrag des Grundstückes an den neu gegründeten Verein (Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V.) zugestimmt haben. Nicht nur der Übertrag des Grundstückes war damals von zentraler Bedeutung, sondern auch die finanzielle Ausstattung als „Starthilfe“ des neuen Vereins die als Eigenanteil in die Restauration eingehen konnte.
  • Dem ehemaligen Vorstand der den Kauf der Bunkeranlagen vom Land Bayern vorangetrieben hat. Der die Vorstellung hatte, mit den Bunkern im Verein, ein „Pflegeobjekt“ zu erwerben, um damit die Möglichkeit zu erhalten, Erinnerungsarbeit begreifbar zu erleben.
  • Zuletzt unserem ehemaligen Vorsitzenden Anton Posset, der die Gründung des neuen Vereins invitiert und vorangetrieben hat, sowie mittels seiner internationalen Kontakte die Spenden in Höhe von 40.000 Euro den Eigenanteil der Restauration ermöglicht hat.

Es zeigt sich, die Vision eines breiten gesellschaftlichen Konsen in Bezug auf die Erinnerungsarbeit tragen innerhalb beider Vereine Früchte. Unser Auftrag zur Erinnerungsarbeit geht nun weiter. Wir werden diese Aufgabe weiterhin vorantreiben und deshalb wird es im Rahmen der Gedenkveranstaltung am 9.November eine Veranstaltungsreihe „Kultur wider das Verbrechen“ geben. An dem Rahmenprogramm hierzu arbeiten wir aktuell. Auch wenn uns aktuell ein Ort der Gedenkfeier, die Europäische Holocaustgedenkstätte, nicht mehr zur freien Verfügung steht, da wir die Eigenständigkeit (Geschäftsleitung) des neuen Vereins Europäische Holocaust Gedenkstätte Stiftung e.V. bereits im Jahr 2013 an diesen übergeben haben und es leider noch keinen Konsens zur gemeinsamen Nutzung gab, werden wir die Erinnerungsarbeit eben an anderen Orten weiterführen.

Herzlichen Dank an alle.

Die Bürgervereinigung


Charles Baron verstorben

Wie uns der Generalsekretär der „ Association Fonds Mémoire d'Auschwitz" (A.F.M.A.), die Vereinigung der Ausschwitz-Überlebenden in Frankreich, Charles Leniger mitteilte, ist der Präsident und der A.F.M.A verstorben.

Charles Baron war viele Jahre Mitglied der Bürgervereinigung und hat die Erinnerungsarbeit besonders in den letzten Jahren tatkräftig unterstützt. Er selbst überlebte den Holocaust in Auschwitz und Landsberg/Kaufering nur knapp. Auf seiner letzten Deportation von Landsberg/Kaufering aus, konnte er aus dem Zug, der bombardiert wurde, springen und sich nach Pestenacker retten. Dort erhielt er bis zu seiner Befreiung Unterschlupf bei der Familie Seyerer. Mit der eintätowierten Auschwitznummer hat er oft in Schulen über seine Erlebnis im Konzentrationslager berichtet. Zuletzt besuchte er die Holocaustgedenkstätte im Jahr 2008 (Link). Dabei entstand dieses Bild (Charles Baron, seine Ehefrau und Charles Leniger - von links nach rechts):

Unsere Gedanken gelten seiner Familie.


26. April 2016

71. Jahrestages der Befreiung der Konzentration rund um Landsberg am Lech

„Richtig Gedenken – wie geht das?“

Dienstag, den 26. April 2016 um 19:00 Uhr in das Landratsamt Landsberg am Lech (Von-Kühlmann-Straße) Großer Saal

Wir laden ein und freuen uns besonders, Frau Dr. Eva Umlauf (Ausschwitz-Überlebende) begrüßen zu dürfen. Sie wird ihr Buch „Die Nummer auf Deinem Unterarm ist blau wie Deine Augen“ vorstellen und daraus lesen. Im Anschluss will sie mit dem Publikum über unser Thema und ihre Erfahrungen diskutieren. Die Moderation wird der Landtagsabgeordnete Alex Dorow übernehmen Eva Umlauf führt jahrzehntelang ein erfülltes Leben mit Höhen, Tiefen, Schicksalsschlägen. Sieüberlebt Auschwitz und die rote Diktatur in der Tschechoslowakei. 1966 heiratet sie, geht ein Jahr später nach München und ist dort als Mutter dreier Söhne als Kinderärztin und Psychotherapeutin erfolgreich. Doch tief in ihrem Innern ist das Trauma ihrer frühen Kindheit, über das in ihrer Familie geschwiegen wurde, stets präsent. Lange Zeit verdrängt sie die Auseinandersetzung mit den Erinnerungen und den Gefühlen der Fremdheit und Heimatlosigkeit. Erst als sie einen Herzinfarkt erleidet, findet sie den Raum, sich der Vergangenheit zu stellen. Sie begibt sich auf eine Reise zu sich selbst, sucht nach den Spuren ihrer ermordeten Familie und bekennt sich 2011 in Auschwitz schließlich öffentlich als Überlebende des Holocaust.

"Die Nummer auf Deinem Unteram ist blau wie Deine Augen" - Eva Umlauf - Bild heute - (c) privat / Eva Umlauf

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.


Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Landkreis Landsberg am Lech rief die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert e.V. dieses Jahr nach Seestall auf. Dort liegen vermutlich 22 vornehmlich jüdische Häftlinge begraben, die während des 3. Reichs ermordet wurden. Seestall war ein kleineres Außenlager des KZ Kaufering, welches wiederum zum KZ Dachau gehörte.

"Uns ist es wichtig, nicht nur an 'prominenten' Stellen dem Leiden der Opfer zu gedenken, sondern auch an Orten, die von der Bevölkerung schon fast vergessen sind. Gerade in der heutigen Zeit ist die Auseinandersetzung mit Hass, Krieg und Verfolgung essentiell", so Stephan Albrecht, der junge Sprecher der Bürgervereinigung. "Der Kampf dagegen erfolgt nicht im Großen, sondern im Kleinen."

An der Gedenkstätte in Seestall beteten 5 Mitglieder der Bürgervereinigung das jüdische Totengebet "Kaddish" und legten Blumen für die Verstorbenen nieder.


27. Januar 2016

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Gedenkfeier zum 71. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und seiner 40 Außenlager am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten vor dem Gedenkstein der am 25.Oktober 1944 bis heute 471 namenlosen jüdischen KZ-Häftlinge von Kaufering VII nach Auschwitz-Birkenau als „arbeitsunfähige und rücküberstellte KZ- Häftlinge“ zum Vergasen in den dortigen Krematorien.

Mittwoch, den 27. Januar 2016 um 16.45 am KZ-Friedhof und der Gedenkstätte in Seestall

Vor 72 Jahren kam im Jahre 1944 (18.6.1944) der erste Deportationstransport aus Auschwitz mit 1000 jüdischen ungarischen Juden am Bahnhof in Kaufering an. – am 25.10.1944 fuhr der letzte Deportationstransport von Kaufering mit 1000 jüdischen KZ-Häftlingen des KZ-Kommandos Kaufering als „arbeitsunfähige und invalide Häftlinge“ zum Vergasen nach Auschwitz. 471 dieser Häftlinge - fast die Hälfte - waren aus dem KZ-Kommando Kaufering VII. Bis heute konnten deren Namenslisten in keinem Archiv aufgefunden werden.

Wir wollen gedenken und laden dazu herzlich ein.


Zum Jahreswechsel 2015-2016


09. Dezmeber 2015

Zeitungsartikel aus dem Landsberger Tagblatt


08. November 2015

Junge Gesichter in der Gedenkarbeit

Nach dem Tod des Landsberger Historikers Anton Posset im September wurden in der 1983 gegründeten Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert e.V. Vorstandsneuwahlen nötig. Hierzu tagten 14 von ca. 40 Mitgliedern des Vereins im Sportzentrum. Es ging darum. nun die Weichen für die Zukunft zu stellen, weshalb auch eine Satzungsänderung von bisherigen Vorstandsmitgliedern beantragt wurde.

 

Diese Satzungsänderung, die einen dreiköpfigen, geschäftsführenden Vorstand vorsieht, wurde nach ausführlicher Erörterung von den Mitgliedern einstimmig angenommen. Der Verein möchte auch nicht mehr mit altmodischen Begriffen, wie „erster Vorsitzender“ oder „Präsident“ arbeiten – künftig leiten ein „Sprecher“, ein „Geschäftsführer“ und ein „Schatzmeister“ die Vereinsangelegenheiten. Sie werden von zwei Beisitzern unterstützt.

 

Ziel des Vereins bleibt die Bewahrung des Gedenkens an die Ereignisse in Landsberg und Umgebung vor mehr als 70 Jahren. Dies soll zunehmend auch durch kulturelle Veranstaltungen (z.B. „Konzerte wider das Vergessen“) geschehen. Erste Schritte wurden hier bereits am 9. November gemacht, als die Bürgervereinigung zu einem Klezmer-Konzert in den Bürgerbahnhof einlud. Erinnern mit Kunst.

Die Vereinigung versteht sich als im 21. Jahrhundert angekommen, weshalb insbesondere auch junge Menschen aufgerufen und eingeladen sind, sich in dem Verein zu engagieren und auf das große Wissen und Archiv des Vereins, welches auf der Arbeit Anton Possets beruht, zurückzugreifen.

Erfreulich ist deshalb, dass sich auch der 16-jährige Stephan Albrecht aus Denklingen bei der Bürgervereinigung engagiert. Junge Menschen – sind es nicht diese, die die Gedenkarbeit in Landsberg am Lech so dringend braucht, um Konflikte aus der Vergangenheit zu verarbeiten und endlich nach vorne zu blicken? Schließlich geht es ja um Dinge, die die Jugend betreffen. Stephan Albrecht wurde daher als Sprecher in den Vorstand des Vereins gewählt. Er engagiert sich bereits als Landesvorstand der Jungen Presse Bayern e.V. und als Gruppenleiter bei den Pfadfindern.

 

Weitere Vorstandsmitglieder sind Tyll-Patrick Albrecht aus Denklingen (Geschäftsführer), Wolfgang Wagner aus Buchloe (Schatzmeister), sowie Rudolf Krumm und Gerald Roidt aus Kaufbeuren (Beisitzer).

 

„Als Verein möchten wir einen Anton-Posset Preis ins Leben rufen – einen Wettbewerb in welchem sich Schüler und Studenten mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen.“, berichtet Stephan Albrecht. Und diese Geschichte endet nicht 1945 und umfasst heute auch die Zeit Anton Possets und seiner Schwierigkeiten in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Eine neue Geschichte, die es noch zu schreiben gilt. Und dies von neuen, jungen Menschen und Gesichtern.

Unser neuer Sprecher der Bürgervereinigung bei der Gedenkveranstaltung vom 27.April im Landratsamt Landsberg anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering


9. November 2015

77. Jahrestag der Reichspogromnacht – Vertreibung der Landsberger Juden

91 Jahre Entstehung des Rassenvernichtungswerks „Mein Kampf“ in der Festungshaftanstalt Landsberg

 


Samstag, 17. Oktober 2015 um 17.00 h in der Maria Eich Kapelle

„Geschändete und Geopferte mahnen Euch, Menschen lasst nicht ab vom Streben nach Freiheit, Recht und Gerechtigkeit!“(nach Viktor E. Frankel)

Unerwartet und für uns unfassbar ist unser 1. Vorsitzender plötzlich aus dem Leben gerissen worden. Er verunglückte in den für ihn so schönen Lechalpen. Damit verlieren wir einen Wegbereiter, unermüdlichen Kämpfer der deutschen Erinnerungsarbeit und Freund.

Über 40 Jahre hat er sich dem Thema der deutsch-jüdischen Aussöhnung und der Aufarbeitung der deutschen Geschichte gewidmet. Mit seiner unermüdlichen Art ermöglichte er die Erinnerung an die Geschichte durch die Gründung der „Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert e.V.“ und den Erwerb sowie den Erhalt des historisch einzigartigen Geländes, Kaufering VII an der Erpftinger Straße. Ohne seine Leitung und seinen körperlichen Einsatz wäre die „Europäische Holocaust Gedenkstätte“ und der „Weg der Menschenrechte“ nicht von einer derartig einmaligen internationalen Bedeutung.

Die Bürgervereinigung trauert. Dennoch will sie die Gedenkarbeit in seinem Sinn weiterführen. Hierin sieht sie sich verpflichtet. Viele Weichen wurden bereits durch Anton Posset gestellt, nun gilt es, diese Weichenstellung zu nutzen, um die Gedenk- und Erinnerungsarbeit fortzuführen, die „Europäische Holocaustgedenkstätte Kaufering VII“ und den „Weg der Menschenrechte“ zu erhalten, sowie die Deutsch-Jüdische Versöhnungsarbeit fortzusetzen. Hierbei müssen wir auch an die nächste, junge Generation denken – das war sein Anliegen.

Gemeinsam und in Absprache mit der Familie werden wir im Rahmen einer musikalisch geprägten Feier das Andenken an Anton Posset und seine Idee bewahren. Hierzu laden wir am Samstag, den 17. Oktober 2015 um 17.00 h in die Kapelle Maria Eich, Kapellenstraße, Erpfting ein.


13. September 2015 – „Tag des Offenen Denkmals“

Zu Ehren und zur Erinnerung des am 1. September 2015 87jährig verstorbenen litauischen Holocaustüberlebenden von Kaufering I, Uri Chanoch, Förderers der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“, Träger des Bundesverdienstkreuzes, Stiftungsratsmitglied der Gedenkstätten Stiftung Bayern: Förderer der Erinnerung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering und des Todesmarsches und unermüdlich engagierter israelischer Bürger für die deutsch - jüdische Aussöhnung seit 1990; seines Vaters, der von Kaufering I als „arbeitsunfähig“ nach Auschwitz – Birkenau zum Vergasen geschickt wurde, wie auch seines Bruders Daniel, der mit 110 Kindern ebenso von Kaufering I über Dachau nach Auschwitz deportiert wurde, aber dort als eines der wenigen Kinder überleben konnte.

Uri Chanoch mit seinem Bruder Daniel nach der Befreiung 1945, Privatrarchiv Posset

Ein Initiator der deutsch-jüdischen Aussöhnung mit seinem Bruder Daniel und dem 1. Vorsitzenden der Bürgervereinigung auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte, Privatrarchiv Posset

Uri Chanoch bei einem Besuch in „Weingut 2“ mit der Leiterin Frau Dr. Hammermann der KZ-Gedenkstätte Dachau im Jahre 2013 , Privatrarchiv Posset

Radtour durch fünf jüdische KZ-Kommanden des KZ-Kommandos Kaufering: Kaufering 1 / Kaufering 11 /Kaufering 2 / Kaufering 3 / Kaufering 4: Die Lager einst und was heute dort an diesen Orten zu sehen ist. Treffpunkt um 15.00 an der Einmündung der Iglingerstrasse /Landsberg in die Robert Boschstr. vor der Asylunterkunft. Angeregt wurde dieser Vorschlag bei einem Besuch von zwei Rabbinern mit ihren Söhnen Ende Juni 2015.

Dauer: 2 ½ Stunden

Kaufering 1 Luftaufnahme einst und heute, Privatrarchiv Posset

Kaufering 2 einst 1945 – 1950 mit einer Erdhütte /Feldbaracke und Monis Buchhalter - ein Überlebender und bis zu seinem Tod 2004 Mitgleid der Bürgervereinigung - heute, Privatrarchiv Posset

Kaufering 11 einst Luftasufnahme – 1950 mitTonröhrenbauwerken, Privatrarchiv Posset

Deportationsbahnhof Kaufering einst – heute, Privatrarchiv Posset

Kaufering 3 1944 und heute , Privatrarchiv Posset

Kaufering 4 1945 und heute , Privatrarchiv Posset

Es wird auf dieser Fahrt erklärt, zu welch ungeheuerlichen Folgen der nationalsozialistische Fremdenhass, der Rassismus und Antisemitismus geführt haben! So wird dies nicht nur eine Fahrt durch die Vergangenheit unserer Stadt und unseres Landkreises des letzten Jahrhunderts, sondern sie ist zugleich Anregung, welche Folgen in der Gegenwart und der Zukunft es zu beachten gilt! Die Achtung der Menschenrechte und der Menschenwürde ist das oberste Gebot unserer Verfassung und des Grundgesetzes. So sehen unsere fremden Mitbewohner, wie wir als Volk gelernt haben, uns jedem Verstoß / Missbrauch dieser Grund – und Lebensprinzipien entgegen zu stellen. Dazu bieten uns dieser „Tag des Offenen Denkmals“ und auch unser Nationalfeiertag am 3.Oktober 2015 eine glaubwürdige Gesprächsmöglichkeit.

In diesem Sinne sind alle Bürger, besonders unsere Jugend, unsere zeitweiligen fremden Mitbürger eingeladen zum Gegenwartsgespräch mit reichlichen Möglichkeiten! (Telefonische Auskunft Bürgervereinigung 08191 – 22 380)

27. April 2015 

„Der Mensch trägt in sich die Ansätze zum Bösen und zum Guten – es gilt, die Umstände zu schaffen, unter denen Achtung vor der fremden Persönlichkeit, Selbstverantwortung und Rücksicht auf die Rechte der anderen zur Selbstverständlichkeit werden.“

Worte des Österreichers Benedikt Kautsky (1894 -1960) Überlebender von Dachau-Auschwitz-Buchenwald. Auf der Einladung der 70. Jahresgedenkfeier am 11./ 12.4.2015 in Buchenwald

 

Einladung zur Gedenkfeier am Montag, den 27. April um 17.00 Uhr vor dem Mutter- Kinddenkmal von 2008 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte am Ort des Verbrechens und der Erinnerung

Anlässlich des 70.Jahrestages der Befreiung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering am 27.4.1945 durch alliierte Truppen und der Befreiung der sieben Mütter mit ihren Kleinstkindern des KZ-Kommandos Kaufering I wird der Vorsitzende der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ eine Gedenkveranstaltung ausrichten, um das Andenken der toten und ermordeten jüdischen KZ-Häftlinge zu ehren und an das freudige Überleben dieser sieben Mütter mit ihren Kindern zu erinnern.

17.00 Uhr: Gedenkfeier anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung am Ort des Verbrechens des KZ-Kommandos Kaufering VII durch die alliierten Armeen

19.00 Uhr: Eröffnung der dokumentarischen Ausstellung im Landratsamt, großer Sitzungssaal, Kühlmannstrasse: „Das KZ-Kommando Kaufering im Landkreis Landsberg am Lech“ – Vorführung des amerikanischen Dokumentarfilmes vom 27.4.1945 und Vorführung des 9. Teils des Spiel – und Dokumentarfilmes von Steven Spielberg und Tom Hanks „The Band of Brothers“ - „Waffenbrüder“ – mit dem Titel : „Warum wir kämpfen“ - „Why We Fight“. Darin wird die Befreiung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering IV bei Hurlach dargestellt.

Musikalische Einlagen einer Klezmerband für dieses auch freudige Ereignis der Befreiung!

 Diese Bilder des Grauens boten sich den amerikanischen und französischen Befreiern am 27.4.1945 im Landkreis Landsberg am Lech dar. Alle Bilder sind aus dem Privatarchiv Anton Posset

Bilder von jüdischen KZ-Überlebenden des KZ-Kommandos Kaufering, die seit dem Bestehen der Europäischen Holocaustgedenkstätte(1983) an den Ort Ihrer tiefsten menschlichen Erniedrigung zurückkehrten und sich Ihrer ermordeten Brüder / Schwestern/ Eltern erinnerten.

Bilder der am 8. Januar 1945 im KZ-Kommando Kaufering I geborenen Maria Schwarz – heute Marika Novakova - durch ihr 70jähriges Leben mit ihrer Mutter.

Vor dem Kinderdenkmal wird das den sieben Neugeborenen und deren Müttern gewidmete Gedicht der deutschen Lyrikerin Julietta Fix vorgetragen

Abschließend wird vor dem symbolreichen Gedenkstein der Bürgervereinigung für die ermordeten deutschen Juden das weltberühmte Gedicht „Die Todesfuge“ des deutsch-französischen DichtersPaul Celan rezitiert.

Der Vorsitzende der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. sowie Ehrenvorsitzende der „Europäischen Holocaustgedenkstätten Stiftung“ e. V. möchte herzlich zu dieser Gedenkveranstaltung und der anschließenden Ausstellungeröffnung einladen. Weitere Informationen können unter der Telefonnummer 08191 - 22380 erhalten werden!

22. März 2015 um 10.00 Uhr

 Wir laden Sie recht herzlich zur „Woche der Brüderlichkeit“ 2015 ein, die unter der Schirmherrschaft des Herrn Bundespräsidenten Joachim Gauck steht mit dem Thema:

„Im Gehen entsteht der Weg“

 

Zum Abschluss der „Woche der Brüderlichkeit“ 2015 lädt die Bürgervereinigung „Landsberg im 20.Jahrhundert“ am Sonntag, den 22. März 2015 um 10.00 zu einem Gesprächstreffen auf die Europäische Holocaustgedenkstätte ein.

1982 begann der Weg der Aufdeckung des Holocaust vor der Haustür durch eine „Geschichtswettbewerbsarbeit um den Preis des Bundespräsidenten“. 1983 wurde die anlässlich einer Gedenkfeier auf dem KZ-Friedhof Kaufering I zur 45. Wiederkehr des Reichspogromnacht die Bürgervereinigung gegründet. Es ist ein neuer Weg der Erinnerung begonnen: es entstand etwas Neues in unserer Stadt. Man hat den bisherigen ausgetretenen Weg verlassen und traf auf Neues, Unbekanntes. Es war ein Wagnis und hat Mut erfordert. Man kann diesen Neubeginn der Erinnerung an die jüdischen 11 KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering - von denen drei auf dem heutigen Landsberger Stadtgebiet liegen – fast mit einer Pilgerweg vergleichen. Es haben sich im Gehen neue innere Wege geöffnet.

In den Jahren 1978 -1981 wurde auch das Werk „… trotzdem Ja zum Leben sagen“ des jüdischen KZ-Häftlings Prof. Viktor E. Frankl entdeckt. Das Lesen dieses Werkes hat uns damals sehr bewegt. Wir wollten von Viktor E. Frankl wissen, ob sich sein Werk auf Orte des KZ-Kommandos Kaufering bezieht. Frankl bejahte dies. Er kam zur Gedenkfeier der Reichspogromnacht 1984 nach Landsberg, besuchte die Orte, hielt eine richtungsweisende Gedenkrede, stellte sich anschließend einer Diskussion mit Landkreisbürgern. Dadurch hat er ein Denken ausgelöst, das uns in Bewegung setzte. Dies war der Beginn eines Weges, den wir über drei Jahrzehnte lernten gemeinsam zu gehen!

Heute sind mehrere Erinnerungsvereine und Denkmäler im Landkreis eine Selbstverständlichkeit.

 

Prof. Frankl hat uns bei seinem Besuch zum Handeln aufgefordert, um neue Wege zu bahnen.

 

Dies geschah durch den Erwerb aus bürgerschaftlichen Engagement mehrerer Mitbürger bei den einzigen Überresten von den 11 jüdischen KZ-Lagern des KZ-Kommandos Kaufering im ehemaligen KZ-Lager Kaufering VII. Daraus wurde die „Europäische Holocaustgedenkstätte“. Wir waren als verantwortlich handelnde Bürger gefordert und aufgerufen, im Angesicht der Shoah neue Wege zu beschreiten, Wege der Toleranz, der Absage an jede Form von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz, an den Totalitarismus. Zunächst galt es auf diesem Weg die ehemaligen Spuren sichtbar zu machen, die natürliche Verwilderung und die Tonröhrenröhrenbunker von jahrzehntelangem Unrat zu säubern.

Im Jahre 2013 war es dann soweit, dass der Ort des Verbrechens das Prädikat „Denkmal von nationaler Bedeutung“ erhielt. Aber es sollten auf diesem Weg nicht nur die historischen Spuren gesichert werden. Gemeinsam mit jüdischen Überlebenden wurde in den Jahren nach 2000 eine Botschaft für die kommenden Generationen entwickelt. Es wurde der „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ geschaffen. Und dieser Weg sollte zwischen den eingegrabenen Spuren der Totenkarren vom Totenbunker des KZ-Kommandos und dem Weg der SS-Wachleute - nur wenige Meter von diesen Spuren entfernt – zu den Wachtürmen des KZ-Lagers entstehen. Der neue Weg ist in zahlreichen Stunden des Gehens entstanden. Es ist eine Kunstinstallation aus sechs Basaltsteinen in einer Dreiergruppe: direkt an der Straße zum KZ-Friedhof stehen drei Steine für den Grundwert der Familie, dann folgt eine einzelne Basaltsäule für das Individuum, die auch die jüdischen KZ-Häftlinge immer geblieben sind, und schließlich einer Zweiergruppe für die mitmenschliche Solidarität. Diese drei Werte sind die Grundlage für die in der jüdisch-christlich Religionsgeschichte entstandenen Menschenrechte und die in Artikel 1 unserer Verfassung begründete unantastbaren Menschenwürde. Das unverletzliche Material der Basaltsteine sollte dafür ein wegweisendes Symbol sein.

Weges der Menschenrechte und der Menschenwürde“ im Herbst und im Winter 2008. Privatarchiv Posset

Im Gehen durch diesen Weg hin zu den Spuren des KZ-Kommandos Kaufering VII muss dieser „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ neu belebt werden. So wird das Motto dieser Woche der Brüderlichkeit: „Im Gehen entsteht der Weg“ erneut belebt.

„Die Errichtung der Europäischen Holocaustgedenkstätte mit den Gedenksteinen von 11 europäischen Staatsoberhäuptern und die Gestaltung des „Weges der Menschenrechte und Menschenwürde“ ist ein außergewöhnlicher Beitrag zur Erinnerung und Aufarbeitung der Geschichte“ , so der ehemalige Generalkonsul des Staates Israel für Bayern, Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland – Pfalz und Saarland Tibor Shalev Schlosser in seinem Grußwort zum „Internationalen Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen“ am 27.1.2012.

Eingriffe/Veränderungen/Zerstörter „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ im Herbst 2014 Privatarchiv Posset

 

Hier und jetzt ist es kein Ort des Jammerns und des Anklagens, sondern hier müssen wir uns über unsere Werte und Maßstäbe heute befragen: über unsere politische und religiöse Erinnerungskultur.

Es ist der Ort, an dem wir uns über unsere aktuelle Befindlichkeit Rechenschaft ablegen können: „Schweigen oder den Mund öffnen!“ Der Ort, an dem in den vergangenen 70 Jahren viel verschüttet, zerstört und verharmlost wurde. Jetzt bietet uns das neue Thema zur Woche der Brüderlichkeit 2015 die Möglichkeit, miteinander diesen Weg zu gehen. So wird dieser Weg von neuem entstehen und in eine breite Öffentlichkeit eindringen können! So können wir uns unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, unserer Religionszugehörigkeit und unserer Geschichte gerecht werden.

 

An alle Bürger, die „guten Willens sind“ (Viktor E. Frankl), an alle Mandatsträger, Pfarrer, Lehrer und besonders an unsere jungen Mitbürger ergeht eine herzliche Einladung, gemeinsam mit der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ das Ende der Woche der Brüderlichkeit mit seinem Motto „Im Gehen entsteht der Weg“ mit den drei lebenswichtigen Grundsätzen:

Lesen, was Menschen bewegt

Denken, das uns in Bewegung setzt

Handeln, um neue Wege zu bahnen

Weitere Auskünfte sind unter den Telefonnummern 08191/22 380

27. Januar 2015 – 70. Jahrestag der Befreiung des KZ-Kommandos Auschwitz –Birkenau und der Geburt von sieben Kindern im KZ-Kommando Kaufering I.

27. Januar 2015

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

„Der Holocaust, eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit“ (Papst Emeritus Benedikt XVI. am 30. November 2005)

Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Vernichtungslagers Auschwitz – Birkenau und seiner insgesamt 40 Außenlager durch sowjetische Armeeeinheiten. Zugleich ist es der 70. Jahrestag für die in den Monaten Januar / Februar 1945 geborenen Kinder im KZ-Kommando Kaufering I. Dieser beiden Ereignisse soll an diesem Tag besonders gedacht werden. Auf Anregung von Mitbürgern und um all unseren Mitbürgern, unseren jüdischen Mitbürgern und den Asylbewerbern die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben, wurde diese Gedenkfeier auf den Sonntag, den 25.01.2015 vorverlegt.

Sonntag, den 25.1.2015 um 15.00 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte Kaufering VII vor dem Mutter – Kinderdenkmal.

Der Vorsitzende der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ hat mit Helfern in Erinnerung an dieses einzigartige Ereignis von „Neuzugängen“ durch Geburt für die sieben Frauen und Kinder ein Mutter – Kinderdenkmal auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte 2004 errichtet. An der Stelle von Kaufering I gibt es weder einen Hinweis auf dieses jüdische KZ-Kommando noch auf die Geburt dieser Kinder dort in den ersten Monaten des Jahres 1945. (Archiv Posset)

Diese Gedenkfeier, deren Konzeption und Durchführung gemeinsam mit Landsberger Gymnasiasten erarbeitet wurde, hat eine vielfache Bedeutung in diesem Jahr 2015:

1. Dieses Jahr hat mit Angriffen auf unsere europäische Grundordnung und Freiheit begonnen. Die Bürgervereinigung, die vor 33 Jahren die Erinnerungsarbeit an den „Holocaust vor unserer Haustür“ begonnen hat, hat diese Erinnerung unter die Leitworte gegen den Totalitarismus / Terrorismus, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Rassismus und gegen Antisemitismus gestellt. Dazu hat damals der verstorbene Ministerpräsidenten Dr. h. c. Franz – Josef Strauß uns als Bürger aufgefordert.

2. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass wir unseren Mitbewohnern, die aus ihren Ländern durch Krieg / Gewalt und Hungersnot vertrieben worden sind, ein Zeichen der mitmenschlichen Solidarität setzen.

3. Gemeinsam mit allen „Menschen, die guten Willens“ sind, wollen wir mit allen Mitgliedern der Vereinten Nationen diesen Tag begehen.

4. Unsere Erinnerung will dieses Jahr 2015, das für die jüdischen Menschen so bedeutende Ereignis der Befreiung des KZ-Kommandos Auschwitz-Birkenau mit dem einzigartigen Ereignis der Geburt von sieben Kindern im KZ-Kommando Kaufering I verbinden, die die drei Monate bis zu ihrer Befreiung am 27.April 1945 mit ihren Müttern überleben konnten. Gleichgültig ob wir dies als ein „Wunder“ betrachten oder als den kalten berechnenden Willen der von Auschwitz hier versetzen SS - Wachmänner einstufen: mitten in diesem Untergang gab es aber auch ein unübersehbares Hoffnungszeichen durch diese Geburten im KZ-Kommando Kaufering I!

Alle unsere Mitbürger, die Mandatsträger aller politischen Parteien, die Pfarrer aller Religionen, Soldatinnen und Soldaten, Lehrer und Lehrerinnen aller Schularten mit ihren Schülerinnen und Schülern und ganz besonders die Asylbewerber in unserem Landkreis sind zu dieser Gedenkfeier des „Internationalen Holocaustgedenktages der Vereinten Nationen“ herzlich eingeladen.

Es ist ein Zeichen und Symbol für all diese Menschen, die bei uns ein Asyl suchen, dass wir uns gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Rassismus und Antisemitismus erheben. Wir wollen für sie eine würdige Zukunft für die Bewahrung der Menschenrechte und der Menschenwürde – gemäß dem „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“, der zur Holocaustgedenkstätte hinführt – schaffen! Nutzen wir alle dieses Ereignis, um unsere mitmenschliche Solidarität den Asylbewerbern zu zeigen. So können sie erfahren, dass wir aus unserer Geschichte gelernt haben: Nie wieder Krieg – nie wieder Fremdenfeindlichkeit – nie wieder Rassismus / Antisemitismus.

Die Nachricht der Übergabe der ehemaligen Frauenbaracke von Kaufering I an die Internationale Holocaustgedenkstätte in Yad Vashem fand auch die Aufmerksamkeit der israelischen Presse – Siehe Bild zur Einladung zum Gedenken am 9.November 2014 - Artikel vom 18.9.2003 (Archiv Posset)

Zwei religiöse jüdische Israelis am 23.10.2013 an der Stelle, wo einst die „Schwangerenbaracke“ im KZ-Kommando Kaufering I stand. Sie beteten einen Kaddisch für die Ermordeten und ein Friedensgebet für die im Januar / Februar 1945 neugeborenen und überlebenden Mütter und Kinder. (Archiv Posset)

Die sieben Frauen nach der Befreiung im April 1945. Die erste Frau links ist Frau Eva Fleischmanova (+ 2012) mit ihrer Tochter Marika, geboren am 8.1.1945 im KZ-Kommando Kaufering I. Daneben ein Bild der heute 70jährigen Marika Nováková. (Archiv K. Kengyel)

Fünf der Frauen mit ihren Kindern nach der Befreiung im April 1945 durch die amerikanischen Alliierten. (FAZ / K.Kengyel)

 

Sieben Eichen
© Julietta Fix

(Für Miriam Rosenthal
und die anderen sechs Frauen
im Lager Kaufering I 1945)


Sieben Mal krähte der Hahn
schüttelte das Bettchen auf
für Läuse und Dreck.
Ein Strom Blut aus sieben Eichen
floss wie aus einem offenen Wasserhahn.
Die eine Hand stapelte Steine
die andere Hand bog sich zur Wiege
in SSsummenden Schlafliedern wie Bienen
von Blüte zu Blüte taumelnd.
Geboren auf einem Lattenzaun
in sieben stumpfen Schreien.
Mit der Hand vor dem Mund aus
einer Brust.
Als dieses Ereignis der Geburten im KZ-Kommando zum ersten Mal in einem Buch und einem Dokumentarfilm aufgearbeitet (2010) wurde, hat die Hamburger Lyrikerin Julietta Fix das Gedicht „Sieben Eichen“ verfasst und diesen Müttern und Kindern gewidmet! Sie hat es der Bürgervereinigung zur Weiterleitung an die Adressaten zugesandt!


09. November 2014

76. Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938 - Vertreibung der Landsberger jüdischen Familien - 90 Jahre Entstehung des Rassenvernichtungswerks „Mein Kampf“ in der Festungshaftanstalt Landsberg - Papst Franziskus am 26.5.2014 zum Gedenken in Yad Vashem (Jerusalem) - 27. April 1945 das Ende des Holocaust in den jüdischen KZ-Lagern des KZ-Kommandos Kaufering.

Anlässlich des Besuches von Papst Franziskus in der internationalen Holocaustgedenkstätte Yad Vashem am 26.Mai 2014 mit seiner epochemachenden Meditation und der 76. Wiederkehr der Reichspogromnacht mit seiner Vertreibung der jüdischen Landsberger Familien lädt die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. am Sonntag , den 09. November 2014 um 15.00 zu einer Gedenkfeier vor dem Gedenkstein für die ermordeten deutschen Juden des KZ-Kommandos Kaufering auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte ein. Anschließend wird eine Führung durch diese Gedenkstätte angeboten.

Der Papst wurde begleitet von Staatspräsident Shimon Peres, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dem Vorstandsvorsitzenden von Yad Vashem Avner Shalev und dem Vorsitzenden des Yad Vashem Gremiums Rabbi Israel Meir Lau. Archiv Yad Vashem

Die Meditation von Papst Franziskus in der Gedenkhalle von Yad Vashem, was Menschen an Schlechtem anrichten können. Ein Wegweiser für die Zukunft! Das päpstliche Dokument in der offiziellen vatikanischen Übersetzung

Bild der „Schwangerenbaracke von Kaufering I“, die 2000 der internationalen Holocaustgedenkstätte von Vorsitzenden der Bürgervereinigung Yad Vashem geschenkt wurde

Die „Schwangerenbaracke“ von Kaufering I, in der im Januar/ Februar 1945 sieben jüdische Kinder geboren wurden. Davor der Geber dieser Baracke Anton Posset, Vorsitzender der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ und Ehrenpräsident der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung e. V. (Privatarchiv Posset)

Diese Frauenbaracke ist in einem zentralen Raum des Holocaustmuseums in Yad Vashem (Jerusalem) ausgestellt und wird vielen Staatsbesuchen in Yad Vashem mit höchster Aufmerksamkeit gezeigt! (Privatarchiv Posset / H. Kratz)

Zu diesem Tag der 76. Wiederkehr der Reichspogromnacht und der Vertreibung der jüdischen Landsberger Mitbürger sind alle Bürger aus allen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Bevölkerungskreisen herzlich eingeladen. Besonders unsere Jugend ist besonders herzlich willkommen, um sich am authentischen Ort des Holocaust, der systematischen Verfolgung der deutschen Juden und der Zerstörung der jüdischen Synagogen im gesamten deutschen Reich zu erinnern und im Sinne der Meditation von Papst Franziskus dieses epochemachenden Ereignisses für eine menschenwürdige Zukunft zu gedenken!

Gedanken zur Erinnerungsarbeit von Prof. Steinbach für die kommenden Generationen! Prof. Steinbach ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte und wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin


14. September 2014 - „Tag des Offenen Denkmals“

Führung und Erklärung durch die Europäische Holocaustgedenkstätte um 14.30 an der Erpftingerstrasse zwischen Landsberg und dem Stadtteil Erpfting

 

In der mehr als zehnjährigen Tradition zum „Tag des Offenen Denkmals“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird auch in diesem Jahr anlässlich dieses Tages erneut eine Führung angeboten. Diese ist deshalb besonders interessant, da im Jahr 2013 die Europäische Holocaustgedenkstätte zu einem „Denkmal von nationaler Bedeutung“ erhoben wurde. Der Denkmaltag 2013 trug das Motto „Jenseits des Guten und Schönen. Unbequeme Denkmale?“ Das nationale Einladungsplakat hat ein Bild dieser Gedenkstätte - als einziges Bild aus Bayern und eines KZs der Bundesrepublik - des ersten Vorsitzenden der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. ausgewählt.

Damit wurde der mehr als 30 jährigen verantwortungsvollen engagierten Erinnerungsarbeit, der Rettung eines Teilgeländes des ehemaligen jüdischen KZ-Kommandos Kaufering VII und des nach 2000 neu geschaffenen „Weges der Menschenrechte und der Menschenwürde“ eine besondere Ehre erwiesen!

In den Jahren von 1983 bis zum Frühjahr 2014 wurden durch Tausende von Arbeitsstunden von engagierten Bürgern die letzten archäologischen Spuren eines Drittels des ehemaligen jüdischen KZ-Kommandos Kaufering VII gemäß Satzung der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert e.V.“ freigelegt und gerettet. Ziel war es, aus dem verwilderten und zerstörten KZ-Gelände einen Ort des historischen Gedenkens an den Judenmord zu schaffen. So entstand hier für die ermordeten jüdischen KZ-Häftlinge aus ganz Europa über ihren Tod hinaus eine würdige Gedenkstätte! Dieses Angebot wurde von den Bürgern und der Jugend aus Landsberg und bayernweit angenommen.

Es ist interessant, was sich in diesem abgelaufenen Jahr 2013 /14 alles verändert und wie in die Konservierung eines Tonröhrenbauwerkes eingegriffen wurde, nachdem die „Unterste Denkmalschutzbehörde der Stadt Landsberg“ und das „Bayerische Landesamt für Denkmalpflege“ (München) darin aktiv tätig geworden sind!

Eingriffe/Veränderung des "Weges der Menschenrechteund Menschenwürde", des Leichenweges (Privatarchiv Posset)

2011 und 2012 wurde eine Machbarkeitsstudie für das Tonröhrenbauwerk 4 mit Unterstützung des „Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege“ erstellt und eine digitale Bodenprospektion zur Erfassung der archäologischen Bodenreste durchgeführt. Um „den Einsturz“ der Tonröhrenbauwerke zu verhindern, wurden im Sommer 2012 von einer Zimmerei Abstützungen im Inneren der drei noch erhaltenen Tonröhrenbauwerke installiert. Diese kommen in ihrer Ausführung dem ursprünglichen Zustand dieses Teils des KZ-Frauenlagers sehr nahe!

 

Die Europäische Holocaustgedenkstätte ist in zwei Teile gegliedert:

1. Der eigentliche Ort des Holocaust /Judenmordes von Kaufering VII mit den Gedenksteinen von 12 europäischen Staatspräsidenten in den Jahren von 1995 bis 2005: ein steinerner Kaddisch (jüdisches Totengebet) aus Gedenksteinen. Dort gedenken diese Staatsmänner ihrer ehemaligen jüdischen Staatsbürger, die in den Lagern des KZ-Kommandos Kaufering gedemütigt, durch „Arbeit vernichtet werden sollten“ und durch Kälte und Unterernährung ermordet wurden für sinnlose Rüstungsbauten der deutschen Luftwaffenproduktion. Diese Forschungsergebnisse wurden fotografisch festgehalten und gesammelt.

 

2.„Der Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“, der zwischen dem eigentlichen Todesweg für die zweirädrigen Todeskarren vom Leichenhaus – heute im Besitz der Stadt Landsberg - zu den Massengräbern des KZ-Friedhofs Erpfting /Kaufering VII lag auf der Ostseite, der Weg der SS-Wachmannschaften zu ihren Wachtürmen auf der Westseite. – Diese archäologischen Spuren lassen zeitgenössische Luftaufnahmen eindeutig erkennen.

 

Aktuelle Situation der Installation "Die Familie" am "Weg der Menschenrechte" (Privatarchiv Posset)

Aktuelle Situtation des Weges des SS-Wachmannschaften zu den Wachtürmen und das Kunstelement "Das Individuum" am "Weg der Menschenrechte"(Privatarchiv Posset)

Baustelle zur Konservierung von Tonröhrenbauwerk 4 (Privatarchiv Posset)

Weg der Menschenrechte - 2007 (Privatarchiv Posset)

Mit dieser Führung soll allen Bürgern, die „guten Willens sind“ (Viktor Frankl), aufgezeigt werden, was einst hier historisch geschah. Wie diese letzten archäologischen Reste von 11 jüdischen KZ-Lagern des KZ-Kommandos Kaufering gesichert, gerettet und bewahrt wurden. Aber gegenwärtig sind durch Eingriffe der dafür verantwortlichen Behörden Veränderungen eingetreten. Wir sollten zu einer gemeinsamen verantwortungsvollen Erinnerungsarbeit zurückkehren. Dies schulden wir uns selbst, unseren Kindern und den kommenden Generationen, wenn wir glaubwürdig 70 Jahre nach diesem „Holocaust vor unserer Haustür“ die Botschaft für den Einsatz der Menschenrechte und Menschenwürde weitergeben wollen!

In diesem Sinne sind alle Bürger und vor allem unsere Jugend 69 Jahre nach dem Ende des Holocaust zu dieser vergleichenden historischen Erkundung und Führung eingeladen. (Telefonische Auskunft Bürgervereinigung 08191 – 22380).

20.7.2014: Radtour durch eine oberbayerische KZ-Landschaft

Durch die Spuren des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering am 20.Juli 2014 zum Gedenken des 70. Jahrestages des gescheiterten Attentats um Stauffenberg und zu deren Ehren: quer durch die oberbayerische KZ-Landschaft neben der herrlichen Barocklandschaft um Landsberg / Kaufering

In der Mitgliederbroschüre der Bürgervereinigung vom August 1987 haben sich die Mitglieder und die Vorstandschaft bei Verteidigungsminister Wörner bei der Namenssuche für die Luftwaffenversorgungsanlage im ehemaligen Rüstungsbauwerk „Weingut II“ eingesetzt. Hier der 27 Jahre alte Text, der noch heute seine Aktualität besitzt:

„Die ehemalige Rüstungsanlage „Weingut II“, heute Luftwaffenversorgungsanlage an der Iglingerstrasse, sucht einen Kasernennamen. Weingut II war eine der drei großen unterirdischen Rüstungsanlagen des Rüstungsprojekts „Ringeltaube“ der Jahre 1944/45 an der Tausende von jüdischen KZ-Häftlingen mitarbeiten mussten im Rahmen des Programms „Vernichtung durch Arbeit“ Weingut II ist der einzige dieser Bunker gewesen, der mit dem Kriegsende nahezu beendet wurde. Dieser Bunker wird heute von der Bundeswehr als Luftwaffenversorgungsanlage verwendet, Die Toten auf dem KZ-Friedhof an der Iglingerstrasse sind Opfer dieses Rüstungsbaus geworden.

Aufgrund dieser Tatsache sah sich die Bürgervereinigung verpflichtet, auch sich bei der Namensgebung zu beteiligen. Da ein Name aus diesem teil der Geschichte nicht gefunden werden konnte, dachte man zunächst an einen Mann des Widerstands des 20. Julis 1944: Generaloberst Erich Hoepner - hingerichtet am 8.8.1944 – Wäre das Attentat vom 20.Juli 1944 gelungen, so wäre es nicht mehr zu diesem Bau gekommen und 11.000 jüdische Menschenleben wären verschont geblieben.

Das Bundesverteidigungsministerium / der Bundesverteidigungsminister Wörner antworteten auf diesen Vorschlag wie folgt: „… Bei der Benennung von Kasernen der Bundeswehr Namen mit Bezug zur Geschichte von Freiheit und Demokratie in Deutschland sowie zur Geschichte der Bundeswehr Vorrang erhalten gegenüber Namen mit Bezug zur deutschen Militär – und Kriegsgeschichte…

Vor dem Weg der Menschenrechte und Menschenwürde (Privatarchiv Posset)

Entdeckung eines Fundaments der SS-Baracken neben der im Bau befindlichen B 17 (Archiv Posset)

Als die Bürgervereinigung dann zwei Persönlichkeiten mit dieser Anforderung vorschlug: den ersten Landsberger Nachkriegsoberbürgermeister Ludwig Thoma und den ehemaligen Verteidigungsminister Dr. h. c. Franz-Josef Strauß, kam folgende Antwort im März 1987: „Zunächst möchte ich ihnen für Ihr neuerlich gezeigtes staatsbürgerliches Engagement danken. Was die von Ihnen angestrebte Namensgebung angelangt, so sieht das hier festgelegte Verfahren vor, dass Vorschläge ausschließlich über den für die jeweilige militärische Anlage zuständigen Kasernenkommandanten dem BMVg vorzulegen sind. Bevor er dies veranlasst, hat er eine Reihe von Klärungen herbeizuführen. Insoweit sind Ihre Aktivitäten ausschließlich an Oberst Mikulcik in Landsberg zu richten“.

Dies taten die Mitglieder der Bürgervereinigung erfolglos, man wählte dann für das mörderische Bauwerk den Namen des mittelalterlichen erfolgreichen Herrscherhauses der Welfen: Welfenkaserne

Die vom Adfc -Kaufbeuren initiierte Spurensuche mit dem Rad hat bewusst den 20. Juli 2014 zur Erinnerung an den 70. Jahrestag dieser Heldentat der Widerständler des 20. Julis 1944 gewählt.

Neben den Spuren von Kaufering VII, daneben die Bundestrasse B 17 (Privatarchiv Posset)

 


Stilles Gedenken vor dem Grab des Landsberger Widerstandskämpfers Fritz Beck auf dem Alten Friedhof in Landsberg

Anlässlich der 80. Wiederkehr des Todestages des Studentenvaters Direktor Fritz Beck findet am 30.6.2014 vor seinem Grab am alten Friedhof – neben der Friedhofskapelle um 17.00 ein stilles Gedenken mit einer Gebindeniederlegung statt

Familiengrab der Landsberger Familie Beck vom Hauptplatz mit dem Grab von Fritz Beck (Privatarchiv Posset)

Erinnerungstafel an den in Frankreich im 1. Weltkrieg gefallenen Familienangehörigen und Infanteristen Felix Beck (Privatarchiv Posset)

Am 30.6.1934 vor 80 Jahren wurde im Zusammenhang mit dem von Hitler sogenannten Röhmputsch in der „Nacht der langen Messer“, der Gründer und Direktor des Münchener Studentenwerkes Fritz Beck, das Gründungsmitglied der Landsberger Studentenschaft und Vertreter der internationalen Studentenschaft in seiner Wohnung in München entführt und dann im Dachauer Moor ermordet. Dies hat seine Schwester und Haushälterin Katharina Toboldt geb. Beck, die ebenfalls auf dem Alten Friedhof begraben ist, in einem langen Interview vor Jahrzehnten als Zeitzeugin berichtet.

Seine Leiche wurde seinen Eltern und Geschwistern dann zur Beerdigung auf dem alten Friedhof übergeben. Dort fand auch unter geheimnisvollen Umständen diese Beerdigung statt. Fritz Beck, den Papst Pius XI. einen seiner „treuesten Söhne“ nannte, war national und international als Studentenvertreter hochgeachtet. Er hat nach dem ersten Weltkrieg intensiv und eng mit dem „Internationalen Roten Kreuz“ zusammengearbeitet, um viele Schicksale von Kriegsgefangenen aufzuklären oder diesen mit Lebensmitteln zu helfen. So ist neben seinem Grabstein eine Erinnerungstafel seines bei Thiaumont 1916 gefallenen Bruders Felix Beck eingelassen, die an diese in diesen Tagen vor 100 Jahren beginnende grausame „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ erinnert.

Dort wird der 1. Vorsitzende der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. und Ehrenpräsident der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V. – der selbst in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im „Fritz-Beck-Haus“ in München sein Werk noch kennen lernen und nutzen durfte - ein Gebinde zur Erinnerung an diesen heldenhaften und aus seinem Glauben orientierten Landsberger Widerstandskämpfer niederlegen.

Alle Bürger aus der Stadt und dem Landkreis Landsberg sind dazu herzlich eingeladen!

Dankschreiben des ungarischen Botschafters in der Bundesrepublik seiner Eminenz Dr. József Czukor

Rückblick auf den 27. April 2014

27. April 2014 - Rückblick

Ein hoher Ehrentag für die ungarischen jüdischen KZ-Häftlinge der 11 jüdischen KZ-Kommanden von Kaufering am 69. Jahrestag der Befreiung dieser KZ-Kommanden durch amerikanisch- französische Armeeeinheiten

Ein ungarisch-deutscher Mitbürger aus Heilbronn machte die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert e.V.“ nach der Gedenkansprache vom 27.1.2014 im KZ - Sachsenhausen durch seine Eminenz, den Herrn Botschafter Ungarns Dr. Czukor auf dessen Gedenkrede dort aufmerksam. Seine Botschaft fiel auf ein bereites Ohr. Und so bat der Vorsitzende der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. und Ehrenpräsident der „Europäischen Holocaustgedenkstätten Stiftung e. V.“ den Herrn Botschafter zum 69. Jahrestag der Befreiung der jüdischern KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering und zum 70. Jahrestag der ersten Ankunft der ungarischen jüdischen KZ-Häftlinge am 18.6.1944 eine Einladung für den 27.4.2014 anzunehmen.

Es entwickelte sich ein schneller, intensiver und erfolgreicher Austausch für diesen Besuch.

Der Vorsitzende A. Posset bedankte sich bei der Begrüßung zur Gedenkfeier am 27.April 2014 für die große Bereitschaft und Hilfe der ungarischen Regierung als sie beim Zusammenbruch des „Eisernen Vorhangs“ für unsere Landsleute, die aus Prag nach Budapest flüchteten, die Zäune nach dem Westen durchschnitten und so diesen die Freiheit schenkten. Und zweitens, dass wir mit unserem Grundgesetz von 1949 bei der Neuschaffung der ungarischen Republik nach der Wende einen wesentlichen Beitrag leisten durften.

Anschließend stand die Gedenkrede seiner Eminenz des Botschafters von Ungarn in der Bundeshauptstadt Berlin Dr. József Czukor im Mittelpunkt. Er war eigens für diese Gedenkfeier am 27.April 2014 von Berlin hierher gekommen und selbst der an diesem Tag einsetzende Regen hat weder ihn noch Generalkonsul Tamas Antal Mydlo aus München und die Besucher aus Schwaben/Kaufbeuren nicht abgehalten hierher zu kommen und einige Zeit am ehemaligen Apellplatz vor den Sanitärbaracken auszuharren!

Seine Gedenkrede brachte die zurzeit in Ungarn aufbrechende Frage des 70. Jahrestages der Auslieferung der ungarischen Juden nach Auschwitz - Birkenau – wo 400.000 ungarische Kinder, Frauen, Greise, kranke und schwache Menschen sofort vergast wurden - zur Sprache. Seine Worte und Zitate waren von großer Bedeutung! Denn Ungarn begeht in diesem Jahr 2014 den 70. Jahrestag des Beginns der Deportation seiner jüdischen Mitbürger nach Auschwitz als das „Nationale Holocaustgedenkjahr 2014“. (Diese Gedenkrede kann ab Mitte Juni unter der Postfachadresse „Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. Postfach 11 32, 86881 Landsberg /Lech kostenlos bestellt werden!)

Nach dem Ende dieser bewegenden und tiefgreifenden Gedenkrede wurde vor den ungarischen Gästen und den weiteren Besuchern in Stille zu Ehren der im KZ Kommando Kaufering 1944/45 ermordeten und vernichteten ungarischen Juden die ungarische Nationalhymne gespielt! Die ungarische Botschaft stellte für diesen Anlass die Nationalflagge Ungarns zur Verfügung.

Anschließend sprach der Präsident von „Souvenir Francais“ (Kriegsgräbervereinigung) in Bayern Pierre König, er legte ein Bouquet vor dem Gedenkstein des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac nieder. Alle Teilnehmer folgten aufmerksam der französischen Nationalhymne. Und dann zeichnete er im Auftrag des Heeresinspekteurs und Generalpräsidenten von "Souvenir Francais" Gérard Delbauffe (Paris) Herrn Posset mit dem Ehrendiplom von „Souvenir Francais“ aus für seine bisher erbrachten Arbeiten zur Erinnerung an die hier ermordeten und überlebenden französischen Staatsbürger sowie für die langjährige deutsch-französische Verständigungs/Versöhnungsarbeit.

Das weitere Programm wurde gemeinsam mit dem jungen Landsberger Gymnasiasten Stephan Albrecht entwickelt und gestaltet. Es standen Gedichte, die von jüdischen KZ-Häftlingen in den Kauferinger KZ-Lagern verfasst wurden oder unmittelbar nach der Befreiung im April 1945 entstanden im Mittelpunkt. Sie wurden jeweils an den entsprechenden Gedenksteinen der Staatspräsidenten vorgetragen.

1. Zuerst Gedichte, die im KZ-Lager Kaufering III von dem ungarisch sprachigen Professor Laszló Salamon verfasst wurden. Darunter ein Verwünschungsgedicht des Ortes, der diesen 11 KZ-Lagern seinen Namen gegeben hat!

2. Vor dem litauischen Gedenkstein das Gedicht „To the Redeemer - An den Erlöser“ des litauischen Überlebenden Levi Shalit, das der junge Gymnasiast Stephan Albrecht in der Originalsprache vorgetragen hat!

3. Vor dem Gedenkstein des verstorbenen österreichischen Bundespräsidenten Dr. Thomas Klestil – an dessen Übergabe durch den Generalkonsul der Republik Österreich 1992 Herr Landtagsabgeordneter und Staatsminister Dr. Th. Goppel – teilgenommen hat: es wurden die Worte des Ehrenmitglieds der Bürgervereinigung Prof. Viktor E. Frankl, die dieser am 10.11.1984 bei der Übergabe des ersten Gedenksteines in Kaufering III gesprochen hat: „Geschändete und Geopferte mahnen Euch - Menschen lasst nicht ab vom Streben nach Frieden, Freiheit und Recht“ in Erinnerung gerufen. Anschließend stellte sich damals Prof. Viktor E. Frankl den Fragen junger Mitbürger und Besucher im Sportzentrum Kaufering.

4. Vor dem Mutter-Kinddenkmal wurde das Gedicht „Sieben Eichen“ für die im KZ-Kommando Kaufering I im Januar /Februar 1945 sieben geborenen Kindern vorgetragen. Dieses schrieb vor wenigen Jahren die deutsche Lyrikerin Julietta Fix und widmete es diesen Müttern und Kindern.

5. Den Abschluss bildete das weltberühmte Gedicht „Die Todesfuge“ des jüdisch-deutsch-französisch sprachigen Lyrikers Paul Celan. Ihm hat der Vorsitzende Anton Posset eigens eine Rose neben den 12 weiteren Rosen für die 12 KZ-Lager Kaufering / Landsberg gewidmet! Der Gedenkstein der Bürgervereinigung ist in seiner Symbolik genau auf dieses Gedicht abgestimmt.

Alle Besucher waren sich ob der hohen Qualität dieser Gedenkrede und der Gedenkfeier einig, dass dies ein gelungener und würdiger Gedenktag für diesen 69. Jahrestag der Befreiung der jüdischen KZ-Lager und des KZ-Lagers Landsberg mit 360 französischen Widerstandskämpfern war. Bedauert wurde die Abwesenheit – bis auf den Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Goppel - der politisch und regional verantwortlichen Prominenz und der regionalen und überregionalen Presse, die sich daran ein Beispiel hätten nehmen können, was bürgerschaftliches Engagement imstande ist zu gestalten. Die Beachtung in einer breiten internationalen Öffentlichkeit ist dabei ganz besonders zu beachten und zu berücksichtigen! Hier haben Bürger verschiedenster Altersstufen - von 7 Jahren bis zum 80 Lebensjahr teilgenommen und auch die aktive Einbindung von jugendlichen Mitbürgern war hier sehr gelungen!

Ankunft seiner Eminenz des ungarischen Botschafters Dr. József Czukor, des Generalkonsuls Ungarns in München Tamas Antal Mydlo, MdL Dr. Thomas Goppel, Staatsminister a. D. und des Gründers und Vorsitzenden seit 32 Jahren der Bürgervereinigung Anton Posset (Photo Stephan Albrecht)

Auf dem Weg zum ungarischen Präsidentenstein des ehemaligen Staatspräsidenten Árpád Göncz (1995) mit dem Gedenkkranz (Privatarchiv Anton Posset)

Ansprache seiner Eminenz Dr. József Czukor vor dem Gedenkstein (Archiv König)

Gedenken seiner Eminenz Dr. József Czukor vor dem Gedenkkranz zu Ehren der ermordeten ungarischen jüdischen KZ-Häftlinge des KZ-Kommandos Kaufering. Es wurde die ungarische Nationalhymne zu deren Ehren abgespielt. (Privatarchiv Posset)

Widmung eines Rosenstrausses für die 12 KZ-Lager in Landsberg/Kaufering und dem Landkreis. Eine Rose war für dem deutsch-französischen-jüdischen Dichter Paul Celan gewidmet. (Privatarchiv Posset)

Vortrag des Gymnasiasten Stephan Albrecht des Gedichtes des litauisch-israelischen Überlebenden Levi Shalit „To the Redeemer – An den Erlöser“ vor dem litauischen Präsidentengedenkstein. (Privatarchiv Posset)

Erinnerung an das verstorbene Ehrenmitglied der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. und österreichischen Überlebenden Prof. Viktor E. Frankl vor dem österreichischen Präsidentenstein. (Privatarchiv Posset)

Übergabe des Ehrendiploms durch den Präsidenten von „Souvenir Francais“ in Bayern, Pierre König, im Auftrag des Generalpräsidenten von "Souvenir Francais" und Heeresinspekteurs Gérard Delbauffe (Paris) an Anton Posset für seine Erinnerungsarbeit für die französischen KZ-Häftlinge im KZ-Kommando Kaufering / Landsberg sowie für seine längjärhrige deutsch-französische Aussöhnungsarbeit. (Privatarchiv Posset)


27. April 2014

Einladung zur Gedenkfeier am Sonntag, den 27. April um 11.00 Uhr vor dem Gedenkstein des ehemaligen ungarischen Staatspräsidenten Árpád Göncz von 1995 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte am Ort der Erinnerung

Anlässlich des 69.Jahrestages der Befreiung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering am 27.4.1945 durch alliierte Truppen und des 70. Jahrestag der ersten Ankunft der ersten ungarischen KZ-Häftlinge am 18.6.1944 auf dem Deportationsbahnhof von Kaufering werden seine Eminenz der Botschafter der Republik Ungarn in Berlin und der Vorsitzende der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ eine Gedenkveranstaltung ausrichten, um das Andenken der toten und ermordeten jüdischen KZ-Häftlinge zu ehren.

Begrüßung der Gäste durch den Ehrenvorsitzenden der Europäischen Holocaustgedenkstätte.

Gedenkansprache durch seine Eminenz den Botschafter Ungarns Dr. József Czukor

Botschafter Dr. József Czukor in seinem Arbeitszimmer in der Botschaft Ungarns in Berlin vor der ungarischen Nationalflagge und der Europafahne. (Archiv Botschaft Berlin)

Der Gedenkstein des ehemaligen ungarischen Staatspräsidenten Árpád Göncz aus dem Jahre 1995 – und der Gedenkstein des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac am Ort der Erinnerung. (Privatarchiv Posset)

Im Vordergrund das Kinderdenkmal für sieben in Kaufering 1 im Januar / Februar 1945 geborenen Kinder – im Zentrum die Gedenksteine von 12 europäischen Staatspräsidenten – auf der rechten Seite die Tonröhrenunterkünfte der weiblichen jüdischen KZ-Häftlinge von Kaufering VII. Dort werden auch einige Photodokumente zu sehen sein. (Privatarchiv Posset)

 

Der weitere Verlauf der Gedenkfeier soll dieses Mal unter dem Leitgedanken stehen: „Mein Geist und meine Seele bei den Brüdern und Schwestern im KZ -Kommando Kaufering“ - Lyrik, die in diesem KZ-Kommando Kaufering während der KZ-Zeit oder nach der Befreiung entstanden ist!

Das verstorbene Ehrenmitglied der Bürgervereinigung und der Überlebende von Kaufering III und Kaufering VI Prof. Viktor E. Frankl, schrieb in seinem Werk „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ über diese Zeit: „… Die geistige Freiheit des Menschen, die man ihm bis zum letzten Atemzug nicht nehmen kann, lässt ihn auch noch bis zum letzten Atemzug Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten…. Wir haben den Menschen kennen gelernt wie bisher noch keine Generation. Was also ist der Mensch? Er ist das Wesen, das immer entscheidet, was es ist. Er ist ein Wesen, das die Gaskammern erfunden hat; aber auch zugleich das Wesen, das in die Gaskammern gegangen ist, aufrecht und ein Gebet auf den Lippen…“

 Er hat am 10.11.1984 seine Botschaft über diese Zeit an die kommenden Generationen mit den Worten bei der Enthüllung der ersten Gedenktafel in Kaufering III für die Opfer und Ermordeten aller Konzentrationslager so formuliert: „Geschändete und Geopferte mahnen Euch- Menschen lasst nicht ab vom Streben nach Freiheit, Frieden und Recht!“

So werden Gedichte von Überlebenden vor dem ungarischen Gedenkstein des Professors Dr. László Salamon, der mit der Nummer 71 282 im ersten Transport von der Rampe in Auschwitz Birkenau nach Kaufering kam – ebenso ein Gedicht des litauischen Überlebenden Levi Shalit vor dem litauischen Gedenkstein und vor dem polnischen Gedenkstein des polnisch-israelischen Überlebenden Stanislaw Wygodski vorgetragen.

"Kaufering"– von László Salamon ( 1891 – 1983) aus seinem 20bändigen Werk mit Gedichten und Essays. (Aus: Dorothea Heiser, Mein Schatten in Dachau, Geschichte und Biographien der Überlebenden und Toten des Konzentrationslagers, München 1993)

Vor dem Kinderdenkmal wird ein Gedicht, der deutschen Lyrikerin Julietta Fix, das sie den sieben in Kaufering I geborenen Kindern und deren Müttern gewidmet hat.

Abschließend wird vor dem symbolreichen Gedenkstein der Bürgervereinigung für die ermordeten deutschen Juden das weltberühmte Gedicht „Die Todesfuge“ des deutsch-französischen Dichters Paul Celan vorgetragen.

Den Abschluss bilden die Nationalhymnen von Ungarn – Deutschland und die Europahymne.

Botschafter Dr. József Czukor und der Vorsitzende der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. sowie Ehrenvorsitzende der Europäischen Holocaustgedenkstätten Stiftung möchten herzlich zu dieser Gedenkveranstaltung einladen. Weitere Informationen können unter der Telefonnummer 08191 - 22380 erhalten werden!


27. Januar 2014

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

„Der Holocaust, eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit!“ (Papst Emeritus Benedikt XVI. am 30. November 2005 )

Gedenkfeier zum 69. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und seiner 40 Außenlager am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten vor dem Gedenkstein der am 25.Oktober 1944 bis heute 471 namenlosen jüdischen KZ-Häftlinge von Kaufering VII nach Auschwitz-Birkenau als „arbeitsunfähige und rücküberstellte KZ- Häftlinge“ zum Vergasen in den dortigen Krematorien.

Montag, den 27. Januar 2014 um 15.00 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte.

Vor 70 Jahren kam im Jahre 1944 (18.6.1944) der erste Deportationstransport aus Auschwitz mit 1000 jüdischen ungarischen Juden am Bahnhof in Kaufering an. – am 25.10.1944 fuhr der letzte Deportationstransport von Kaufering mit 1000 jüdischen KZ-Häftlingen des KZ-Kommandos Kaufering als „arbeitsunfähige und invalide Häftlinge“ zum Vergasen nach Auschwitz. 471 dieser Häftlinge - fast die Hälfte - waren aus dem KZ-Kommando Kaufering VII. Bis heute konnten deren Namenslisten in keinem Archiv aufgefunden werden.

Für 471 namenlose deportierte jüdische KZ-Häftlinge mach Auschwitz-Birkenau, Privatrarchiv Posset

Im September 2012 konnte der jüdisch –litauisch –amerikanische KZ-Überlebende Dr. Jack Brauns am Kaufering Bahnhof noch für seinen Lebensfilm „The mosaic of my life“ mit seiner Tochter dort Filmaufnahmen machen, wo er einst vor 70 Jahren aus Kaunas mit seinem Vater - dem Leiter des Seuchenkrankenhauses in Kaunas - ankam. Die Schienenschwellen waren schon abmontiert. Wenige Monate später musste jener Ort der Ankunft /Abfahrt der Deportationszüge für das KZ-Kommando Kaufering) einem Parkplatz weichen!

Bild von Dr. Jack Brauns - Filmaufnahmen im September 2012 mit Dr. Brauns: Was vom Deportationsbahnhof in Kaufering blieb!, Privatrarchiv Posset

Anders ist man in der Erinnerung an die Deportationszüge nach dem Osten in Frankreich umgegangen. Der Transportbahnhof Bobigny für 63 jüdische Deportationszüge wurde mit Hilfe der französischen Staatseisenbahn SNCF zu einem „Gedenkort der Shoah“ umgestaltet. Unter diesen französischen Deportierten waren später die KZ - Überlebenden von Kaufering VII / IV: Charles Baron, Maxi Librati, Gabriel Benichou.

Bild von Gare de Bobigny - Erinnerungsmauer mit Bild vom Dportationsbahnhof Bobigny - Frankreich, Privatrarchiv Posset

Die Besucher der Gedenkstätte Bobigny finden heute dort auf dem Boden eine Europakarte für die jüdischen Transporte nach Auschwitz-Birkenau. Dort können sich die Besucher die europäische Dimension des Holocaust betrachten. Es sind sogar die Fahrzeiten der Transportzüge durch das Deutsche Reich angegeben. Dies wäre auch in Kaufering bis zum Jahre 2012 noch möglich gewesen, um unserer Jugend die europäische Dimension der Deportationszüge von Auschwitz - Birkenau ins KZ-Kommando Kaufering / und zurück auf historischer Grundlage zu verdeutlichen.

Aus diesem Anlass wird auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte eine Gedenkfeier an diese Deportationszüge für die 11 jüdischen KZ-Kommanden von Kaufering durchgeführt!

Aber es gibt noch einen anderen gewichtigen Grund: An diesem Tag sollte auch an einen deutschen Mitbürger erinnert werden, der damals als Aufsichtsperson in einem Kauferinger KZ-Kommando eingesetzt wurde. Er hat gezeigt, dass auch der persönliche Einsatz im KZ-Lagerleben möglich war.

Ein historisches „Dankschreiben“ - 44 Tage nach ihrer Befreiung vom 27.4.1945 schrieben ehemalige jüdische KZ-Häftlinge eines Kauferinger KZ-Kommandos folgenden Brief für einen ihrer Bewacher – legt dafür ein historisches Zeugnis ab.

München, den 10. Juni 1945

Dankschreiben

„Wir Unterzeichnete gewesene jüdische Häftlinge erklären hiermit Herrn … unseren aufrichtigsten Dank für die während unserer Schutzhaft im Arbeitslager Kaufering von Mitte Juni 1944 bis Ende April 1945 erwiesene Hilfe und Schutz, die es uns ermöglichte diese schreckliche Leidenszeit einigermaßen zu überstehen.

Herr …. , der von der Wehrmacht, da er nicht mehr frontdiensttauglich war als Unteroffizier zwangsweise zu unserer Bewachung versetzt wurde, war vom ersten Tage an ein stets hilfsbereiter und anständiger Kommandoführer und Posten.

Herr … hat uns mehrmals vor Schlägen von Seiten der Bewachung oder von den während der Arbeit uns kontrollierenden O.T. Leuten durch Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit bewahrt und beschützt, so dass wir oft für sein weiteres Schicksal von Seiten der SS befürchtet haben. Herr … hat und wenn nur irgendwie möglich seine Verpflegung zur Verfügung gestellt oder für uns aus seinen eigenen Mitteln Lebensmittel privat gekauft. Stets hat er uns mit neuesten Radiomeldungen unterrichtet und uns Zeitungen ins Lager geschmuggelt. Er hat uns dauernd getröstet und erklärt, dass er und ca. 15 – 20 seiner Kameraden eine Aggression von Seiten der SS auf unser Leben, wenn nötig mit Waffengewalt verhindern würde, was uns einen großen seelischen Auftrieb gab. Wir hatten somit das feste Vertrauen , dass uns in Kaufering nichts passiert wäre, was ja auch der Fall war, da sogar die oberen Stellen von der Unzuverlässigkeit der Wehrmachtsposten für ihre Zwecke Kenntnis erhielten und daher wohl auch die Auflösung und der Abtransport der gesamten dort oben befindlichen Lager nach Dachau in Gang gesetzt wurde. Zu erwähnen wäre noch, dass uns Herr.. wenn er selbst eben wusste, vor Lagerkontrollen warnte, und uns somit vor Überraschungen und deren Folge bewahrte. Nur das Kriegsende hat Herrn…vor der Überstellung und Bestrafung gerettet, da kurz zuvor ein Häftling aus seinem Kommando entfliehen konnte.

Diese oben erwähnten Tatsachen waren im ganzen Lager bekannt und waren sein Name im ganzen Lager aufs Höchste verehrt. Wir Unterfertigten möchten hiermit Herrn…, dem wir unendlichen Dank schulden, durch dieses Schriftstück eine Gewähr für seinen Charakter und seine Gesinnung geben und wünschen ihm für sein ferneres Leben alles Gute und viel Glück.“

 

Die Unterschriften wurden am 5.8.1945 durch den Präsidenten des nationalen rumänischen Häftlingskomitee bestätigt und vom Zentralkomitee der befreiten jüdischen Häftlinge in Bayern - Jewish Information Office Sub UNRRA Team Nr. 100 Munich - am 14.9.1945 als richtig anerkannt. Es folgen 27 Unterschriften und Wohnortsangaben mit den jeweiligen Häftlingsnummern – deren Richtigkeit aufgrund historischer Quellen auf deren wahrheitsgemäße Aussage überprüft werden konnte.

Die diesem Mitbürger zustehende – wenn auch posthume – Anerkennung wurde nie von einer offiziellen Seite angeregt oder ihm erwiesen. Jedoch ist es nie zu spät!

 

Alle Bürger, die Mandatsträger aller politischen Parteien, die Pfarrer aller Religionen, die Soldatinnen und Soldaten, Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten mit ihren Schülerinnen und Schülern sind zu dieser Gedenkfeier anlässlich des „Internationalen Holocausttages der Vereinten Nationen“ gemeinsam die Erinnerung an diese Vergangenheit und eine würdig gestaltete Zukunft für die Bewahrung der Menschenrechte und Menschenwürde, herzlich eingeladen!


9.November 2013

9.November 1938 – 9.November 1983 – 9.November 2013

75.Jahrestag der Reichspogromnacht – Vertreibung der Landsberger Juden

30.Gründungstag der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V.

Erhebung der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ zu einem „Denkmal von nationaler Bedeutung“

Anlässlich dieser drei epochemachenden Ereignisse lädt die „Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ am Samstag, den 9. November 2013 um 15.00 zu einer Gedenkfeier vor dem Gedenkstein des slowakischen Staatspräsidenten Gasparovic ein. Anschließend wird eine Führung durch die Gedenkstätte angeboten

Die „Europäische Holocaustgedenkstätte - ein Denkmal von nationaler Bedeutung“ am 19. Oktober 2013, Privatrarchiv Posset

 

Dreißig Jahre :Erinnerungsarbeit und Aussöhnung mit jüdischen KZ-Opfern

Im Oktober 1983 forderte der Bayerische Ministerpräsident Dr. h. c. Franz-Josef Strauß Herrn Oberstudienrat Anton Posset in einem persönlichen Brief nach einer erfolgreichen Teilnahme am „Schülerwettbewerb deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten“ mit dem Thema „Rüstungsprojekt „Ringeltraube und das jüdische KZ-Kommando Kaufering 1944/45“ auf, die von ihm als denkmalfähig ernannten KZ-Erdbunkern mit dem Engagement der Bürger von Kaufering/Landsberg mit Leben zu erfüllen. Es sollte ein Mahnmal gegen den Totalitarismus und den Rassismus werden.

Anlässlich einer Gedenkfeier am 9. November 1983 zum 45. Jahrestag der Reichspogromnacht auf dem KZ-Friedhof von Kaufering I wurde im Anschluss die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. von Mitbürgern gegründet. Dabei war ein durch seine Haft gelähmter jüdischer Auschwitz /Mauthausenüberlebender und ein ehemaliger deutscher KZ-Häftling aus Landsberg.

In 30jähriger mühsamer schwerer Bürgerarbeit gegen viele Widerstände wurde für die Erinnerung an den Holocaust 1944/45 in den Kauferinger KZ-Lagern - von der Ankunft der ersten jüdischen KZ-Häftlinge aus Auschwitz-Birkenau bis zu den Todesmärschen von Kaufering und der Befreiung am 27. April 1945 von alliierten Armeeeinheiten - und zur Aussöhnung mit den jüdischen KZ-Opfern aus dem zerstörtem und verwüstetem Gelände des ehemaligen KZ-Kommandos Kaufering VII ein „Denkmal von nationaler Bedeutung“ geschaffen.

Durch die Rockergruppe „Devil Knight“ - „DK“ an der Front des Bauwerkes - zerstörte Tonröhrenbauwerke 1982 / 1983, Archiv Anton Posset

Das Tonröhrenbauwerk ist im Mai 2006 in Etappen zusammengebrochen, Archiv Anton Posset

Gerettete Tonröhrenbauwerke 2012 – Bild (Copyright Anton Posset) für die nationale Einladung der „Stiftung Deutscher Denkmalschutz“ des „Tages des offenen Denkmals“ am 8.9.2013

Die Geschichte dieses letzten Kapitels des Endes des Holocaust vor den Toren Landsberg wird nicht mit dem Tod der Überlebenden enden, sondern das Vermächtnis der bisherigen Arbeit ist es, sich auch künftig für die Versöhnung und der Achtung der Menschenrechte in Europa einzusetzen. Der „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ an diesem Ort, wo 1944/45 die ermordeten und zu Tode gequälten jüdischen KZ-Häftlinge zum Massengrab mit großen zweirädrigen Karren transportiert wurden, steht hier nicht nur als ein Symbol.

Wir fühlen uns an diesem Ort den Worten – jüngst in Freiburg gesprochen - des Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen verpflichtet: „Vielleicht liegt die Hauptaufgabe christlicher Erinnerung darin, die Wunden offen zu halten, nicht zu versuchen, das Unvorstellbare plausibel zu machen, den Abgrund zuzuschütten“. Ganz im Sinne der ökumenischen „Pax Christi – Bewegung“. Durch unsere Erinnerungsarbeit „können wir nicht politische und völkerrechtliche Probleme lösen, sondern ein neues Klima der Verständigung, der gegenseitigen Vergebung und einer neuen Achtung bereiten.

Dies ist uns in den vergangenen 30 Jahren gelungen: Unser Landkreis Landsberg und die Stadt Landsberg sind zu einer „Gedenk –und Erinnerungslandschaft“ für as Ende der Shoah geworden. Die „Europäische Holocaustgedenkstätte“ ist ein authentischer Ort.

Der Erfolg dieses Strebens wurde durch den Besuch zweier religiöser israelischer Juden - Söhne eines Überlebenden - der Gedenkstätte am 23.10.2013 gekrönt. Diese haben vor einem Gedenkstein einen Kaddisch gebetet und eine Erinnerungskerze aus Israel entzündet.

Das jüdische Totengebet vor dem slowakischen Gedenkstein erhebt diese Gedenkstätte zu einem „Denkmal von internationaler Besdeutung“, Privatrarchiv Posset

Zu diesem Tag der 75. Wiederkehr der Reichspogromnacht und dem 30. Gründungstag der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ sind alle Bürger aus allen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Kreisen herzlich eingeladen. Besonders unsere Jugend ist hier herzlich willkommen, um sich an einem authentischen Ort des Holocaust, der Reichspogromnacht auch in Landsberg und der Vertreibung der Landsberger jüdischen Bevölkerung unserer eigenen Vergangenheit zu vergewissern.

In der nächsten Zeit wird hier unter der Rubrik „Aktuelles“ eine Bilddokumentation der erfolgreichen 30- jährigen Erinnerungs- Aussöhnungsarbeit der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. veröffentlicht.

C

Zum ersten Mal erscheint anlässlich des „Tages des offenen Denkmals“ am 8.9.2013 ein Bild der Europäischen Holocaustgedenkstätte auf dem nationalen Einladungsplakat für diesen Tag. Die Gedenkstätte hat nationale Aufmerksamkeit von Flensburg bis Berchtesgaden und von Dresden bis Trier erreicht.

Dieses Bild wurde als einziges Bild aus dem Bundesland Bayern für das nationale Plakat ausgewählt und befasst sich als einzige Darstellung mit einem ehemaligen jüdischen KZ-Kommando und seinen authentischen, archäologischen Überresten in Deutschland.

Es entspricht genau dem Motto dieses Tages:„Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale? (siehe hierzu: http://tag-des-offenen-denkmals.de/thema/plakat.html)

Es ist gelungen, diesen Tag in zwei Teile zu gliedern:

Am Samstag, den 7. September 2013 findet die offizielle Eröffnung – Gedenkakt - für Bayern mit verantwortlichen Politikern und deren Redebeiträgen statt.

Am Sonntag, den 8. September 2013 gibt es dann eine Reihe von Führungen, die unseren Mitbürgern gemäß dem nationalen Motto dieses Tages zeigt, wie aus jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit aus einem verwahrlosten Grundstück ein „Denkmal von nationaler Besdeutung“ entstanden ist.

 

1983 - 2013

30 Jahre Erinnerungsarbeit der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V.

 

Von einem zerstörten Stück bayerischer Heimat zu einem „Denkmal von (inter)nationaler Bedeutung“.

30 Jahre mühsamer Bürgerarbeit für die Erinnerung an den Holocaust in den Jahren 1944 -1945 - von der Ankunft der ersten jüdischen KZ-Häftlinge aus Auschwitz-Birkenau bis zu den Todesmärschen von Kaufering und der Befreiung am 27. April 1945 von alliierten Armeeeinheiten.

Durch die Rockergruppe „Devil Knight“ - „DK“ an der Front des Bauwerkes - zerstörte Tonröhrenbauwerke 1982 / 1983 – „Denkmale von (inter)nationaler Bedeutung“.

Gerettete Tonröhrenbauwerke 2012 – Bild (Copyright Anton Posset) für die nationale Einladung der „Stiftung Deutscher Denkmalschutz“ des „Tages des offenen Denkmals“ am 8.9.2013 „Ein Denkmal von (inter)nationaler Bedeutung“

 Programm:

Am Vorabend, am Samstag, den 7. September 2013 um 17.00 findet in Gegenwart und mit Redebeiträgen ranghoher Politiker und eines Überlebenden die Eröffnung des nationalen „Tages des offenen Denkmals“ auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte öffentlich statt. Dazu sind alle Bürger ohne Voranmeldung herzlich eingeladen!

Organisation und Einladung gemeinsam mit dem Herrn Vorsitzenden des Landesdenkmalrates Dr. Goppel und Herrn Direktor Karl Freller auf Anregung von Herrn Anton Posset. Herr Dr. Goppel will sich für die Redefolge der Redner noch kleine „Freiheiten“ offen lassen!

Herr Abba Naor, Tel Aviv, Überlebender des KZ-Kommandos Kaufering X (Utting) und Mitglied des Stiftungsrates der „Stiftung Bayerische Gedenkstätten“

Herr Karl Freller, Direktor der „Stiftung Bayerische Gedenkstätten“ und MdL

Herr Mathias Neuner, Oberbürgermeister von Landsberg

Herr Anton Posset, Vorsitzender der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. und Ehrenpräsident der „Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung“ e.V.

Herr Dr. Thomas Goppel, Vorsitzender des Landesdenkmalrates und MdL

 

Der „Gedenkakt“ wurde am 21.8.2013, am Morgen nach der Kranzniederlegung der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im KZ - Dachau , von den einladenden Herren abgesagt!

 

Der vorläufige Programmablauf für den Sonntag, den 8. September 2013

 An diesem Tag sind vier Führungen mit einem Fachhistoriker vorgesehen. Dabei werden Industrie und Technik dieses nationalen Denkmals und den archäologischen, authentischen Überresten eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet!

(Nur mit einer Führungsgruppe kann das „Denkmal von (inter)nationaler Bedeutung“ besucht werden).

1. Um 10.30 vor dem „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“

 2. Um 13.00 wie bei der ersten Führung

 3. Um 15.00 wie bei der ersten Führung

 4. Um 17.00 eine Fahrradtour durch die drei jüdischen KZ-Kommanden (Kaufering VII – Kaufering XI - Kaufering I) im Stadtbereich der Stadt Landsberg.

Das „Denkmal von nationaler Bedeutung“ kann sonst öffentlich nach einer Voranmeldung unter der Telefonnummer 08191 - 22380 besucht werden.

Zu diesem „Tag des offenen Denkmals“ 2013 sind alle Bürger aus allen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Kreisen herzlich eingeladen. Besonders unsere Jugend ist hier herzlich willkommen, um an einem authentischen Ort sich unserer eigenen Vergangenheit zu vergewissern.

 Aus Planungs- und Sicherheitsgründen ist eine vorherige Anmeldung bis zum 6.September 2013 unter der Telefonnummer 08191 – 22380 oder 5867 dringend erbeten und erwünscht! Für unsere auswärtigen Besucher weisen wir auf unseren Routenplaner hin:

http://www.buergervereinigung-landsberg.de/gedenkstaette/kzgedenk/oeffnungszeiten/oeffnungszeiten.htm


23.April 2013

„Es fällt nicht leicht in diesem Abgrund des Bösen zu graben…. Man ist versucht sich schauernd abzuwenden, und sich zu weigern zu sehen und zu hören: Das ist eine Versuchung, der man widerstehen muss.“ Primo Levi, italienischer Holocaustüberlebender

68. Jahrestag der Befreiung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering und des „SS-Arbeitslagers Landsberg“

Dienstag, den 23. April 2013 um 15.00 auf der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ in Landsberg

Gedenkansprachen und Kranzniederlegungen gemeinsam mit der französischen Gedenkvereinigung „Souvenir Français“ aus Equeurdreville –Hainneville mit 22 jugendlichen Franzosen und einigen ihrer Eltern und Grosseltern.

50 Jahre Élysée-Vertrag: Die Nationalfarben der beiden Vertragspartner vereinigen sich vor dem Hintergrund der 12 Sterne der Europafahne

Im aktuellen Kontext ist der fünfzigste Jahrestag des Élysée-Vertrags die Gelegenheit, vor allem die jüngere Generation daran zu erinnern, dass Versöhnung kein leeres Wort ist, sondern der Weg, den unsere Länder tatsächlich in der Geschichte gegangen sind und der allen Menschen guten Willens offen steht “ - Kardinal André Vingt-Trois (Paris) und Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), Vorsitzende der französischen und deutschen Bischofskonferenz zum Jubiläum des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages.

Eine Jugendgruppe mit 22 Personen und 8 Erwachsene von „Souvenir Français“ aus Equeurdreville haben die lange Fahrt von Cherbourg (Ärmelkanal) nach München auf sich genommen, um hier an den KZ-Gedenkstätten in Landsberg und Dachau zu gedenken. Am 6. Juni 1944 landeten die alliierten Truppen an der Küste der Normandie und befreiten Westeuropa vom der nationalsozialistischen Herrschaft. Die 101. amerikanische Luftlandeeinheit hat am 27.April 1945 das KZ-Kommando Kaufering befreit!

50 Jahre Frieden und Versöhnung zwischen den ehemaligen Erbfeinden haben der General Dr Gaulle und der Bundeskanzler Konrad Adenauer mit diesem Vertragswerk geschaffen. Sie haben einem neuen Miteinander zum Durchbruch verholfen.

Vor diesem europäischen Hintergrund wollen die jungen französischen Bürger und deren Eltern und Grosseltern im Raum Landsberg dieses Ereignisses gedenken. Sie haben hierbei die Unterstützung des deutsch-französischen Jugendwerkes und des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge erhalten! Dabei wollen sie sich an zwei Gedenkorten der nazistischen Barbarei sammeln und gedenken:

Dem „SS-Arbeitslager Landsberg“ auf dem Fliegerhorst ihrer Landsleute gedenken, die hier als französische Widerstandskämpfer am 14.7.1944 aus Frankreich deportiert wurden und bis zum Todesmarsch am 24. April 1945 leben und arbeiten mussten.

Von der Bürgervereinigung 1995 – anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung - gestiftete Erinnerungstafel auf dem Fliegerhorst Penzing vor der Turnhalle der Kaserne. Privatrarchiv Posset

Herrn Oberst und Standortältesten Klaus Schuster und Herrn Hauptmann Hammer (Kasernenkommandant) gilt unser Dank für die freundliche Unterstützung am historischen Ort mit den französischen Gästen dieses Gedenken abhalten zu können.

Und auf der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ für die rassistischen Opfer und Überlebenden des nationalsozialistischen Rassenwahns aus Frankreich und allen übrigen europäischen Nationen vor dem 1997 von Staatspräsident Jacques Chirac gestifteten Gedenkstein eine würdige Gedenkfeier gestalten.

Gedenkstein des französischen Staatspräsident Jacques Chirac – errichtet am 53. Jahrestag der Befreiung am 27.4.1997 - mit einem Kranz der französischen Erinerungsvereinigung: Fonds Mémoire d’Auschwitz France 2010. Privatrarchiv Posset

Zu der Gedenkfeier auf der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ sind „alle Bürger guten Willens“, vor allem die Jugend unseres Landkreises, die Schulen, die politischen Mandatsträger, die Geistlichen der christlichen Kirchen und die Soldaten herzlich eingeladen.

Weitere Auskünfte können telefonisch unter der Telefonnummer 08191/ 22 380 der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ eingeholt werden.

 Auf ihren Besuch freuen sich die französischen Gäste und die Bürgervereinigung. Für unsere auswärtigen Gäste verweisen wir für die Anfahrt auf unseren Routenplaner und der Gedenkstätte.


27. Januar 2013

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

„Der Holocaust, eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit!“ (Papst Benedikt XVI. am 30. November 2005 )

“Eine klaffende Wunde – Steine der Erinnerung – Steinerner Kaddisch“ in unserer oberbayerischen Landschaft

Gedenkfeier zum 68. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und aller 40 Außenlager von Auschwitz am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten vor dem Gedenkstein der am 25.Oktober 1944 bis heute 471 namenlosen jüdischen KZ-Häftlinge von Kaufering VII nach Auschwitz-Birkenau als „arbeitsunfähige und rücküberstellte KZ- Invaliden“ zum Vergasen in den Krematorien von Auschwitz-Birkenau.

Sonntag , den 27.Januar 2013 um 15.00 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte .

Trotz intensiver jahrelanger historischer Recherchen - sowohl in Dachau als auch in KZ-Archiv in Auschwitz ist es nicht gelungen, die Namen dieser 471 jüdischen Männer aufzufinden. Die Suche geht weiter, um auch diesen Namenlosen durch eine Gedenktafel vor ihrem Abtransport am Kauferinger Bahnhof - erst vor Wochen mussten die Gleisaufbauten einem Parkplatz weichen - ein wenig von ihrer Würde zurückzugeben.

Wie es diesen jüdischen „Muselmännern“ – so bezeichnete man KZ-Häftlinge, die keine Überlebenschancen mehr besaßen - ergangen ist, beschreibt in seinem weltberühmten Werk „Ist das ein Mensch?“ im Kapitel „Oktober 1944“ der italienische jüdische KZ-Häftling und Widerstandskämpfer Primo Levi aus Turin eindrucksvoll. In dramatischer Art und Weise berichtet er tagebuchartig über die letzten 10 Tage in dem Vernichtungslager Auschwitz bis hin zu der Beschreibung, dass sowjetische Soldaten zu Pferd zunächst ihrem Anblick nicht glauben konnten.

Ähnlich unvorbereitet trafen die alliierten Panzer-und Infanterieeinheiten auf die 11 jüdischen KZ-Lager des KZ- Kommandos Kaufering am 27.April 1945.

In den vergangenen Monaten kamen hierher mehrere Söhne und Enkelkinder dieser Befreier, um die Orte aufzusuchen für die ihre Väter und Großväter ihren Lebenseinsatz wagten! Ein unvergessliches Ereignis!

Der italienische Holocaustüberlebende Primo Levi, der erst Monate später nach einer ungeheuerlichen Odyssee durch ganz Osteuropa nach Turin zurückkehrte, hat seinem Werk ein Gedicht vorangestellt: seine Sicht des Holocaust mit seiner Forderung an die gegenwärtige und die kommenden Generationen.

Ist das ein Mensch?

Ihr, die ihr gesichert lebet

In behaglicher Wohnung;

Ihr, die ihr abends beim Heimhehren

Warme Speisen findet und vertraute Gesichter

Denket, ob dies ein Mann sei,

Der schuftet im Schlamm,

Der Frieden nicht kennt, Der kämpft um ein halbes Brot

Der stirbt auf ein Ja oder Nein.

Denket, ob dies eine Frau sei,

Die kein Haar mehr hat und keinen Namen,

Die zum Erinnern keine Kraft mehr hat,

Leer die Augen und kalt ihr Schoß

Wie im Winter die Kröte.

Denket, dass solches gewesen.

Es sollen sein diese Worte in euerem Herzen.

Ihr sollt über sie sinnen, wenn ihr sitzet.

In einem Hause, wenn ihr geht auf euren Wegen,

Wenn ihr euch niederlegt und wenn ihr aufsteht;

Ihr sollt sie einschärfen eueren Kindern.

Oder euere Wohnstatt soll zerbrechen,

Krankheit soll euch niederringen,

Euere Kinder sollen das Antlitz von euch wenden.

(Aus dem literarischen Werk „Ist das ein Mensch?" Seite 19, 1988 Carl Hanser-Verlag München)

 

Der Gedenkstein für die 471 Namenlosen umrahmt von einem Davidstern und dem jüdischen Spruch: „Ruhet in Frieden!“

An diesem Internationalen Holocausttag wollen wir bedenken, dass das Morden in den Kauferinger KZ-Lagern noch weitere drei Monate bis Ende April 1945 andauerte.

Ermordete und verbrannte jüdische Opfer des KZ-Kommandos Kaufering IV, auf die die amerikanischen Befreier am 27.April 1945 mit Schrecken trafen. (Privatarchiv Posset)

Diese Mitmenschen sind Opfer eines systematisch rassistisch geplanten Mordes gewesen, sie waren nicht Opfer des Nationalsozialismus wie es jene zwischen 1933 bis 1941 geborenen Kinder in deutschen Städten waren, oder jene Frauen und Männern aus ganz Europa, die sich heldenhaft dem Nationalsozialismus entgegenstellten - und dies selbst unter Lebensgefahr. Die wissenschaftliche historische Auseinandersetzung beobachtet mit Sorge wie in unserer Heimat seit fast 70 Jahren stets die rassistischen Morde an Juden, Sinti, Roma mit einem Tabu belegt werden.

Alle Bürger, die „guten Willens sind“ - wie es das verstorbene Ehrenmitglied der Bürgervereinigung Prof. Dr. Viktor E. Frankl formulierte - die Mandatsträger aller politischen Parteien, die Pfarrer aller Religionen, unsere Soldaten, Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten mit ihren Schülerinnen und Schülern sind zu dieser Gedenkfeier, anlässlich des „Internationalen Holocausttages der Vereinten Nationen“ mit uns gemeinsam die Erinnerung an diese Vergangenheit und eine würdig gestaltete Zukunft für die Bewahrung der Menschenrechte und Menschenwürde, herzlich eingeladen.

Die Gedenkfeier findet bei jedem Wetter statt; für behinderte Mitbürger wird auf Voranmeldung auch die Möglichkeit angeboten bis zum Eingang der Europäischen Holocaustgedenkstätte bei geöffnetem Zugangzu fahren! Weitere Auskünfte sind unter der E-Mailadresse: vorstand@buergervereinigung-landsberg.de erhältlich!

9. November 2012

Zur Gedenkfeier der 74. Wiederkehr der Reichspogromnacht vom November 1938 lädt der Geschäftsführer der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V. und die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. am Freitag, den 9.11.2012 um 16.00 zum Gedenken vor dem „Mutter-Kinddenkmal“ auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte ein.

ine alte und stets neue Fragestellung der Menschheitsgeschichte wird seit Wochen auf dem Kauferinger Bahnhof durch eine Plakataktion der „Diakonie Katatstrophenhilfe“ den Benutzern der Bahn in alle Himmelsrichtungen vorgestellt: Das Vergessen.

Plakataktion der „Diakonie Katastrophenhilfe“ im Kauferinger Bahnhof - Oktober 2012. Privatrarchiv Posset

Dieses bewegende Bild einer Afrikanerin mit ihrem Kind auf dem Arm steht in unmittelbarer Nähe zu den Kauferinger Denkmälern, die an die Transporte der europäischen Juden in die jüdischen Kauferinger Judenlager und von dort zurück in die Gaskammern von Auschwitz erinnern. Auch diese Katastrophe aus der Mitte des 20. Jahrhunderts kann in Vergessenheit geraten! Aus diesem Grunde wollen wir uns besonders daran erinnern. Der Weg in diese Katastrophe dauerte fast 100 Jahre in der Stadt und dem Landkreis Landsberg!

Ausgegrenzt –Diffamiert

Im Jahre 1850 wandte sich der damalige Stadtkaplan mit einem Volksschullehrer und örtlichen Handwerkern im "konstitutionellen Monarchischen Verein“ gegen die 1848 in der Paulskirche erlassene Judenemanzipation mit dem Titel „Schach den Juden“ an die hohe Kammer der Reichsräte. Dadurch wurde der Boden bereitet für einen rassistischen Antisemitismus. Man trat nur für einen christlichen Staat ein.

Dieses Pamphlet wurde dann im Jahre 1923 erneut in den Historischen Blättern aufgegriffen mit der Bemerkung: "Diese Überschrift des Artikels könnte jedem als eine neuzeitliche und und für die historischen Geschichtsblättern ungeeignet erscheinen, ist es aber nicht, da nachfolgender Protest schon 74 Jahre zurückliegt.“

Vertrieben

Am 27.Oktober 1935 hat ihn der Landsberger nationalsozialistische Oberbürgermeister Dr. Schmidhuber erneut veröffentlicht. Der inzwischen gefestigte Antisemitismus kommt im Gewand des Nationalsozialismus daher.

Und nur drei Jahre später werden die Landsberger Juden in der Reichspogromnacht zum Freiwild. Sie werden aufgefordert, ihre fünf Häuser zu verlassen, ihre Geschäfte aufzugeben und zu veräußern. Darunter zwei Viehhändler, zwei Textilgeschäfte und ein Antiquitätengeschäft: Unsere jüdischen Bürger wurden jetzt vertrieben und mussten die Stadt verlassen1

Und in einer zynisch lautenden Überschrift wurde am 11.11.1938 in der Landsberger Zeitung mitgeteilt: "Seit gestern ist unser Kreisgebiet vollkommen judenrein“. „Es zeugt von der vorbildlichen Disziplin der Volksgenossen, dass die Forderung verwirklicht werden konnte, ohne dass irgendeinem Juden ein Haar gekrümmt werden musste.“ Dies berichtete auch der Landsberger NS-Oberbürgermeister Linn an die Gestapo in München.

Ermordet

Nach dieser Vertreibung wurden fünfeinhalb Jahre später für sinnlose Rüstungsbauten fast 30 000 jüdische Menschen aus ganz Europa in elf jüdische KZ-Lager des KZ-Kommandos von Kaufering deportiert und dort in den KZ-Lagern durch Hunger, Krankheiten und Erschöpfung ebenso ermordet wie sie auf den Baustellen Opfer des Programms „Vernichtung durch Arbeit“ wurden. 14 500 konnten diese Strapazen nicht überleben in den zehn Monaten der KZ-Lagerzeit des KZ-Kommandos Kaufering!

Im vergangenen Jahr wollten wir damit ein Zeichen setzen gegen die Gruppen, die immer wieder unsere Stadt aufsuchen und diese Ereignisse leugnen. Dafür regten wir die Errichtung von „Stolpersteinen" vor den fünf jüdischen Wohnhäusern unserer ehemaligen Mitbürgern an. Leider hat sich hier bisher nichts getan! Aber wir werden dieses Vorhaben aus vielen deutschen Städten nicht aufgeben und weiter nach "Verbündeten" suchen.

In diesem Jahr 2012 wollen wir uns vor dem „Mutter-Kinddenkmal“ treffen und uns erinnern, da im KZ-Kommando Kaufering I im Landsberger Industriegebiet bis heute noch nichts dran erinnert, dass dort von Anfang Januar 1945 bis März 1945 sieben Mütter sieben Kinder zur Welt brachten. Es scheint, dass bei einigen Verantwortlichen dieses Kommandos noch immer ein Fünkchen Mitmenschlichkeit zu brennen schien und sie diese Kinder in der sogenannten "Schwangerenbaracke" überleben ließen. Sie steht heute in Yad Vashem. Die Mütter mit ihren Kindern überlebten auch die Befreiung und kehrten anschließend nach Ungarn, die Slowakei und Rumänien zurück. Dort ist 4. September 2012 eine der letzten Mütter, Eva Fleischmann in Dunajska Streda (Slowakei), im hohen Alter von fast 90 Jahren in den Armen Ihrer Tochter Marika gestorben. Dieser hatte sie erst 2007 das Geheimnis ihrer Geburt im KZ-Kommando Kaufering I erzählt.

An diese kleine Geste und das Überleben von sieben in Landsberg im KZ-Kommando Kaufering I geborenen wollen wir vor dem „Mutter-Kinddenkmal“ erinnern!

Für jedes in Kaufering I geborene Kind und deren Mütter historische Kaminreste als Symbol der körperlichen und mitmenschlichen Wärme und Liebe. (Privatarchiv Posset)

Zu diesem Gedenken sind alle unsere Mitbürger – vor allem die heutige Jugend und auch jene die erst nach diesem Ereignis geboren wurden mit ihren Lehrern, den Geistlichen, Militärs und den Politikern herzlich eingeladen!

Auch dieses historische Ereignisse, das ein wenig menschliche Wärmen ausstrahlt, war nicht irgendwo, sondern in unserer Stadt. Und darauf können wir stolz sein und dieses Gedenken in diesem Sinne gestalten!


3. Oktober – Nationalfeiertag

Am Mittwoch, den 3. Oktober 2012 – 22. Jahrestag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 - um 10.00 bietet die Geschäftsführung der „Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V. eine etwa zweistündige Führung an mit dokumentierten Quellen – und Bildmaterial entlang des „Weges des Leidens und des Todes“ – des „Weges der Menschenwürde und der Menschenrechte“ und des „Ortes der Verbrechen gegen die Menschheit und Menschlichkeit“ der Europäischen Holocaustgedenkstätte.

Erst 2012 freigelegtes unbekanntes Bodenelement auf der Gedenkstätte, davor das Denkmal für sieben im Winter 1945 im KZ-Kommando Kaufering 1 in Landsberg geborenen jüdischen KZ-Kinder. Sie alle überlebten und leben heute auf der ganzen Welt verstreut. Erst vor wenigen Tagen ist wieder eine der Mütter in der Slowakei gestorben. (Privatarchiv Posset)

Neben der ungeheueren Freude, dass an diesem Tag sich vor 22 Jahren unser Land durch das politische Geschick des Bundeskanzlers Kohl die zwei seit 1945 getrennten Teile Deutschlands wiedervereinten konnte, darf nie vergessen werden, dass hier in unserer Stadt in drei jüdischen KZ-Lagern des KZ-Kommandos Kaufering und im „SS-Arbeitslager Landsberg“ – mit 360 französischen Widerstandskämpfern –die „Verbrechen gegen die Menschheit und die Menschlichkeit“ im Jahre 1944/1945 sich ereigneten.

In den vergangenen Monaten waren die Medien voll vom Versagen von Ministerien, Behörden, den V-Schutzleuten von den terroristischen Morden an Mitbürgern mit Migrationshintergrund. Vor diesem Hintergrund findet an unserem Nationalfeiertag am 3.Oktober 2012 diese Führung auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte statt. Dort wurden Juden aus ganz Europa gefoltert, ermordet und im Rüstungsprojekt „Ringeltaube“ durch „Arbeit vernichtet“.

Wie nötig diese Erinnerung ist, hat eine erst im Juli 2012 durch eine Landkreisbehörde genehmigte Demonstration von Rechtsextremisten im Herzen dieser Stadt deutlich gemacht. Es kam zu Tätlichkeiten mit dem Abgeordneten der Grünen im Bayerischen Landtag Herrn Ludwig Hartmann.

Wie man mit einem Leserbrief eines Mitbürgers, der sich seit drei Jahrzehnten die Erinnerung an diese Morde in den 11 jüdischen KZ-Lagern des KZ-Kommandos Kaufering und des „SS-Arbeitslagers Landsberg“ – eines Außenlagers von Dachau – wach hält, zeigt der hier integrale Abdruck seines Leserbriefes. In der veröffentlichten Lesermeinung erschien nur ein Teil.

An die Leserbriefredaktion des LT, Von Kühlmannstrasse, 86899 Landsberg/Lech

Landsberg, den 27.7.2012

Zu den Veröffentlichungen vom 23./24.7.2012 zu den Tätlichkeiten mit der rechtsextremistischen Szene um Herrn W. (Mering) in LL

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu diesen Vorgängen darf man nicht schweigen, gerade in einer Stadt mit der Vergangenheit im 20. Jahrhundert um die Entwicklung und Verwirklichung der nationalsozialistischen, rassistischen Vorgänge. Ich bitte sie diesen Leserbrief in seiner Gänze zu veröffentlichen, da er als Anregung für eine 30 Jahre nicht geführte Diskussion dienen kann. Herzlichen Dank.

Stets falsche Signale, es ginge auch anders

Wenn man das Bild vom Montag - 23.7.2012 - betrachtet, da wird einem Angst um Bang: jetzt wird ein mehrfacher Mandatsträger angegriffen, der Senior seiner Familie duckt sich ängstlich im Hintergrund weg.

Seit 1975 erleide ich die ständigen mündlichen und schriftlichen Drohungen meiner Person und Familie, die von der Kripo so weggedrückt wurden, ich solle mir auf meine Privatkosten eine Fangschaltung einrichten; rechtsextremistische Pamphlete wurden von den ehemaligen Oberbürgermeistern verschwiegen und zum persönlichen Problem erklärt. Man glaubte, so wie man seine Geschichte im 20. Jahrhundert zuerst totschwieg, auch jetzt diese Demonstrationen mit Aussitzen, Schweigen, mit Polizeiaufmärschen in den Griff zu bekommen.

Als 2003 der Spöttinger Friedhof entwidmet wurde, da durfte der Landrat den jetzt sich auf das Demonstrationsrecht berufenden rechten Herrn persönlich erleben. Kurze Zeit später hat dieser Herr mit den „Jungen Schwaben“ vom SPD-Oberbürgermeister einen Infostand auf dem Hellmeierplatz (in Besitz der Stadt Landsberg) gegen Stadtbürger genehmigt. Er schrieb, dass dieser Herr nicht im Verfassungsschutzbericht stehe und er deshalb seine Aktion nach dem Grundgesetz nicht verbieten könnte. Die Polizei und Redaktion schaute dem Treiben zu. Dort erhielt ich die Auskunft zusammen mit dem heutigen Vorsitzenden von „Gedenken in Kaufering“: „Wir wollen das nicht so hoch hängen, wir wissen schon, dass der Herr dem rechtsextremistischen Lager angehöre!“ Ein falsches Signal!

Wenn sich dann Bürger für die „Unschuldigen“ dieses Kriegsverbrecherfriedhofs bis zum Justizministerium für seinen Erhalt einsetzen, dann ist das eine ungewollte Steilvorlage für die Leugner der verbrecherischen NS-Taten: Ein falsches Signal! Wenn der Herr Landrat heute das Problem ausschweigen will, der einst 1981 jungen Gymnasiasten für ein Filminterview die Frage nach der Existenz eines KZs auf Landsberger Boden verneinte. Ein falsches Signal!

Wenn ein ehemaliger Fraktionsvorsitzender und Landtagsmitglied der Grünen den „Kriegsverbrecherfriedhof" zu einem „Gedenkort“ machen wollte. Ein falsches Signal. Wenn ein Altoberbürgermeister einst Jugendlichen auf die Frage des Umgangs mit dem Schlageterdenkmal antwortete, dass würde nur den Historiker Posset stören- ein falsches Signal.

Die bekannten Herren mit ihrem agilen und geschickten Unterhändler haben diese Signale als Zeichen für sich gedeutet. Sie glaubten, dass es hier ein günstiges Klima für ihre gestrigen Anschauungen gäbe.

Was haben die Demonstrationen gegen Rechts oder die Aktion „Bunt gegen Rechts" gebracht: die aktuellen Tätlichkeiten.

Landsberg braucht diese nur medienwirksamen Aktionen nicht. Man muss sich nur mit seiner Geschichte des 20. Jahrhunderts befassen, und nicht Bürger, die dies tun, ausgrenzen, ausschweigen, nicht zu Ihren Gedenkfeiern kommen oder der Diskussion ausweichen! Dies wäre ein positives Signal, das bundesweit geachtet wäre: die rassistische Ideologie, die in unserer Stadt verfasst wurde, die Erhebung „Landsberg als Stadt der Jugend", der rassistische Judenmord in drei jüdischen KZ-Lagern des Kommandos Kaufering auf Landsbergs Boden, die Rechenschaft für diese Verbrechen usw. bekannt zu machen, wären ein glaubwürdiges Signal - unsere patriotische Pflicht.

Wir wollen diese rechtsextremistischen Herren nicht bei uns mit dem Missbrauch ihrer Meinungsfreiheit.

Jetzt bleibt nur die Hoffnung, dass der neue jugendliche Oberbürgermeister dieses Signal mit allen Bürgern gemeinsam setzt. Ein hoffnungsvolles Signal hat er vor seiner Wahl und dann unmittelbar anschließend mit dem Besuch zweier Gedenkfeiern auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte gegeben. Ein Signal gegen die politischen Verschweiger, die Aussitzer, die nie erschienen sind! Ich gebe die Hoffnung nicht auf! Im Juni 2012 sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen Frau Margarete Bause auf einem Symposion über die zu bejahende gesellschaftliche Pluralität an der Jesuitenhochschule München: „Mit Rechtsextremen setze ich mich nicht zusammen!“

A. P.

„Wehret den Anfängen!“ ist somit das Motto dieser Führung durch die „Europäische Holocaustgedenkstätte“ an unserem diesjährigen Nationalfeiertag. Dort sind 100 % des geretteten KZ-Kommandos in seinen verschiedenen Formen erhalten, sie werden erklärt und gedeutet!

Die Geschäftsführung der „Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung“ und die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ sieht es gerade an unserem Nationalfeiertag als die vordringlichste Aufgabe an, am „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ den ersten Artikel unseres Grundgesetzes – „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt“. - für die Zukunft mit Leben zu erfüllen. Er muss die Grundlage für unser Verfassungsdenken nach Auschwitz/Kaufering/Landsberg sein.

Dazu sind alle Bürger, und vor allem unsere Jugend eingeladen: ein Signal für die demokratische, freiheitliche Lebens / Denkart zu setzen und eine Lehre aus der Geschichte – auch unseres Heimatortes/Landkreises - zu ziehen und nicht nur medienwirksamen und sensationell wirkenden Gegendemonstrationen zu folgen!


9. September 2012

Tag des Offenen Denkmals – Thema „Holz“ auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

In diesem Jahr lädt zum vierten Mal die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V. alle interessierten Bürger anlässlich des „Tag des Offenen Denkmals“ zu zwei Führungen zu dem diesjährigen nationalen Thema „Holz“ ein. Die Durchführung der Führung wird von der Geschäfstleitung der „Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ übernommen.

Es werden am 09.09.2012 zwei Führungen unter Auflagen angeboten:

Erste Führung um 13.45 vor dem Zugang der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Zweite Führung um 15.00 ebenfalls vor dem Zugang zur Europäischen Holocaustgedenkstätte.

Diese beiden Führungen sind dieses Jahr dem von der deutschen Denkmalstiftung gestellten Thema „Holz“ entsprechend gestaltet.

Im vergangenen Jahr Ende September 2011 wurde das von der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V. zusammen mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz (BLfD) erstellte „Gutachten über den statisch - konstruktiven Zustand und notwendige Instandsetzungsmaßnahmen“ für das Tonröhrenbauwerk Vier - allgemein als KZ-Erdbunker bezeichnet - fertig gestellt. Dieses Gutachten umfasst 48 Seiten. Dieses Tonröhrenbauwerk sollte zunächst in Angriff genommen und konserviert werden.

Nach ergebnisreichen Verhandlungen hat sich das BLfD in den vergangenen zwei Monaten – Juli/August 2012 zwei wesentliche Schritte zur Bewahrung der archäologischen Reste und Spuren auf dieser Gedenkstätte mittels einer Radarprospektion = Erfassung der im Boden liegenden Bauelemente mit Radar dieses KZ-Lagers zu starten. Das beigefügte Bild zeigt diese mühevolle Bodenarbeit und die Arbeitsgruppe.

"Die Arbeitsgruppe des BLfD bei der Radarprospektion"

Vorbild dafür sind die Studien des israelischen Archäologen und Forschers Yoram Haimai, der im Vernichtungslager Sobibor jetzt die archäologischen Reste dem Vergessen entreißt und zum Sprechen bringt. Durch diese Radarprospektion werden viele Bestandteile der europäischen Holocaustgedenkstätte neu geklärt, neu gedeutet. Die Errichtung dieses KZ-Lagers ist von grundsätzlicher und richtungweisender Bedeutung für die anderen heute vernichteten KZ-Lager des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering im Landkreis Landsberg. So wird die Feststellung des Archäologen Yoram Haimi eingelöst: „Die Archäologie ist die Methode der Zukunft für die Erforschung des Holocaust“. Die ersten Ergebnisse sind auch heute schon auf der Gedenkstätte sichtbar!

Im August 2012 ließ das Bayerische Landesamt für Denkmalschutz in den drei noch bestehenden Tonröhrenbauwerken – ursprünglich sechs - jeweils achtteilige massive Binder aus Holz zur Notsicherung bis zur endgültigen Konservierung von einer Wildsteiger Zimmerei einbauen. Diese Arbeiten sind abgeschlossen.

„Die Notsicherung in „Tonröhrenbauwerk Drei“

So werden bei der Führung die beiden Elemente der Sicherung der archäologischen Spuren und der oberirdischen Tonröhrenbauwerke den Besuchern vorgestellt. Sie können zum ersten Mal die Entstehung einer Notsicherung als Zwischenelement hin zur Konservierung kennen lernen. Die Holzeinbauten sind ein einzigartiges Anschauungsobjekt für die weiterführende Konservierung, aber sie erinnern auch nach einem Zeitzeugenbericht eines jüdischen KZ- Mädchens an die ehemalige Ausgestaltung dieser Tonröhrenbauwerke für jüdische Frauen.

Zu diesen Führungen werden die Bürger von Bürgern eingeladen. "Verantwortung ist dem Untertan meistens fremd. Was er am besten kann, ist Angst haben." (1999 Ausspruch des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck). Verpflichtende Voraussetzung ist jedoch eine schriftliche Anmeldung unter der Mailadresse. vorstand@buegervereinigung-landsberg.de oder unter der Telefonnummer 08191/5867 bis spätestens Freitag, den 07.09.2012 - 12.00.

Die Zahl der Teilnehmer pro Führung ist jedoch auf 25 Personen beschränkt.

Ferner besteht die Auflage, dass vor Ort beim Antritt der Führung eine Freistellung von Haftung beim Betreten eines KZ-Frauen – Erdbunkers und der Führung durch heute schon sichtbaren archäologischen Spuren für die Eigentümerin (Stiftung) mit dem Namen und Unterschrift unterzeichnet wird. Diese rechtliche Lösung ist eine Vorschrift.

Die Europäische Holocaustgedenkstätte können sie nach dem Routenplaner auf der Webseite erreichen.

Auf Ihren Besuch freut sich die Geschäftsführung / der Geschäftsführer an diesem nationalen Tag unseres historischen Erbes für die Menschenwürde und gegen den stets unterschätzten Rassismus.

27. April 2012

"Verantwortung ist dem Untertan meistens fremd. Was er am besten kann, ist Angst haben." (1999 Ausspruch des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck)

„Der Holocaust, eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit!“ Papst Benedikt XVI. am 30.November 2005

67. Jahrestag der Befreiung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering und des „SS - Arbeitslagers Landsberg“

Freitag, den 27. April 2012 um 18.00 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte in Landsberg

Gedenkansprache für alle Opfer der 11 jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering und Niederlegung eines Gebindes zur Erinnerung an die amerikanischen und französischen Befreier

Die für die 11 jüdischen KZ-Lager von Kaufering typischen 450 Feldbaracken/Erdhütten. Unter diesem Bild steht der Psalm 119,87: „Um ein Weniges hätten sie mich aufgerieben im Lande, ich aber verließ deine Gebote nicht“.Oben das idealisierte Jerusalem – Haggada von Pessach: „Aus der Knechtschaft zur Erlösung, aus der Finsternis zum hellen Licht“.

Der Gedenkstein des slowakischen Staatspräsidenten Ivan Gasparovic in der Form eines Davidsterns, der alle anderen Gedenksteine der Gedenkstätte überragt, vor dem Fundament einer Sanitärbaracke. Im Hintergrund die letzten fünf archäologischen Reste der ehemals 450 Feldbaracken/ Erdhütten des KZ-Kommandos Kaufering. Dort findet die Gedenkfeier statt.

Anschließend um 19.00 werden im kleinen Sitzungssaal der Verwaltungsgemeinschaft Igling –Untere Iglingerstr. 37 - der Dokumentarfilm der amerikanischen Armeeeinheiten vom 27.4.1945 in Kaufering IV (Hurlach) und Kaufering II (Igling) und der Spiel –und Dokumentarfilm der weltberühmten Regisseure Steven Spielberg und Tom Hanks von 2002 gezeigt.

Die 10teilige Filmserie trägt im englischen Original den Titel: “The band of Brothers“ - der Weg einer berühmten amerikanischen Armeeeinheit von der Landung an der Normandieküste bis zur Eroberung des Berghofes/ „Adlernest“ in Berchtesgaden - zu Deutsch „Waffenbrüder“ und stellt im Teil 9 die Befreiung des KZ-Kommandos Kaufering IV dar –unterstützt mit Bild – und Quellenmaterial des Historikers Anton Posset.

In der letzten Aprilwoche 1945 – vom 24.4. bis 27.4.1945 - räumten von Dienstag bis Freitag die SS-Wachmannschaften die 11 KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering vor den heranrückenden alliierten Armeeeinheiten.. Zunächst hat man die gehfähigen jüdischen KZ-Häftlinge mit einem Brot und Bewachern nach der Alpenfestung über das KZ-Lager Allach zum Marsch losgeschickt. Wer unterwegs nicht mehr konnte, wurde im Straßengraben erschossen.

Dann hat man einen mehrere Dutzend offene und geschlossenen Viehwaggons vom Bahnhof Kaufering aus losgeschickt. Unter diesen KZ-Häftlingen waren auch sieben Frauen mit Kleinstkindern von 2 -3 Monaten. Aber auch eine Reihe von Rabbinern. Der Zug wurde in Schwabhausen auf freier Strecke angegriffen. Die Frauen kamen noch bis zum KZ-Dachau. Zahlreiche litauische Häftlinge aus Kaunas und Wilna mit den Rabbinern Snieg und Rose wurden befreit und kamen ins Lazarett in St. Ottilien.

Warum die SS-Wachmannschaften im Januar und Februar 1945 die sieben Neugeborenen leben ließen und in eine eigene „Schwangerenbaracke“ steckten, entzieht sich ebenso unserer historischen Kenntnissen wie die Passahfeier am 29. März 1945 mit den Rabbinern im KZ-Kommando Kaufering I. War es eine Anordnung von höchster Stelle, oder aus Dachau, oder eine ganz persönliche Entscheidung des Lagerkommandanten / Lagerarztes? Wir wissen es nicht! Es war jedenfalls kein „Wunder im Terror“ wie Historiker vermuten.

Die dritte Gruppe, der nicht mehr geh– und transportfähigen KZ-Häftlingen wurde am Morgen des 27. April in ihren Feldbaracken/ Erdhütten von Kaufering IV von einem vollbeladenen Benzinwagen aus übergossen und dort verbrannt: die letzten wortwörtlichen jüdischen Opfer des Holocaust!

Ein Jahr (1946) später haben die Rabbiner Snieg und Rose den ersten Talmud nach der dem Überleben in den KZ-Lagern des KZ-Kommandos Kaufering herausgegeben. St. Ottilien stellte ihre Druckerei zur Verfügung. Dieser Vorgang ist klar in den „Themenheften Landsberger Zeitgeschichte Heft 6“ mit dem Titel; „Neues religiöses Leben wächst in den DP-Lagern“ Seite 48/49 dargestellt.Auf der Titelseite haben die beiden Rabbiner ihre erst jüngst überlebte „Knechtschaft“ in den Kauferinger KZ-Lagern ebenso dargestellt wie ihre Hoffnung auf die Rückkehr nach dem irdischen und himmlischen Jerusalem. Symbol für die Gefangenschaft und den Mord am jüdischen Volk sind die im KZ-Kommando typischen Feldbaracken/ Erdhütten und der zweiräderige Totenkarren für die Holocaustopfer zu den umliegenden Friedhöfen.

 

Alle Bürger die „guten Willens“ sind, alle Mandatsträger der Stadt und des Landkreises, des Landtages und des Bundestages, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders unsere jungen Mitbürger sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung und der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ e.V. diesen Tag der Befreiung und die Filmdarstellungen in der Verwaltungsgemeinschaft in Igling mit Leben für die Zukunft der Menschenrechte und Menschenwürde zu begehen. Die Gedenkfeier findet bei jedem Wetter statt. Weitere Auskünfte über die E-Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de

Nachwort des italienischen Holocaustüberlebenden Primo Levi: »Es fällt nicht leicht, in diesem Abgrund des Bösen zu graben. [...] Man ist versucht, sich erschaudernd abzuwenden und sich zu weigern, zu sehen und zu hören: Das ist eine Versuchung, der man widerstehen muss. «


 

27. Januar 2012

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

„Der Holocaust, eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit". Papst Benedikt XVI. am 30. November 2005

Erinnerungsfeier für den am 18. Dezember 2011 verstorbenen ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel - Gedenkfeier der Solidarität zum 67. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten vor dem Gedenkstein des tschechischen Staatspräsidenten

Freitag, den 27. Januar 2012 um 11.30 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

An diesem Tag gedenken wir vor dem im Jahre 2004 für die Europäische Holocaustgedenkstätte vom tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel für die tschechischen – jüdischen Opfer des Nationalsozialismus seines Lebenswerkes. Es wird keinen Ort in Deutschland geben, wo dieser weltweit anerkannte Humanist /Schriftsteller einen Gedenkstein mit seinem Namen hat errichten lassen und durch den Generalkonsul der Tschechischen Republik (München) in Anwesenheit von Vertretern der Opfer aus Tschechien übergeben hat. Es ist für die Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte eine besondere Ehre die Erinnerung an diesen großen Europäer an diesem Tag zu begehen. Es ist aber auch eine Verpflichtung für seine weltweit einzigartige Geste einen Gedenkstein für die von Bürgern gestaltete Gedenkstätte zu stiften. Ihm zu Ehren wird an diesem Tag die tschechische Fahne gehisst und vor seinem Gedenkstein sein Bild einen würdigen Ort finden.

Der Gedenkstein des tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel steht für sein Lebenswerk für „Wahrheit und Liebe“.

Václav Havel, ein großer humanistischer Europäer, spricht am 11. November 2009, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls vor dem europäischen Parlament.

An diesem Tag des Internationalen Holocaustgedenktages der Vereinten Nationen werden wir aber auch der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz Birkenau durch sowjetische Armeeeinheiten erinnern.

In diesem Jahr werden wir besonders einen der größten Mörder der Weltgeschichte aus dem KZ-Kommando Auschwitz-Birkenau mit der Fortsetzung seines mörderischen Handelns im KZ-Kommando Kaufering II darstellen. So wird dieser Mord an den jüdischen Menschen am Ort des Verbrechens lebendig. Dies ist gegen alle Leugner des Holocaust, der Zerstörung der Menschenwürde und der Verbreitung des Antisemitismus / Rassismus heute gerichtet!

SS-Hauptscharführer Otto Moll, der Mörder von 400 000 ungarischen Juden nach deren Deportationen nach Auschwitz in den Krematorien von Birkenau: vor allem von alten Menschen, Frauen und Kindern. Nach den Selektionen an der Rampe in Birkenau kamen die noch arbeitsfähigen ungarischen – jüdischen Männer in das am 18. Juni 1944 neu geschaffene jüdische KZ-Kommando Kaufering.

Bis zum Befreiungstag war Otto Moll als Mörder und verantwortlicher der Gaskammern in Auschwitz -Birkenau tätig, dann kam er ins KZ-Kommando Kaufering II (Gemeinde Igling). Er hatte zusammen mit dem SS- Obersturmbannführer Schöttl die Leitung des KZ- Kommandos Kaufering II inne, der ebenfalls von Auschwitz kam. Er leitete nach seinen Worten vor den Richtern des Dachauer Prozesses die sechs wichtigsten „Arbeitsgebiete“ im Lager.

Seine Aussagen zu seinem Verhalten, seine „Pflichterfüllung“ treiben jenen, die diese Zeugenaussage heute lesen die Schamröte ins Gesicht. Sie wird in Einzelheiten vorgetragen. Interessant ist darin auch noch seine Beschreibung des von Kaufering aus beginnenden Todesmarsches nach Dachau und weiter.

Kontrastiert werden diese Aussagen durch einen in jiddischer Sprache geschriebenen Häftlingsbericht des KZ-Kommandos Kaufering II über „Die deutschen Kulturverbrechen“. Die historische Forschung hat schon lange seine Aussagen als Lügen enttarnt. Otto Moll wurde zum Tode verurteilt und am 28. Mai 1946 im WCPC Landsberg nur für seine Verbrechen in Kaufering II und auf dem Todesmarsch von Kaufering gehängt – seine tausendfachen Morde in Birkenau waren damals noch unbekannt! Sein Grab besteht heute noch, jedoch ohne Namen. Für den Erhalt unter anderem auch seines Grabes haben bayerische Politiker, Bürger und Geistlichkeit aus Landsberg bei der Schließung dieses Kriegsverbrecherfriedhofs im Jahre 2002 sich eingesetzt.

Otto Moll: Dieses Bild gibt die von der Philosophin Hannah Arendt anlässlich des Eichmann-Prozesses angesprochene „Banalität des Bösen“ wieder.

Die fünfseitige Erklärung von Otto Moll, worin er sich als „Gärtner in Auschwitz“ darstellt, endet mit der handschriftlich - wahrheitswidrigen Beschwörung des „allmächtigen Gottes“.

Zu dieser Erinnerungs- und Gedenkfeier von zwei Antipoden des 20. Jahrhunderts: der aufrichtige Verteidiger der Grundwerte „Wahrheit und Liebe, der Menschenwürde und der Menschenrechte“ Václav Havel und der verlogene Mörder von Hunderttausenden von ungarisch – jüdischen KZ-Opfern in Birkenau, hier in Kaufering II und auf dem Todesmarsch.

Alle Bürger, die „guten Willens sind“, alle Mandatsträger, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders unsere jungen Mitbürger sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Europäischen Holocaust Stiftung diesen Tag mit Leben für die Zukunft der Menschenrechte und Menschenwürde zu erfüllen. Die Gedenkfeier findet bei jedem Wetter statt. Weitere Auskünfte über die E - Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de

Diese Gedenkfeier beginnt aus Achtung vor den jüdischen Sabbatgesetzen zu dieser frühen Tageszeit

 


9. November 2011

Zur Gedenkfeier der 73. Wiederkehr der Reichspogromnacht lädt die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung am Mittwoch, den 9.11.2011 um 16.30 vor dem Gedenkstein der deutschen jüdischen Opfer des Holocaust auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte zu einem stillen Gedenken ein.

"So bleibt heute für uns Nachgeborene letztendlich nur die bekannte Forderung bestehen, sich auch weiterhin der geschichtlichen Verantwortung zu stellen und eine kollektive Erinnerungskultur aufzubauen, die verlässlich und dauerhaft auch gleichzeitig eine 'Orientierungskultur' (Hans Erler) für die kommenden Generationen darstellt." Vorwort: Konrad Görg “Wir sind, was wir erinnern. Zwei Generationen nach Auschwitz Stimmen gegen das Vergessen“ 2009.

 

Seit fast 30 Jahren begehen die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ – dieser Gedenktag ist in ihrer Satzung verankert - und seit zwei Jahren die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung den Gedenktag an die Reichspogromnacht von 1938. Die erste Gedenkfeier fand in Anwesenheit des ehemaligen Oberbürgermeisters Hanns Hamberger auf dem KZ-Friedhof des KZ-Kommandos Kaufering I in der Stadt Landsberg statt. Seither haben die verschiedensten Redner - seien es Überlebende oder Mitbürger, die im Widerstand dem Nationalsozialismus die Stirn boten aus vielen europäischen Ländern und den USA auf der heutigen Holocaustgedenkstätte dieses Tages gedacht.

In den vergangenen Jahren wurde immer nach der Darlegung der Ereignisse der Reichspogromnacht in der Stadt Landsberg der Gedanke erwogen und die Forderung erhoben, dass vor Häusern der fünf jüdischen Familien, die am 9. November 1938 aus der Stadt vertrieben wurden, ein sogenannter Stolperstein in den Fußweg zur Erinnerung an ihr Leid eingelassen wird. Nur einer dieser jüdischen Mitbürger - Max Weimann - ist in seine Geburtsstadt Landsberg nach dem Holocaust zurückgekehrt und hat bis zu seinem Tod hier gelebt.

Um sich heute vorstellen zu können, wo diese einzelnen Häuser lagen, werden dieses Jahr diese Wohnhäuser mit einem Bild in Erinnerung gerufen.

Bilder der ehemaligen Judenhäuser in Landsberg: 1 Weimannhaus Hinteranger, 2 Fischl-Schleßingerhaus Vorderanger, 3 Willstätterhaus Vordere Mühlgasse, 4 Westheimerhaus Hauptplatz, 5 Kemeterhaus Bergstrasse

Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass jene, die dieses Ereignis leugnen, die unsere Stadt wiederholt mit kleinen Gruppen von jugendlichen Anhängern aufsuchten, sich an diesen Stolpersteinen stoßen und Gegendemonstrationen uns erspart bleiben. Wir wissen uns mit vielen Freunden in anderen deutschen Städten solidarisch verbunden!

In diesem Sinne wollen wir 2011 des 73.Jahrestages der Reichspogromnacht gedenken. Sie bildete den Anfang der systematischen Verfolgung unserer jüdischen deutschen Mitbürger. 1574 Synagogen wurden zerstört, 1300 jüdische Mitbürger ermordet, wenige jüdische Mitbürger konnten sich durch ihre Auswanderung der Deportation in die Konzentrationslager entfliehen.

Im Holocaust hat sich diese jüdische Verfolgung über ganz Europa ausgebreitet. Sein Ende hat der Holocaust in den jüdischen KZ-Lagern des KZ-Kommandos Kaufering gefunden. Nicht irgendwo geschah dies, sondern in unserer Stadt und im Landkreis Landsberg.

Auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte wollen wir vor dem Gedenkstein unserer deutschen jüdischen Mitbürger ein stilles Gedenken durchführen und uns besinnen, dass dieses grausame historische Ereignis sich nie mehr wiederhole!

Der Gedenkstein für die deutschen Holocaustopfer auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Anschließend fahren wir zu den Häusern unserer ehemaligen jüdischen Mitbürger, die am 09.11.1938 vertrieben wurden und stellen dort eine Erinnerungskerze auf!

Zu diesem Gedenken sind alle Mitbürger – ob jung oder alt- alle politisch und gesellschaftlich verantwortlichen Mitbürger – ob Soldaten oder die Geistlichkeit - recht herzlich eingeladen.

Das Präsidium der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung will die Tradition der Bürgervereinigung fortsetzen. Sie hofft, dass es auch in Landsberg möglich wird, dass vor den fünf ehemaligen Häusern der vertriebenen jüdischen Mitbürger ein Stolperstein der Erinnerung auf dem Fußweg eingelassen wird. Dies ist in zahlreichen deutschen und bayerischen Städten bereits ein fester Bestandteil der Erinnerungskultur!!

3. Oktober 2011 – Nationalfeiertag

Am Montag, den 3. Oktober 2011 - 21. Jahrestag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 - um 10.00 Uhr bietet die Geschäftsführung der „Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung“ eine dokumentierte Führung mit historischen Bildern und der Vorstellung der neuesten archäologischen Entdeckungen der Europäischen Holocaustgedenkstätte und des „Weges der Menschenrechte und der Menschenwürde“ an. Dazu wurden wir am „Tag des offenen Denkmals“ am 12.9.2011 von unseren Besuchern, die von Ravensburg bis Mühldorf über München und bis nach Nürnberg kamen, gebeten.

Die Führung beginnt am „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ mit seinen drei Basaltsteineinheiten: Familie - Individuum - Solidarität - und führt hin zur „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ mit den Gedenksteinen der europäischen Staatspräsidenten, dem „Ort der Verbrechen gegen die Menschheit und Menschlichkeit“.

Das Thema ist in diesem Jahr der Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt.

Dieser Ort ist wie kein anderer geeignet - selbst wenn die örtlichen Parteienvertreter, der Oberbürgermeister und sein Stadtrat und auch die politischen Vertreter aller demokratischen Parteien und Kommunalpolitiker hier stets abwesend sind - diesen Grundgesetzauftrag besonders auf der historischen Erfahrung der nationalsozialistischen Vergangenheit hier herauszustellen.

Stand im vergangenen Jahr 2010 der israelische Historiker Dan Diner mit seinem 1988 vielzitierten Wort vom „Zivilisationsbruch“ und der Feststellung: „Der Holocaust ist die ungeschriebene Verfassung der Bundesrepublik“ im Mittelpunkt , so wird in diesem Jahr die engagierte Streitschrift „Auslaufmodell Menschenwürde“ des Erlanger Lehrstuhlinhabers für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik und des Sonderberichterstatters für Religions- und Weltanschauunungsfreitheit des UN-Menschenrechtstrates Herrn Prof. Dr. Heiner Bielefeldt das Kernstück dieser Führung und Diskussion darstellen.

„Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ der Europäischen Holocaustgedenkstätte mit seinen symbolischen Kunstwerken für diese Rechte und die Würde

Die Menschenwürde wird nicht - großzügig – zuerkannt, sondern sie ist angeboren. Menschenrechte und Menschenwürde können nicht von einander getrennt werden! Diese stets aktuelle Debatte hat die Bürgervereinigung schon vor einem Jahrzehnt mit der Errichtung des „Weges der Menschenrechte und der Menschenwürde“ öffentlich vor den Augen aller Mitbürger - die „guten Willens sind“ - sichtbar gemacht. Sie hat auch den engen Zusammenhang zwischen dem Ort der „Verbrechen gegen die Menschheit und Menschlichkeit“ - am „Geburtstort des Holocaust“ wie der jüdisch-amerikanische Historiker Abraham Peck Landsberg nannte - und der Zerstörung der Menschenwürde und der Menschenrechte durch die nationalsozialistische Rassenpolitik und die Zerstörung des europäischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus symbolhaft dargestellt.

 

Auch in der Präambel der Bayerischen Verfassung vom 1.12.1946 wird der von Dan Diner ausgesprochene „Zivilisationsbruch“ dargelegt: Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats -und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des Zweiten Weltkrieges geführt, in dem festen Entschlusse den kommenden deutschen Geschlechtern die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechtes dauernd zu sichern, gibt sich das Bayerische Volk eingedenk seiner mehr als tausendjährigen Geschichte nachstehende demokratische Verfassung“.

Mit den Worten des israelischen Historikers Dan Diner: „Wir müssen diesem Gedächtnis verpflichtet bleiben, ohne die Idee der Freiheit zu verraten!“

Die Verfassung bietet stets ein Forum, auf dem alle über alles diskutieren können. Aber man muss die gesellschaftlichen und künstlerischen Angebote aufgreifen und sich dafür engagieren! Auf der Grundlage der Gedanken von Prof. Heiner Bielefeldt müssen wir uns für diese Menschenwürde, die in diesem in Deutschland einzigartigen „Kunstwerk“ ausgedrückt wird, für sie sich einsetzen, damit sie nicht ein „Auslaufmodell Menschenwürde“ wird.

Die „Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung“ und die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ sieht es als ihre vordringlichste und vornehmste Pflicht als Bürger an, am „Ort der Verbrechen gegen die Menschheit und Menschlichkeit“ stets daran zu erinnern und gleichzeitig mit dem „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ den Grundrechtsartikel 1 mit Leben zu erfüllen. Dies muss die Grundlage für unser Verfassungsdenken nach Auschwitz /Kaufering sein. Deshalb ergeht hierzu unsere herzliche Einladung an alle Bürger und gesellschaftlichen Gruppen, an Alt und Jung. So wird dieser Nationalfeiertag lebendig und zukunftsorientiert und nicht nur ein weiterer Feiertag.

Anton Posset, Stiftungs-Ehrenpräsident und Vorsitzender der Bürgervereinigung „Landsberg im 20.Jahrhundert


11.09.2011

Tag des offenen Denkmales „Europäische Holocaustgedenkstätte“ und Führung durch das ehemalige jüdische Viertel von 1945 -1950 – das jüdische DP-Lager in Landsberg

In diesem Jahr lädt zum dritten Mal das Präsidium der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung alle interessierten Bürger aus nah und fern anlässlich des „Tages des Offenen Denkmals“ zu diesem Tag und einen Besuch ein. Die Organisation und Durchführung der Führung und Besuchsmöglichkeiten wird von der mit der Geschäftsleitung beauftragen "Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert" übernommen.

Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung bietet an diesem Tag folgende Führung und Besuchsmöglichkeiten an

Von 13.00 - 16.00 Öffnungszeiten der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Um 13.30 - Führung durch die Holocaustgedenkstätte. Wir bitten die geänderte Führungszeit gegenüber der Ankündigung durch die Deutsche Denkmalstiftung zu beachten. Es werden die Tonröhrenunterkünfte des Frauenlagers ebenso erklärt wie archäologischen Spuren der KZ-Feldbaracken –immer als Erdhütten bezeichnet - und die Funktionsbaracken für die Männer und die Frauen erklärt. Dazu wird eine Darstellung der Lebensbedingungen in den verschiedenen Unterkunftsarten der 11 jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering gegeben! Erstmalig erfolgt eine öffentliche Darlegung der bisherigen Ergebnisse der zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege erarbeiteten Machbarkeitsstudie zur Konservierung und dem Erhalt der Tonröhrenbauwerke.

Um 17.00 Uhr: – nach der Schließung der Europäischen Holocaustgedenkstätte – wird eine Radtour durch die drei jüdischen KZ-Kommandos – Kaufering VII, Kaufering I, und Kaufering XI - und deren Spuren und Reste mit den entsprechenden Hinweistexten auf dem Stadtgebiet von Landsberg angeboten. Das „SS-Arbeitslager und KZ-Kommando Landsberg“, auf dem Flugplatz in Penzing kann aus militärischen Gründen in diese Radtour nicht einbezogen werden.

Eine ehemalige Feldbaracke – stets Erdhütten genannt – Photo der Nachkriegsjahr 1947 von Kaufering II (Privatarchiv Posset)

Tonröhrenunterkünfte - fälschlich immer als Tonflaschenbunker bezeichnet - in ihrem aktuellen Zustand (Privatarchiv Posset / Hoersch)

Die Geschäftsleitung der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ bietet in diesem Jahr zum ersten Mal um 15.00 eine Führung durch das ehemalige jüdische Viertel von 1945 bis 1950 an mit seiner erinnerungswürdigen Geschichte für den Staat Israel, für die Bundesrepublik Deutschland und die Stadt Landsberg

Nach der Befreiung der jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering am 27.4.1945 wurde die ehemalige Saarburgkaserne zu einem DP-Lager („Verschleppte Personen“) umgestaltet. Ab dem September unter den amerikanischen Major Irving Heymont wurde es zu einem jüdischen DP-Lager umgestaltet. Dies war der jüdische Neubeginn nach der Shoah am „Geburtsort des Holocaust“, wie es der amerikanisch-jüdische Historiker Abraham Peck nannte - der selbst in Landsberg im DP - Krankenhaus 1946 geboren wurde.

Im Oktober 1945 kam der israelische Staatsgründer David Ben Gurion hierher, um diese Überlebenden des Holocaust zur Einwanderung nach Eretz Israel zu ermutigen. Mit zahlreichen Dokumentaraufnahmen dieser Zeit wird aufgezeigt, was von dem einstigen jüdischen Viertel historisch in Landsberg trotz seiner vollkommenen Umgestaltung durch eine Neubausiedlung geblieben ist: das ehemalige Krankenhaus, die ehemalige Reithalle, wo Ben Gurion sprach, die ehemalige Turnhalle für die großen jüdischen Gemeinschaftsfeiern, die Verwaltungsbauten für die jüdische Verwaltung, die damals gebildeten politischen israelischen Parteilokale und die Wohnblöcke mit ihren beengten Lebensmöglichkeiten. Zahlreiche Einzelheiten aus diesem Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte werden erneut lebendig gemacht: Fußballvereine, Dentallabore, Schneiderwerkstätten, Ausbildungsstellen für fast alle Berufe. Bei genügend großer Zahl von Interessenten kann der 1947 hier gedrehte Film von Israel Becker - nach dem dort auch eine Strasse benannt ist - „Lang ist der Weg“ vorgeführt werden!

Der amerikanische Kommandant des DP-Lagers Landsberg der amerikanisch-jüdische Major der US-Streitkräfte Irving Heymont empfängt David Ben Gurion im Landsberger DP-Lager (Privatarchiv Posset)

Die ehemalige Reithalle, der Versammlungsort für die Rede des späteren Staatsgründers von Eretz Israel am 28. Oktober 1945 in ihrem heutigen Zustand (Privatarchiv Posset)

Treffpunkt um 15.00 in der Saarburgstrasse gegenüber den Gebäuden der städtischen Feuerwehr Landsberg!

Wir bitten unsere Besucher um Verständnis, dass der Besuch der Veranstaltungen aus haftungsrechtlichen Gründen vorher anzumelden ist. Wir bitten aus diesem Grund interessierte Besucher sich bis spätestens Freitag den 9. September 2011 unter der Telefonnummer 08191/ 22 380 oder unter vorstand@buergervereinigung-landsberg.de anzumelden.

Der Parkplatz Europäische Holocaustgedenkstätte befindet sich direkt neben der Erpftinger Straße in 86899 Landsberg am Lech. Vor dem Zugang befindet sich das Hinweisschild auf die Gedenkstätte und die Fahne der europäischen Denkmalstiftung! Ebenso gibt es für die zweite Führung ausreichende Parkmöglichkeiten an der Saarburgstr. Zur Anfahrt können Sie auch den Routenplaner auf unserer Webseite benutzen.

Die Freiheit, die von der Gleichheit und der Brüderlichkeit getrennt wird, heisst nicht mehr Freiheit. Sie heisst Egoismus

… Die innerhalb der Mauer der Nation eingesperrte Freiheit heisst nicht mehr Freiheit, sie heisst Krieg.

Léon Blum in seinem Tagebuch von 1942. Jurist, Schriftsteller, Politiker und mehrmaliger französischer Premierminister von 1943 -1945 KZ-Häftling in Buchenwald

66. Jahrestag der Befreiung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering

Mittwoch, 27.April 2011, 18.15

Europäische Holocaustgedenkstätte bei Landsberg

Niederlegung eines Gebindes zur Erinnerung an die amerikanischen und französischen Befreier und Gedenken an alle Opfer des Holocaust im KZ-Kommando Kaufering.

Denkmal der amerikanischen Befreier für alle Opfer des KZ-Kommandos Kaufering

Gedenkstein der 103.amerikanischen Infanterie-Division mit der Traditionsfahne des Cactus Trail: „Never again – Jamais plus – Niemals mehr“

 

Begrüßung : Anton Posset - Ehrenpräsident der Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte, Landsberg

Gedenkworte: Karl Römelsberger - Mitglied des Vorstands der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“

Im Anschluss sind alle Besucher eingeladen zum

Gedenkrundgang auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Zur Gedenkveranstaltung laden wir alle Bürger aus der Stadt und dem Landkreis Landsberg und deren Freunde sehr herzlich ein.

Michael Strasas - Präsident der Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte

Karl Römelsberger - Mitglied der Vorstandschaft der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“


20. März 2011 um 10.00 Uhr

Wir laden Sie recht herzlich zur
Woche der Brüderlichkeit 2011 mit dem Thema:
„Aufeinander hören – Miteinander reden“

Zum Abschluss der Woche der Brüderlichkeit lädt die Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte am Sonntag, den 20. März 2011 um 10.00 zu einem Gesprächstreffen auf die Europäische Holocaustgedenkstätte ein.
Aus dem Grußwort des Herrn Ministerpräsidenten Horst Seehofer:
„Das genaue Zuhören scheint heute schwerzufallen. Darauf weisen viele aufgeregte Diskussionen in der Öffentlichkeit hin. Unsere Welt neigt dazu, komplizierte Sachverhalte vorschnell auf ein einziges Schlagwort zu reduzieren. Für Differenzierungen ist oftmals kein Raum. Hier bleiben wir aufgefordert, bei aller Notwendigkeit einer offensiven demokratischen Auseinandersetzung die Fähigkeit des genauen Zuhörens nicht zu verlieren.
Um aufeinander hören zu können, müssen wir auch die gleiche Sprache sprechen, das heißt eigentlich: eine gemeinsame Grundlage der Verständigung besitzen. Die liefert unsere Wertordnung, die unseren christlichen, jüdischen und humanistischen Traditionen entspringt und sich in unserer Verfassung manifestiert. Sie entstand auch als Reaktion auf die nationalsozialistischen Verbrechen. Umso wichtiger ist es für uns – auch in Verantwortung vor der Geschichte - alles zu tun, damit die Wertordnung mit Leben erfüllt und bewahrt wird….Ich bin überzeugt, die Veranstaltungen werden in diesem Jahr wiederum interessante Einblicke und fruchtbare Diskussionen ermöglichen.“

Zu dem gemeinsamen gegenseitigen Zuhören und bereitwilligen Gespräch hat erst am Internationalen Holocaustgedenktag am 27.Januar 2011 der Oberst und Standortältesten Herr Klaus Schuster (Welfenkaserne) vor Vertretern aus der Stadt, dem Landkreis, vor Überlebenden des Holocaust des Kauferinger KZ-Kommandos und in der Erinnerungsarbeit engagierten Mitbürgern dieser Kauferinger KZ-Lager aufgerufen.
Mit diesem Treffen, das zum gegenseitigen Zuhören und gemeinsamen Reden anlässlich der Woche der Brüderlichkeit einlädt, wollen wir am Ort des Verbrechens unseren gesellschaftlichen und politischen Beitrag einbringen!

Erinnerung - Mahnung zur Achtung: Gedenkstein des slowakischen Staatspräsidenten Ivan Gasparovic in der Form eines die Gedenksteine überragenden Davidsterns


Hier ist kein Ort des Jammerns, sondern hier müssen wir uns über unsere Werte und Maßstäbe heute befragen. Es ist der Ort, an dem wir uns über unsere aktuelle Befindlichkeit Rechenschaft ablegen können: „Schweigen oder den Mund öffnen!“ Der Ort, an dem in den vergangenen 66 Jahren viel verschüttet, zerstört und verharmlost wurde. Der Holocaust in unserem Landkreis in den 11 jüdischen KZ - Außenkommandos von Kaufering kann nicht mehr geleugnet werden. Jetzt bietet uns das neue Thema zur Woche der Brüderlichkeit 2011 die Möglichkeit, einander zuzuhören und miteinander zu reden! So können wir uns unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, unserer Religionszugehörigkeit und unser Geschichte gerecht werden. Die Worte von Ministerpräsident Horst Seehofer können eingelöst werden: „Das aufeinander Hören ist eine elementare Form der Achtung und des Respekts, der Wahrung der menschlichen Würde und eine wesentliche Voraussetzung zum gewaltfreien und fruchtbaren Dialog.“
An alle Bürger, die „guten Willens sind“ (Viktor E. Frankl), an alle Mandatsträger, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders an unsere jungen Mitbürger ergeht eine herzliche Einladung, gemeinsam mit der Europäischen Holocaust Stiftung die Woche der Brüderlichkeit mit dem Motto „Aufeinander hören – miteinander reden“ mit Leben für die Zukunft zu beenden.


Weitere Auskünfte sind unter E-Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de oder Telefon 08191/22 380 möglich.


27. Januar 2011

Gedenkfeier der Solidarität zum 66. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten

Donnerstag, den 27. Januar 2010 um 16.00 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen
„Der Holocaust, eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit". Papst Benedikt XVI. am 30. November 2005

Seit zwei Jahrzehnten gedenkt die Bürgervereinigung dieses Tages; am 27.Januar 2011 gedenken wir gemeinsam zum sechsten Mal mit den Vereinten Nationen des Internationalen Holocausttages am Ort des Verbrechens. In den elf jüdischen Lagern des KZ-Kommandos Kaufering dauerte die Menschenvernichtung noch weitere drei Monate, bis die amerikanische und französische Truppen diese jüdischen KZ-Häftlinge am 27.April 1945 befreiten. An diesem historischen Ort wird verständlich, welche Leiden und Qualen diese jüdischen KZ-Häftlinge bei den bayerischen winterlichen Temperaturen noch zu durchleiden hatten. Nur wenige konnten diese Erniedrigung /Katastrophe/ Shoah überleben. Am 24. April 1945 wurden sie auf den Todesmarsch in die „Alpenfestung“ geschickt.

Historische Aufnahme der ersten internationalen Holocaustgedenkfeier am 27.Januar 2005 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Historische Aufnahme: Landesrabbiner Dr. Henry Brandt mit seiner Frau am 27.Januar 2005

 

Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung hat die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ mit der Organisation und Durchführung der Gedenkfeier beauftragt. Alle Menschen die „guten Willens“ sind, sind herzlich eingeladen. Die Bürgervereinigung wird am 27. Januar 2011 durch eine Kranzniederlegung allen Opfern des Holocaust gedenken.

Damit will sie ihre Solidarität mit den Worten von Papst Benedikt XVI. ausdrücken, der am 28.1.2009 sein Ziel klar umriss: „Die Shoah ist eine ständige Mahnung gegen das Vergessen, gegen das Leugnen und gegen das Verharmlosen.“
Wir erinnern der wegen einer menschenverachtenden Rassenideologie ermordeten jüdischen Mitmenschen und wegen der Zerstörung der Menschenwürde an diesem Ort, damit wir uns sofort in der Zukunft gegen antisemitische und rassistische Parolen und Demonstrationen erheben! Nicht kleinmütig reagieren, sondern selbst uns aktiv in diesen „Internationalen Gedenktag“ einreihen.

Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung sowie ihre Geschäftsleitung, die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert, möchte alle Bürger, alle Mandatsträger, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders unsere jungen Mitbürger herzlich einladen, gemeinsam mit den Vereinten Nationen diesen Tag mit Leben für die Zukunft zu erfüllen.


Pressestimmen zum Internationalen Holocaustgedenktag in Landsberg


9. November 2010

Zur Gedenkfeier der 72. Wiederkehr der Reichspogromnacht lädt die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung am Dienstag, den 9.11.2010 um 16.30 vor dem Gedenkstein der deutschen jüdischen Opfer des Holocaust auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte ein.

Ein deutscher Holocaustüberlebender, der in England Zuflucht fand, neben dem deutschen Gedenkstein auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte (2006).

Was geschah in der Reichspogromnacht 1938 in der Stadt und dem Landkreis Landsberg?

Zu diesem weltgeschichtlichen Ereignis gibt es zwei untrügliche Quellenzeugnisse: Den Bericht des Landsberger Oberbürgermeisters Linn an die Gestapo und den Zeitungsbericht an alle Bürger des Landkreises Landsberg. Beide Quellen zeichnen sich durch ihre klaren Aussagen aus.

Schreiben des NS-Oberbürgermeisters Linn vom 11.11.1938 an die Gestapo und die Regierung von Oberbayern über den Verlauf der Reichspogromnacht 1938 in Landsberg.

Zeitungsbericht der „Landsberger Zeitung“ vom 11.11.1938

Schon im März 1933 wurden 16 Landsberger Bürger in „Schutzhaft“ (KZ - Dachau) genommen. Dies waren zunächst die politischen Gegner, 1938 waren es in der Reichspogromnacht die rassisch verfolgten jüdischen Mitbürger dieser Stadt.

Die Bürger Landsbergs jüdischen Glaubens waren - nach Oberbürgermeister Linns Schreiben vom 11.11.1938 - 6 weibliche und vier männliche Mitglieder. Diese vier männlichen Mitglieder erfüllten nicht einmal die Forderung des Talmuds der Minjan – zehn erwachsene männliche Mitglieder - für eine Synagogenfeier am Sabbat.

Ein Dokument der Entrechtung und Diskriminierung: Kennkarte des am 12.Dezember 1887 in Landsberg geborenen Kaufmanns Max Weimann. Ausgestellt am 6. Januar 1939, gültig bis zum 6. Januar 1944. Er muss den jüdischen Zusatzvornamen Israel tragen und ein der hebräischen Schrift nachgebildetes J für die rassistische Kennzeichnung! Max Weimann wohnte direkt am Sandauer Tor.

An diese Ereignisse der politischen und rassistischen Entrechtung von Landsberger Bürgern wollen wir erinnern: zur Erinnerung an unsere verfolgten Mitbürger während der Zwangsherrschaft des Nationalsozialismus in unserer Stadt und als Mahnung für das Menschenrecht der gesetzlichen Gleichheit aller Bürger in unserem Grundgesetz. In diesem Sinne geht eine herzliche Einladung an alle Bürger, die politischen und religiösen Verantwortlichen, an die alten und jungen Mitbürger an dieser Gedenkfeier teilzunehmen! Auf der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ wird das tödliche Ende dieser Entwicklung konkret sichtbar.

Für die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung die Geschäftsführung „Landsberg im 20. Jahrhundert“


03. Oktober 2010 – Nationalfeiertag

Am Sonntag, den 3. Oktober 2010 - unser Nationalfeiertag zum 20jährigen Jubiläum der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 - um 10.00 Uhr bietet die Geschäftsführung der „Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung“ eine dokumentierte Führung mit historischen Bildern und Luftaufnahmen und der Deutung der archäologischen Spuren der Europäischen Holocaustgedenkstätte und des „Weges der Menschenrechte und der Menschenwürde“ an.

Die Führung beginnt zunächst am „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ mit seinen drei Basaltsteineinheiten: Familie - Individuum - Solidarität - und führt hin zur „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ mit den Gedenksteinen der europäischen Staatspräsidenten.

Warum dies an unserem Nationalfeiertag und an diesem Ort?

Der israelische Historiker Dan Diner hat im Jahre 1988 das vielzitierte Wort vom „Zivilisationsbruch“ dieses historischen Ereignisses geprägt und stellte fest: „Der Holocaust ist die ungeschriebene Verfassung der Bundesrepublik“.

Im September 1990 wurde das Gründungsmitglied der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ - Anton Posset - von der „Israeli Landsberg – Kaufering Association“ zu deren Gründung mit einem Vortrag eingeladen. Zum ersten Mal wurde in der Universität von Tel Aviv auch eine kleine Ausstellung – mit hebräischen Erklärungen – über das KZ-Kommando Kaufering ausgestellt. Im Rahmen dieses Besuches wurde die Erinnerungsarbeit über das jüdische KZ-Kommando Kaufering in Yad Vashem öffentlich geehrt. Für das Archiv der Gedenkstätte von Yad Vashem wurde eine einstündige Zeitzeugendokumentation erstellt.

Anschließend haben sich die israelischen Medien dafür interessiert, welche Einstellung der geehrte Redner zu dem Ereignis der Wiedervereinigung und der formulierten Verfassung habe. Dies wohl auf dem Hintergrund der von Dan Diner in Gang gesetzten Diskussion über den Holocaust als „ungeschriebene Verfassung der Bundesrepublik“. Er erklärte, dass er in der neuen gemeinsamen Verfassung einen zukunftsweisenden Passus vermisse, der an die Tatsache des Holocaust erinnere. „Wir müssen diesem Gedächtnis verpflichtet bleiben, ohne die Idee der Freiheit zu verraten!“ Er verwies auf die Präambel der Bayerischen Verfassung vom 1.12.1946, wo dieser „Zivilisationsbruch“ eindeutig ausgesprochen wird: Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats -und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des Zweiten Weltkrieges geführt, in dem festen Entschlusse den kommenden deutschen Geschlechtern die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechtes dauernd zu sichern, gibt sich das Bayerische Volk eingedenk seiner mehr als tausendjährigen Geschichte nachstehende demokratische Verfassung“.

Die Verfassung bietet stets ein Forum, auf dem alle über alles diskutieren können. Es wäre Aufgabe der Verfassungsrechtler gewesen in knappen Worten – 45 Jahre nach dem historischen Ereignis des Holocaust – dies in die Verfassung aufzunehmen. Unserem staatspolitischen Gewissen ist heute mehr als je die Aufgabe gestellt, den Holocaust als „ungeschriebene Verfassung“ beharrlich zu erinnern und zugleich die Bürgerrechte der geschriebenen Verfassung radikal ernst zu nehmen.

Die „Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung“ sieht es als ihre vordringlichste Pflicht an, am „Ort der Verbrechen gegen die Menschheit und Menschlichkeit“ stets daran zu erinnern und gleichzeitig mit dem „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ die geschriebene Verfassung mit Leben zu erfüllen. Dies muss die Grundlage für unser Verfassungsdenken nach Auschwitz /Kaufering sein. Deshalb ergeht hierzu unsere herzliche Einladung an alle Bürger und gesellschaftlichen Gruppen, an Alt und Jung! So wird dieser Nationalfeiertag lebendig und zukunftsorientiert!

EuropäischeStaatsmänner erinnern an den Holocaust am Ort des Verbrechens auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte in Landsberg
„Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ – „… die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechtes sichern…“ (Präambel der Bayer. Verfassung 01.12.1946)

12. September 2010


Tag des offenen Denkmals: „Erzwungene Migration – Vernichtung durch Arbeit“ auf der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“

Deutung und Führung dieser erzwungenen Migration/Deportation auf den Spuren der Europäischen Holocaustgedenkstätte – Geschichte und Erinnerung am Ort des Holocaust von 1944/1945

In diesem Jahr lädt die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung zum zweiten Mal alle interessierten Bürger aus nah und fern anlässlich des „Tages des Offenen Denkmals“ zu einem Besuch ein. Die Organisation und Durchführung der Führungen und Veranstaltungen wird von der mit der Geschäftsleitung beauftragen "Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert" in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege übernommen.


Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung bietet an diesem Tag folgende Führungen und Veranstaltungen an:

Um 14.00 Uhr: Oberkonservatorin Frau Dr. Susanne Fischer vom Bayerischen Landesamt für Denkmal-pflege und die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung informieren gemeinsam über die bisherigen Ergebnisse der bautechnischen und bauchemischen Untersuchungen an den Tonröhrenunterkünften (KZ-Erdbunker) auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte und erläutern aus heutiger Sicht mögliche konservatorische Maßnahmen zum Erhalt dieser Bauwerke. Die Besucher erhalten darüber hinaus Gelegenheit, sich vor Ort fachkundig über die Einmaligkeit, Entstehung, Herkunft und Bauweise dieser KZ-Unterkünfte für Frauen zu informieren.


Um 15.00 Uhr: gleiches Programmangebot wie oben (Nr. 1). Durchführung: Oberkonservatorin Frau Dr. Susanne Fischer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung.


Um 16.00 Uhr: Im Anschluß wird von der Geschäftsleitung der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung, der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert, eine Führung durch die Europäische Holocaustgedenkstätte angeboten. Dabei werden unter anderem weitere archäologische Relikte und Spuren auf der Gedenkstätte und die Bedeutung des „Weges der Menschenrechte und Menschenwürde“ mit seinen sechs Basaltsäulen von der Erpftingerstrasse zur Europäischen Holocaustgedenkstätte erklärt.


Ab 17.00 Uhr: – der Schließung der Europäischen Holocaustgedenkstätte - wird eine Radtour durch die drei jüdischen KZ-Kommandos – Kaufering VII, Kaufering I, und Kaufering XI - und deren Spuren und Reste mit den entsprechenden Hinweistexten auf dem Stadtgebiet von Landsberg angeboten. Das „SS-Arbeitslager und KZ-Kommando Landsberg“, wo in diesem Frühsommer 2010 des Aufrufes zum 70. Jahrestag von General de Gaulle in London vom 18. Juni 1940 und der dort deportierten französischen Widerstandskämpfer eine Gedenkfeier stattfand – auf dem Penzinger Flugplatz - kann aus militärischen Gründen in diese Radtour nicht einbezogen werden.

Wir bitten unsere Besucher um Verständnis, daß der Besuch unserer Veranstaltungen aus haftungsrechtlichen Gründen vorher anzumelden ist. Wir bitten aus diesem Grund interessierte Besucher sich bis spätestens

Freitag den 10.September 2010

unter der Telefonnummer 08191/ 22 380 oder unter vorstand@buergervereinigung-landsberg.de anzumelden.

Der Parkplatz Europäische Holocaustgedenkstätte befindet sich direkt neben der Erpftinger Straße in 86899 Landsberg am Lech. Vor dem Zugang befindet sich das Hinweisschild auf die Gedenkstätte und die Fahne der europäischen Denkmalstiftung! Zur Anfahrt können Sie auch den Routenplaner auf unser Webseite benutzen

 

 

Erzwungene Migration – Deportation - „Vernichtung durch Arbeit“
Eine historische Installation am Ort des Verbrechens

Vor der im Jahre 2006 zusammengebrochenen Tonröhrenunterkunft des ehemaligen KZ-Frauenlagers Kaufering VII steht die Installation „Erzwungene Migration, die sich ausschließlich aus Elementen der hier gefundenen Reste diese jüdischen KZ-Kommandos Kaufering zusammensetzt. Im Jahre 1944 und 1945 wurden in acht Transporten jüdische Menschen aus ganz Europa in dieses KZ-Kommando Kaufering gebracht: von der Rampe in Birkenau, aus Ungarn, aus Litauen, aus Griechenland, aus Frankreich, aus Polen, aus der Slowakei und Tschechien, aus Holland, Belgien, Russland und Deutschland - insgesamt aus 25 europäischen Nationen.
Jedes Element dieser Installation steht für einen Teil der erzwungenen Migration. Die Kippelore auf einer Kleinbahn-schiene für die Zwangsarbeit der KZ-Häftlinge.
Der große Kamin für die zwei Dutzend Tonröhrenunterkünfte, die es im KZ-Kommando Kaufering gab. Diese vor allem für Frauen. Der kleine Kamin ist das letzte erhaltene Element von ca.500 Erdhütten dieses jüdischen KZ-Kommandos Kaufering von 1944/1945.
Der Mörtelkübel steht für die tägliche Arbeit der hier in 11 jüdischen KZ-Lagern von Kaufering zusammengepferchten 28 832 KZ-Häftlinge
Alle Elemente sind von einem auf diesem KZ-Gelände gefundenen Stacheldrahtverhau umgeben, als Symbol der Unfreiheit für die zwangsweise Unterbringung in diesen KZ-Lagern.
In der Kippelore ist ein aus Stacheldraht gebundener Davidstern als Hinweis auf seine KZ-Häftlinge befestigt. Dieser wirft seinen Schatten in die Ladeschale der Kippelore. Dieses Wechselspiel von Licht und Schatten steht für die unendlichen Leiden und den Tod der jüdischen Menschen aus ganz Europa im KZ-Kommando Kaufering.


27. April 2010

Gedenkfeier zur Erinnerung an den 65. Jahrestag der Befreiung der Vernichtungslager des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering und des „SS-Arbeitslagers Landsberg“

Um 16.00 am Dienstag, den 27. April 2010 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Authentische Zeitzeugenberichte aus den verschiedenen KZ-Außenkommandos Kaufering des Jahres 1944/1945

Befreiung am 27. April 1945 von Kaufering IV: Tod und Überleben vor den Augen des amerikanischen GI’s Julius E. Bernstein, Riverside USA

 

Zum 65. Jahrestag der Wiederkehr der Befreiung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering sollen dieses Mal authentisch Personen sprechen, die als betroffene Überlebende diese Stunden durch – und miterlebt haben. Es sind Zeitzeugnisse, unmittelbar nach den Ereignissen oder vor 30 Jahren auf Befragung aufgezeichnet. Diese Zeitzeugnisse zählen deshalb soviel, da sie nicht durch zu lange Zeitabschnitte und zu viele gehörte Begegnungen beeinflusst worden sind. Ihre Authentizität ist einzigartig für dieses weltgeschichtliche Ereignis.

Der Chronist Jules Jost *1914 – 1998, der die Ankunft der 9 Transporte der jüdischen KZ-Häftlinge aus 25 Nationen von der Rampe in Auschwitz, über die Gettos in Litauen bis hin zu den Transporten der Aufräumungskommandos des Gettos in Warschau aufzeichnen musste. Dieser luxemburgische KZ-Priester wurde 1983 in Dalheim/Luxemburg mehrere Stunden befragt. Er bezeichnete diese Vorgänge als die „Apokalypse der Juden Europas“.
Der berühmte Wiener Logotherapeut Prof. Viktor E. Frankl *1905 – 1997 –Kaufering III und Kaufering VI – hat Textstellen einst selbst autorisiert für eine Mitgliederbroschüre. Er war von Februar 1984 bis zu seinem Tod Mitglied der Bürgervereinigung und wurde sogar Ehrenmitglied. Eine Ehre, die er nur für seine ermordeten Kameraden angenommen hat.
Der litauische Schneider Sloma Pasternak * 1910 - 2007 berichtet vom Ende des Todesmarsches in die Alpenfestung, wo er in Waakirchen befreit wurde. Er ist in Deutschland geblieben und hat bis zum hohen Alter von 97 Jahren in Türkheim als geachteter Schneider mit seinen beiden Söhnen gelebt.
Der französische jüdische Holocaustüberlebende Maxi Librati *1925 – marokkanischer Herkunft – trägt die Auschwitznummer am Unterarm - berichtet uns von seinem Aufbruch im KZ - Lager Kaufering IV und seiner Befreiung nach dem Todesmarsch im KZ-Lager Allach.
Der französische Auschwitzüberlebende und Überlebende von Kaufering VII Charles Baron * 1926 Paris - er trägt die Auschwitznummer am Unterarm - der aus dem Transportzug nach Dachau bei Schwabhausen floh und durch die Hilfe des Bauern Seiler in Pestenacker gerettet wurde, berichtet über die letzten Stunden vor der Befreiung durch die Truppen der Amerikaner.
Die ungarisch/deutsche Überlebende des KZ-Kommandos Kaufering I und Lagerschreiberin Gisela Stein – Popper * 1914 Berlin – später Stone – berichtet über ihre Aufgaben und Erfahrungen ihrer Arbeit im KZ-Lager Kaufering I. Sie ist in die USA ausgewandert und dort 2000 in Palm Beach gestorben.
Der amerikanische US-Soldat Julien Saks *1910 – 1993 mit deutschen Vorfahren aus Obereselsbach in Bayern berichtet uns von der Situation, wie er den Holocaust in KZ-Lager Kaufering IV mit seiner Panzereinheit vorfand. Ein Portrait seiner Tochter Judith Saks.
Die Überlebenden französischen Widerstandskämpfer des „SS-Arbeitslagers Landsberg“ – auf dem Penzinger Fliegerhorst – Georges Charpak * 1924 (Nobelpreisträger der Physik) – jüdischer Herkunft – und Viktor Boulerot *1922 berichten vom Aufbruch ihres KZ-Kommandos und der ersten Begegnung mit jüdischen Überlebenden des KZ-Kommandos Kaufering.
Der ungarische Überlebende Dr. Yehuda Garay aus Pecs hat schon 1946 seine Erlebnisse in handschriftlicher Form festgehalten. Es sind authentische Berichte seiner Erfahrungen in verschiedenen KZ-Kommanden des KZ-Lagers Kaufering. Es wird aus dem Originalwerk eine Passage vorgetragen. Erst 2005 konnte dieses Werk in Deutschland veröffentlicht werden.
Der handschriftliche Lebensbericht des KZ-Kommandanten von Kaufering II und Kaufering VII Obersturmführer Arno Lippmann * 1890 - 1946. Hierin zeigt sich, wie die Täter ihre "Arbeit" bei der Vernichtung des europäischen Judentum im KZ-Kommando Kaufering gesehen und auch von der Nachwelt gesehen haben wollten. Er wurde 1946 in Landsberg nach dem Urteilspruch des Dachauprozesses hingerichtet und fand sein Grab auf dem 2003 entwidmeten Spöttinger Friedhof.

Auch in diesem Jahr werden die beiden Elemente der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ der „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ und der „Ort des Verbrechens“ symbolhaft zusammengeführt. Die Erinnerung an die Vergangenheit und die Aufgabe für die Gegenwart und Zukunft gegen Rassismus, Antisemitismus und Totalitarismus.  

Es ergeht herzliche Einladung an alle Bürger, besonders an die in religiöser, politischer schulischer, militärischer und gesellschaftlicher Verantwortung stehenden Mitbürger, die Lehrer und die Schüler aller Schularten!

Grußworte:

Association Fonds Mémoire d´Auschwitz vom 16.April.2010


Die Woche der Brüderlichkeit 2010 mit dem Thema: „Verlorene Maßstäbe“ Reden – lernen – erinnern

Zum Abschluss der Woche der Brüderlichkeit lädt die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ am Sonntag, den 14. März 2010 um 15.00 auf die Europäische Holocaustgedenkstätte ein.

Aus dem Grußwort des Herrn Ministerpräsidenten Horst Seehofer:

„Die Woche der Brüderlichkeit setzt seit Jahren wichtige Akzente im geistigen Leben unseres Landes. Sie erinnert an die Verbrechen des Nationalsozialismus, mahnt zur Achtung vor der Menschenwürde des Menschen, fördert den Dialog zwischen Juden und Christen und trägt dazu bei, dass wir uns der religiösen und ethischen Wurzeln unserer Gesellschaft bewusst werden. Immer wieder wird dabei deutlich, dass Juden und Christen mehr verbindet als trennt…Auch ethische Maßstäbe brauchen Fixpunkte. Da wir nicht wissen können, was uns die Zukunft bringt, können wir die Fixpunkte nur in der Vergangenheit finden. Die christlichjüdische - humanistische Tradition ist und bleibt Ursprung unseres ethischen Koordinatensystems“.

Dieses Wissen muss weiter in die Gesellschaft hineingetragen werden. Ein Treffen aus diesem Anlass an diesem Ort, wo beide Elemente miteinander verbunden sind, ist ein Bekenntnis zu unserer Demokratie.

Erinnern: Holocaustdenkmal vor dem im April 2006 eingestürzten KZ – Tonröhrenbauwerk

Mahnung zur Achtung: „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde"

Hier können wir unsere Selbstvergewisserung bestens erkennen: es ist unsere politische und religiöse Erinnerungskultur. Welche Maßstäbe haben wir in der Vergangenheit verloren, dass es zu diesen menschenvernichtenden Verbrechen vor den Augen aller kommen konnte? Welche Maßstäbe gehen uns gegenwärtig verloren? Hier ist kein Ort des Jammerns, sondern hier müssen wir uns über unsere Werte und Maßstäbe heute befragen. Es ist der Ort, an dem wir uns über unsere aktuelle Befindlichkeit Rechenschaft ablegen können: Schweigen oder den Mund öffnen! Der Ort, an dem in vergangenen 65 Jahren viel verschüttet, zerstört und verharmlost wurde. Den Holocaust in unserem Landkreis in den 11 jüdischen Außenkommandos des KZ-Lagers Kaufering kann man nicht mehr leugnen. Ein langer Weg seit den 80er Jahren, wo sich vorgegebene Maßstäbe verloren und verschoben haben. Wir müssen weiterhin Maßstäbe / Fixpunkte setzen, um unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, unserer Religionszugehörigkeit und unser Geschichte gerecht zu werden.

An alle Bürger, die „guten Willens sind“ (Viktor E. Frankl), an alle Mandatsträger, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders an unsere jungen Mitbürger ergeht eine herzliche Einladung, gemeinsam mit der Europäischen Holocaust Stiftung die Woche der Brüderlichkeit mit dem Motto „Verlorene Maßstäbe“ so mit Leben für die Zukunft zu beenden

Weitere Auskünfte sind unter E-Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de oder Telefon 08191/22 380 möglich.


27. Januar 2010

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

„Der Holocaust, eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit". Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz am 30. November 2005

Gedenkfeier der Solidarität zum 65. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten

Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 16.00 auf der der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Seit 1986 gedenkt die Bürgervereinigung dieses Tages; am 27.Januar 2010 gedenken wir gemeinsam zum fünften Mal mit den Vereinten Nationen des Internationalen Holocausttages am Ort des Verbrechens. In den elf jüdischen Lagern des KZ-Kommandos Kaufering dauerte die Menschenvernichtung noch weitere drei Monate, bis die alliierten Truppen diese jüdischen KZ-Häftlinge am 27.April 1945 befreiten. An diesem historischen Ort wird allen verständlich, welche Leiden und Qualen diese jüdischen KZ-Häftlinge bei den bayerischen winterlichen Temperaturen noch zu durchleiden hatten und nur wenige diese Erniedrigung /Katastrophe/ Shoah überleben konnten und am 24. April 1945 auf den Todesmarsch in die „Alpenfestung“ geschickt wurden.

Die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ will nach den ungeheuerlichen Leserbriefen eines Mitbürgers über die Mörder auf dem Kriegsverbrecherfriedhof Spötting in Gegenüberstellung zu den Aussagen des SS-Kommandanten von Kaufering VII Arno Lippmann und seiner Ehefrau ein Signal setzen, dass derartige Leserbriefe klar gegen die von Papst Benedikt XVI in einer Generalaudienz vom 28.1.2009 getroffene Aussage verstoßen: „Die Shoah ist eine ständige Mahnung gegen das Vergessen, gegen das Leugnen und gegen das Verharmlosen."

Links: Statement Arno Lippmann – SS-Kommandant von KZ - Kaufering VII – Dachau Trials 4.11.1945; Rechts: Leserbrief aus dem Landsberger Tagblatt vom 19./20.12.2009

Dazu dürfen wir nicht schweigen, wenn wir gedenken, uns an den Holocaust erinnern und versammeln wegen der Zerstörung der Menschenwürde in dieser Stadt und vor ihren Toren. Es soll der wegen einer menschenverachtenden Rassenideologie ermordeten jüdischen Mitmenschen gedacht werden, damit wir in der Zukunft gegen antisemitische und rassistische Parolen und Demonstrationen nicht schweigen! Wir wollen nicht kleinmütig reagieren, sondern selbst uns aktiv in diesen „Internationalen Gedenktag“ einreihen.

An alle Bürger, die „guten Willens sind“ (Viktor E. Frankl), an alle Mandatsträger, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders an unsere jungen Mitbürger ergeht eine herzliche Einladung, gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Europäischen Holocaust Stiftung diesen Tag mit Leben für die Zukunft erfüllen. Anmeldung wäre aus organisatorischen Gründen gewünscht: E-Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de oder Telefon 08191/22 380.

 


Gedenken zur 71. Wiederkehr der Reichspogromnacht

Die „Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung“ lädt zur diesjährigen Gedenkfeier für diesen denkwürdigen Tag schon am Sonntag, den 8. November 2009 um 15.00 auf die Europäische Holocaustgedenkstätte ein.

Damit sollte auch allen berufstätigen Mitbürgern die Möglichkeit geboten werden, an diesem denkwürdigen Tag der deutschen Geschichte an dieser Gedenkfeier teilnehmen zu können.

Der 9. November 1938 – 71.Wiederkehr der Reichspogromnacht

Die Lokalzeitung wartete am 10.11.1938 mit der Schlagzeile auf: „Der Landkreis Landsberg ist judenrein!“.

 

Der 9. November 1983 – Gründung der Bürgervereinigung “Landsberg im 20. Jahrhundert“

Im Anschluss an die erste Gedenkstunde auf dem jüdischen KZ-Friedhof Kaufering I in Landsberg für die 45.Wiederkehr der Reichspogromnacht wird von 9 Bürgern die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ gegründet.

 

Der 9. November 1984 - 25. Wiederkehr der Errichtung des ersten Gedenksteins in Kaufering III mit Herrn Prof. Viktor E. Frankl

Vor der Gedenkfeier 1984 erklärte Prof. Frankl bei einem Rundgang durch das KZ-Kommando Kaufering wichtige Stellen aus seinem Buch „…Trotzdem Ja zum Leben sagen“.

Prof. Frankl war Ehrenmitglied der Bürgervereinigung bis zu seinem Tod im September 1997.

Die Gedenktafel von Kaufering III: Sie war die erste Gedenktafel für das jüdische KZ-Kommando am Ort des Verbrechens im Landkreis Landsberg. Die von Mitgliedern der Bürgervereinigung mit Prof. Viktor E. Frankl entworfene Tafel wurde am 10.9.1984 von ihm der Öffentlichkeit übergeben. Im Alleingang hat der damalige Kauferinger Bürgermeister Jung dafür die materiellen Voraussetzungen geschaffen. Anschließend stellte sich Prof. Frankl in einer öffentlichen Diskussion den Bürgern in Kaufering.

Der 9. November 1989 - 20. Wiederkehr des Mauerfalls in Berlin

Die Bilder vom Fall der Mauer am 9. November 1989 sind durch die Medien in unseren Köpfen und in unserem Denken. Sie müssen an unsere Jugend weitergegeben werden. Bürger stehen jubelnd auf der Mauer vor dem Brandenburger Tor. „Wir sind das Volk! - Bitte keine Gewalt!“ hat seine Erfüllung auf friedliche und rechtlich gesicherte Weise stattgefunden. Unser Vaterland ist in Freiheit wiedervereinigt! Die Forderung der Kauferinger Gedenktafel ist so eingelöst worden.

 

Das Präsidium der „Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung“ lädt zu dieser Gedenkfeier alle Bürger herzlich ein.

 

Sollten Bürger eine Führung anlässlich dieses Gedenktages im Anschluss an die Gedenkfeier durch die „Europäische Holocaustgedenkstätte“ wünschen, so bittet die Geschäftsleitung der Gedenkstätte um eine rechtzeitige Anmeldung (Freitag, den 7.11.2009) für die entsprechenden Vorbereitungen: Telefonnummer 08191/ 22 380 oder der Emailadresse: vorstand@buergervereinigung-landsberg.de

 


3. Oktober 2009 - Nationalfeiertag

Die ehemalige „Romantische Strasse“ – der Erinnerungsweg durch das Rüstungsprojekt „Ringeltaube“ mit den Lagern des KZ-Kommandos Kaufering

Seit 30 Jahren begeht die Bürgervereinigung das Gedenken unseres Nationalfeiertages auf der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“. Zunächst am 17.Juni – den Aufstand in Berlin gegen die sowjetische Unterdrückung - heute am 3. Oktober zur Erinnerung an die friedliche Revolution und Wiedervereinigung unseres Vaterlandes.

Am 17. September 2009 wurde unter großer Anteilnahme von Kommunal - Regional – Landes - und Bundespolitikern das neue Stück der ehemaligen „Romantischen Strasse" am "Landsberger Kreisel" von Kloster Lechfeld bis Friedheim/Landsberg eröffnet. Auch die Bevölkerung durfte daran teilnehmen.

Dieses neue Teilstück der ehemaligen „Romantischen Strasse“ durchquert jetzt auf 26 Kilometern von der Gemeindegrenze Hurlach bis zur Gemeinde Seestall das ehemalige Rüstungsprojekt „Ringeltaube“ mit seinen 11 jüdischen Konzentrationslagern des KZ-Kommandos Kaufering.

Diese ehemalige "Romantische Strasse" durchtrennt gleichmäßig zu beiden Seiten diesen historischen Erinnerungsweg des 20. Jahrhunderts. Dafür mussten zunächst auf dem Boden der Gemeinde Hurlach die letzten Bodenreste des KZ - Kommandos Kaufering IX beseitigt werden wie auch andere denkmalgeschützte Bodenreste des KZ-Kommandos Kaufering zerstört wurden. Gleichmäßig liegen fünf jüdische KZ-Lager in südlicher Richtung nach Osten und nach Westen. Die drei Riesenbaustellen liegen mit ihren Bauten und Baugruben im Westen.

Entlang diesem Straßenprojekt führen jeweils aufgekieste Wege, die aus Unterhaltsgründen nötig wurden. Auf diesen Wegen kann man künftig den "Erinnerungsweg - Rüstungsprojekt “Ringeltaube“ – KZ-Kommando Kaufering“ einrichten.

Eine Arbeitsgruppe in Landsberg will diese Erinnerungsarbeit mit fast fünf Dutzend Hinweisschildern jetzt schultern! Ein lobenswertes Unterfangen, sich mit der jüngsten Landkreisgeschichte so intensiv auseinander zu setzen.

Am Samstag, den 3. Oktober 2009 (Nationalfeiertag) um 10.00 Uhr bietet die Geschäftsführung der „Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung“ eine gut dokumentierte Radtour an - mit Bildern und Luftaufnahmen - entlang der neuen ehemaligen „Romantischen Strasse“ durch das südliche Drittel dieser Straßenführung: der „Erinnerungsweg durch das Rüstungsprojekt „Ringeltaube“ und seiner jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering“.

 

Es handelt sich um den Erinnerungsweg von 20 Kilometern. Ausgangspunkt ist der Parkplatz vor der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ in Landsberg. Es werden bei dieser ersten Radtour vier verschiedene KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering mit vier/fünf verschiedenen jüdischen KZ-Friedhöfen und eine Großbaustelle angefahren. Die Dauer der Radtour beträgt zwei Stunden!

 

Um Pünktlichkeit wird ebenso gebeten wie um stabile Räder. Der Weg eignet sich auch bestens für Kinder und Jugendliche, da stets auf gekiesten Wegen und nur kurze Stücke auf geteerten wenig befahrenen Kreisstrassen geradelt wird! - Es ergeht herzliche Einladung!


13.09.2009

Tag des offenen Denkmales „Europäische Holocaustgedenkstätte“

Deutung und Führung durch die Spuren der Europäischen Holocaustgedenkstätte –Geschichte und Erinnerung am Ort des Holocaust von 1944/1945

Im Jahre 2009 wurde die "Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung" gegründet.

In diesem Jahr lädt zum ersten Mal das Präsidium der Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung alle interessierten Bürger aus nah und fern anlässlich des „Tages des Offenen Denkmals“ zu diesem Tag und einen Besuch ein. Die Organisation und Durchführung der Führungen und Veranstaltungen wird von der mit der Geschäftsleitung beauftragen "Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert" übernommen.

Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung hat folgende Führungen und Veranstaltungen an diesem Tag anzubieten:

  1. Um 14.00 wird es eine fachkundige Führung durch die Europäische Holocaustgedenkstätte mit ausführlichen historischen und archäologischen Darlegungen der Spuren von einer Stunde angeboten. Vorstandsmitglieder wurden als Geschäftsführung von der Stiftung beauftragt die historischen, bautechnischen, archäologischen Spuren den Besuchern ebenso zu erklären, wie diese auch in den Zusammenhang mit der heutigen und zukünftigen Erinnerung an dieses Weltereignis in Landsberg zu deuten sich bemühen. In gleicher Weise wird der „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ mit seinen sechs Basaltsäulen von der Erpftingerstrasse zur Europäischen Holocaustgedenkstätte erklärt.
  2. Von 14.00 bis 17.00 wird es möglich sein, auf einer vorgegebenen Führungslinie sich die einzelnen Bestandteile der Europäischen Holocaustgedenkstätte eigenständig zu erarbeiten und kennen zu lernen.
  3. Ab 17.00 – der Schließung der Europäischen Holocaustgedenkstätte - wird eine Radtour durch die drei jüdischen KZ-Kommandos – Kaufering VII, Kaufering I, und Kaufering XI - und deren Spuren und Reste mit den entsprechenden Hinweistexten auf dem Stadtgebiet von Landsberg angeboten. Das SS-Arbeitslager und KZ-Kommando Landsberg – auf dem Penzinger Flugplatz - kann aus militärischen Gründen in diese Radtour nicht einbezogen werden.

Es ist unerlässlich, den Besuch dieser Veranstaltungen aus der Sicht des Präsidiums der Stiftung aus Haftungsgründen und wegen der zu gewährleistenden Verkehrssicherungspflicht anzumelden.

Dies kann bis spätestens Freitag, den 11.09.2009 sowohl unter der Telefonnummer 08191/ 22 380 als auch an die durch Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte beauftragte Geschäftsführung erfolgen. E-Mail: vorstand@buergervereinigung-landsberg.de

Wie können Sie die Europäische Holocaustgedenkstätte erreichen? Im Routenplaner die genannte Adresse eingeben und sie erhalten die entsprechende Auskunft! Vor dem Zugang befindet sich Fahne der europäischen Denkmalstiftung!

Ort der Geschichte mit den letzten Tonröhrenbauresten der Gedenkstätte

Ort der Erinnerung mit den Gedenksteinen von 11 europäischen Staatsmännern


Hoher Besuch aus der Slowakei

Am 20. Mai 2009 legten drei Vertreter der jüdischen Gemeinden der Slowakei darunter der Präsident des Zentralrats Tomas Lang gemeinsam mit dem slowakischen Generalkonsul Frantisek Zemanoviè und Konsul Juraj Kliment einen Kranz auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte am Gedenkstein der slowakischen Republik nieder.

"Mitglieder der jüdischen Gemeinden der Slowakei und zwei Vertreter des Generalkonsulats der Republik Slowakei aus München vor einem der  historischen KZ-Frauen-Erdbunker (von links nach rechts)"

„Die Delegationen auf dem Weg zum Gedenkstein der Republik Slowakei“

Der vom slowakischen Staatspräsidenten Ivan Gasparovic im Gedenken an die hier ermordeten Juden aus der Slowakei wurde am 5. Mai 2005 unter Anwesenheit des Leiters der slowakischen Staatspräsidentenkanzlei, Professor Cic, übergeben: eine Stele in Form eines in den Himmel ragenden Davidsterns. Jetzt legten die Vertreter der jüdischen Gemeinden, die bereits damals an der feierlichen Enthüllung des Gedenksteins teilnahmen gemeinsam mit den Vertretern des slowakischen Generalkonsulats einen Kranz in ihren Landesfarben vor dieser Stele nieder. Die jüdischen Gäste hinterließen entsprechend der jüdischen Tradition des Trauerns und Gedenkens Steine auf der Konsole der Davidstele zurück.

Im Anschluss wurde den Gästen die einzelnen Gestaltungselemente der Europäischen Holocaustgedenkstätte erklärt: die Einheit der 12 Gedenksteine von europäischen Staatspräsidenten, die archäologischen Spuren der ehemaligen Erdhütten am Ort des Verbrechens – und der „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ zur Gedenkstätte. Mit besonderem Interesse verfolgten sie die Führung durch die KZ-Erdbunker und die Erklärung ihrer Bauweise und Entstehung.

Ein weiteres Thema war die Tatsache,, dass in der Slowakei eines der sieben Kinder, die im Februar und März 1945 im KZ-Kommando Kaufering I in Landsberg geboren wurden, mit seiner Mutter heute in der Slowakei lebt und diese Frau bald diesen ihren "Geburtsort" hier besuchen und kennenlernen möchte.

Der slowakische Generalkonsul fand zum Abschluss bewegende Worte für die von Bürgern geleistete Erinnerungsarbeit auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte. Für die Zukunft wurde eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten vereinbart.

„Generalkonsul F. Zemanoviè und Konsul J. Kliment der Republik Slowakei nach der Kranzniederlegung"

„Delegation des Zentralrates der Juden der Republik Slowakei vor dem Gedenkstein des Staatspräsidenten I. Gasparovic"

„Der Kranz der Republik Slowakei vor dem Gedenkstein"


27. April 2009

Gedenkfeier zur Erinnerung an den 64. Jahrestag der Befreiung der Vernichtungslager des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering und des „SS-Arbeitslagers-Landsberg“

Um 15.00 am Sonntag, den 26. April 2009 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte mit anschließender Führung

Eingestürzter KZ-Bunker auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte im Februar 2009

Die Gedenkfeier wird auf vielfachen Wunsch von Teilnehmern organisatorisch auf den Sonntag, den 26.April 2009 um 15.00 vorverlegt

Am 27. April 1940 hat der „Reichsführer der SS“ Heinrich Himmler die Errichtung des KZ- Lagers Auschwitz angeordnet. Am 27. April 1945 wurden die jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering und das „SS-Arbeitslager Landsberg“ mit 360 französischen Widerstandskämpfern befreit. Dies ist das endgültige Ende des Holocaust und der Unterdrückung europäischer Demokraten in den KZ-Lagern.

Vor dem Gedenkstein der amerikanischen und französischen Befreier mit der Traditionsfahne der amerikanischen 103. Infanteriedivision wird dieser Befreiung und ebenso der Rückgabe der von der SS in diesen KZ-Lagern zerstörten Menschenwürde gedacht.
Im vergangenen Jahr 2008 waren drei der Kinder des Gauamtsstabsleiters Bertus Gerdes anwesend. Ihr Vater hat durch seine Weigerung eines Befehles aus dem Reichssicherheitshauptamt die absolute Vernichtung aller jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering und der jüdischen KZ-Lager von Mühldorf durch Vergiftung den Tod von 14.500 jüdischen KZ-Häftlingen verhindert.

Der „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ wird so auch an diesem Gedenktag der Befreiung dieser KZ-Lager mit Leben für die Zukunft am Ort des Verbrechens des Holocaust und mit einem Auftrag an die kommenden Generationen erfüllt.
So werden die beiden Elemente der Europäischen Holocaustgedenkstätte symbolhaft zusammengeführt: „Der Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ und der „Ort des Verbrechens“. Die Erinnerung an die Vergangenheit des Holocaust und die Aufgabe für die Gegenwart und Zukunft im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Totalitarismus.

Den Befreiern zu Ehren wird die amerikanische und französische Flagge neben der des Staates Israels gehisst. Dort haben zahlreiche jüdische Überlebende aus dem KZ-Kommando Kaufering eine neue Heimat nach dem Holocaust gefunden.

Es ergeht herzliche Einladung an alle Bürger, besonders an die in religiöser, politischer und gesellschaftlicher Verantwortung stehenden Mitbürger.

Aus gegebenem Anlass und wegen wiederholter Nachfragen wird erneut darauf hingewiesen, dass an jedem ersten Samstag im Monat um 10.00 eine Führung durch die „Europäische Holocaustgedenkstätte“ angeboten wird. Vorherige Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen unter der Adresse: vorstand@buergervereinigung-landsberg.de oder telefonisch unter 08191/22 380 erforderlich. Ausgenommen ist der Monat August!

27. Januar 2009

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

Gedenkfeier der Solidarität zum 64. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten

Dienstag, den 27. Januar 2009 um 16.00, im Gedenkraum eines der Frauen – KZ -Erdbunker der Europäischen Holocaustgedenkstätte

(Parkmöglichkeit vor der Gedenkstätte! Je nach Witterung ist eine Führung möglich!)

Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ mit dem Symbol: Die Familie - im Winter 2008

Am 10.Dezember 2008 wurde an den 60. Jahrestag der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ durch die Vereinten Nationen erinnert. Die Bürgervereinigung hatte zu einer Gedenkfeier auf dem „Weg der Menscherechte und Menschenwürde“ eingeladen. Bei dieser Gedenkfeier standen die Worte des französisch -jüdischen Diplomaten deutscher Herkunft und Überlebenden des KZ-Kommandos Buchenwald Stéphane Hessel (91 Jahre), der an der Entstehung der Menschenrechtscharta aktiv mitwirkte im Mittelpunkt: Kein Zweifel, die Unterzeichnung dieser Resolution am 10.Dezember 1948, hier in Paris, ist der Moment des 20. Jahrhunderts. Ohne den Schock des Holocaust wäre er nicht möglich gewesen(…)Es war der Sieg einer neuen, anderen Vision des Menschen und der Gesellschaft. Für die heutige Generation sind Menschenrechte und rechtsstaatliche Demokratie selbstverständlich. Aber als ich jung war, galt Demokratie als eine Regierungsform unter vielen, und die Menschenrechte galten als eine Fußnote in der Geschichte der Französischen Revolution. Seit dem 10.12.1948 steht fest: Nur solche Staaten und Regierungen sind legitim, die ihre Herrschaft vom Schutz der Menschenwürde ableiten“ .

Am 27.Januar 2009 gedenken wir gemeinsam mit den Vereinten Nationen des Internationalen Holocausttages am Ort des Verbrechens. In den elf jüdischen Lagern des KZ-Kommandos Kaufering dauerte die Menschenvernichtung noch weitere drei Monate, bis die alliierten Truppen diese jüdischen KZ-Häftlinge am 27.April 1945 befreiten. An diesem historischen Ort wird allen verständlich, welche Leiden und Qualen diese jüdischen KZ-Häftlinge bei den bayerischen winterlichen Temperaturen noch zu durchleiden hatten und nur wenige diese Erniedrigung/Katastrophe/Shoah überleben konnten.

Die „Europäische Holocaustgedenkstätte“ im Januar 2009

Die Bürgervereinigung will nach den Demonstrationen von Mitbürgern auf dem Hauptplatz in Landsberg 2008 hier ein weiteres positives Signal setzen, dass wir als Bürger nicht nur auf gerichtlich genehmigte Versammlungen auf nationalistisches Gedankengut reagieren, sondern dass wir uns in steter Erinnerung an den Holocaust und die Zerstörung der Menschenwürde vor den Toren Landsbergs versammeln. Es soll der wegen einer menschenverachtenden Rassenideologie ermordeten jüdischen Mitmenschen gedacht werden, damit wir in der Zukunft gegen antisemitische und rassistische Parolen und Demonstrationen nicht schweigen dürfen! Wir wollen nicht kleinmütig reagieren, sondern selbst uns aktiv in diesen „Internationalen Gedenktag“ einreihen.

An alle Bürger, die „guten Willens sind“ (Viktor E. Frankl), an alle Mandatsträger und Pfarrer und besonders an unsere jungen Mitbürger ergeht eine herzliche Einladung, gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Bürgervereinigung diesen Tag mit Leben für die Zukunft erfüllen. Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen erbeten: E-Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de oder Telefon 08191/22 380.