Landsberg
im 20. Jahrhundert
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Aktuelles

27. Januar 2012

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

„Der Holocaust, eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit". Papst Benedikt XVI. am 30. November 2005

Erinnerungsfeier für den am 18. Dezember 2011 verstorbenen ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel - Gedenkfeier der Solidarität zum 67. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten vor dem Gedenkstein des tschechischen Staatspräsidenten

Freitag, den 27. Januar 2012 um 11.30 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

An diesem Tag gedenken wir vor dem im Jahre 2004 für die Europäische Holocaustgedenkstätte vom tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel für die tschechischen – jüdischen Opfer des Nationalsozialismus seines Lebenswerkes. Es wird keinen Ort in Deutschland geben, wo dieser weltweit anerkannte Humanist /Schriftsteller einen Gedenkstein mit seinem Namen hat errichten lassen und durch den Generalkonsul der Tschechischen Republik (München) in Anwesenheit von Vertretern der Opfer aus Tschechien übergeben hat. Es ist für die Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte eine besondere Ehre die Erinnerung an diesen großen Europäer an diesem Tag zu begehen. Es ist aber auch eine Verpflichtung für seine weltweit einzigartige Geste einen Gedenkstein für die von Bürgern gestaltete Gedenkstätte zu stiften. Ihm zu Ehren wird an diesem Tag die tschechische Fahne gehisst und vor seinem Gedenkstein sein Bild einen würdigen Ort finden.

Der Gedenkstein des tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel steht für sein Lebenswerk für „Wahrheit und Liebe“.

Václav Havel, ein großer humanistischer Europäer, spricht am 11. November 2009, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls vor dem europäischen Parlament.

An diesem Tag des Internationalen Holocaustgedenktages der Vereinten Nationen werden wir aber auch der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz Birkenau durch sowjetische Armeeeinheiten erinnern.

In diesem Jahr werden wir besonders einen der größten Mörder der Weltgeschichte aus dem KZ-Kommando Auschwitz-Birkenau mit der Fortsetzung seines mörderischen Handelns im KZ-Kommando Kaufering II darstellen. So wird dieser Mord an den jüdischen Menschen am Ort des Verbrechens lebendig. Dies ist gegen alle Leugner des Holocaust, der Zerstörung der Menschenwürde und der Verbreitung des Antisemitismus / Rassismus heute gerichtet!

SS-Hauptscharführer Otto Moll, der Mörder von 400 000 ungarischen Juden nach deren Deportationen nach Auschwitz in den Krematorien von Birkenau: vor allem von alten Menschen, Frauen und Kindern. Nach den Selektionen an der Rampe in Birkenau kamen die noch arbeitsfähigen ungarischen – jüdischen Männer in das am 18. Juni 1944 neu geschaffene jüdische KZ-Kommando Kaufering.

Bis zum Befreiungstag war Otto Moll als Mörder und verantwortlicher der Gaskammern in Auschwitz -Birkenau tätig, dann kam er ins KZ-Kommando Kaufering II (Gemeinde Igling). Er hatte zusammen mit dem SS- Obersturmbannführer Schöttl die Leitung des KZ- Kommandos Kaufering II inne, der ebenfalls von Auschwitz kam. Er leitete nach seinen Worten vor den Richtern des Dachauer Prozesses die sechs wichtigsten „Arbeitsgebiete“ im Lager.

Seine Aussagen zu seinem Verhalten, seine „Pflichterfüllung“ treiben jenen, die diese Zeugenaussage heute lesen die Schamröte ins Gesicht. Sie wird in Einzelheiten vorgetragen. Interessant ist darin auch noch seine Beschreibung des von Kaufering aus beginnenden Todesmarsches nach Dachau und weiter.

Kontrastiert werden diese Aussagen durch einen in jiddischer Sprache geschriebenen Häftlingsbericht des KZ-Kommandos Kaufering II über „Die deutschen Kulturverbrechen“. Die historische Forschung hat schon lange seine Aussagen als Lügen enttarnt. Otto Moll wurde zum Tode verurteilt und am 28. Mai 1946 im WCPC Landsberg nur für seine Verbrechen in Kaufering II und auf dem Todesmarsch von Kaufering gehängt – seine tausendfachen Morde in Birkenau waren damals noch unbekannt! Sein Grab besteht heute noch, jedoch ohne Namen. Für den Erhalt unter anderem auch seines Grabes haben bayerische Politiker, Bürger und Geistlichkeit aus Landsberg bei der Schließung dieses Kriegsverbrecherfriedhofs im Jahre 2002 sich eingesetzt.

Otto Moll: Dieses Bild gibt die von der Philosophin Hannah Arendt anlässlich des Eichmann-Prozesses angesprochene „Banalität des Bösen“ wieder.

Die fünfseitige Erklärung von Otto Moll, worin er sich als „Gärtner in Auschwitz“ darstellt, endet mit der handschriftlich - wahrheitswidrigen Beschwörung des „allmächtigen Gottes“.

Zu dieser Erinnerungs- und Gedenkfeier von zwei Antipoden des 20. Jahrhunderts: der aufrichtige Verteidiger der Grundwerte „Wahrheit und Liebe, der Menschenwürde und der Menschenrechte“ Václav Havel und der verlogene Mörder von Hunderttausenden von ungarisch – jüdischen KZ-Opfern in Birkenau, hier in Kaufering II und auf dem Todesmarsch.

Alle Bürger, die „guten Willens sind“, alle Mandatsträger, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders unsere jungen Mitbürger sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Europäischen Holocaust Stiftung diesen Tag mit Leben für die Zukunft der Menschenrechte und Menschenwürde zu erfüllen. Die Gedenkfeier findet bei jedem Wetter statt. Weitere Auskünfte über die E - Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de

Diese Gedenkfeier beginnt aus Achtung vor den jüdischen Sabbatgesetzen zu dieser frühen Tageszeit

 


9. November 2011

Zur Gedenkfeier der 73. Wiederkehr der Reichspogromnacht lädt die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung am Mittwoch, den 9.11.2011 um 16.30 vor dem Gedenkstein der deutschen jüdischen Opfer des Holocaust auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte zu einem stillen Gedenken ein.

"So bleibt heute für uns Nachgeborene letztendlich nur die bekannte Forderung bestehen, sich auch weiterhin der geschichtlichen Verantwortung zu stellen und eine kollektive Erinnerungskultur aufzubauen, die verlässlich und dauerhaft auch gleichzeitig eine 'Orientierungskultur' (Hans Erler) für die kommenden Generationen darstellt." Vorwort: Konrad Görg “Wir sind, was wir erinnern. Zwei Generationen nach Auschwitz Stimmen gegen das Vergessen“ 2009.

 

Seit fast 30 Jahren begehen die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ – dieser Gedenktag ist in ihrer Satzung verankert - und seit zwei Jahren die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung den Gedenktag an die Reichspogromnacht von 1938. Die erste Gedenkfeier fand in Anwesenheit des ehemaligen Oberbürgermeisters Hanns Hamberger auf dem KZ-Friedhof des KZ-Kommandos Kaufering I in der Stadt Landsberg statt. Seither haben die verschiedensten Redner - seien es Überlebende oder Mitbürger, die im Widerstand dem Nationalsozialismus die Stirn boten aus vielen europäischen Ländern und den USA auf der heutigen Holocaustgedenkstätte dieses Tages gedacht.

In den vergangenen Jahren wurde immer nach der Darlegung der Ereignisse der Reichspogromnacht in der Stadt Landsberg der Gedanke erwogen und die Forderung erhoben, dass vor Häusern der fünf jüdischen Familien, die am 9. November 1938 aus der Stadt vertrieben wurden, ein sogenannter Stolperstein in den Fußweg zur Erinnerung an ihr Leid eingelassen wird. Nur einer dieser jüdischen Mitbürger - Max Weimann - ist in seine Geburtsstadt Landsberg nach dem Holocaust zurückgekehrt und hat bis zu seinem Tod hier gelebt.

Um sich heute vorstellen zu können, wo diese einzelnen Häuser lagen, werden dieses Jahr diese Wohnhäuser mit einem Bild in Erinnerung gerufen.

Bilder der ehemaligen Judenhäuser in Landsberg: 1 Weimannhaus Hinteranger, 2 Fischl-Schleßingerhaus Vorderanger, 3 Willstätterhaus Vordere Mühlgasse, 4 Westheimerhaus Hauptplatz, 5 Kemeterhaus Bergstrasse

Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass jene, die dieses Ereignis leugnen, die unsere Stadt wiederholt mit kleinen Gruppen von jugendlichen Anhängern aufsuchten, sich an diesen Stolpersteinen stoßen und Gegendemonstrationen uns erspart bleiben. Wir wissen uns mit vielen Freunden in anderen deutschen Städten solidarisch verbunden!

In diesem Sinne wollen wir 2011 des 73.Jahrestages der Reichspogromnacht gedenken. Sie bildete den Anfang der systematischen Verfolgung unserer jüdischen deutschen Mitbürger. 1574 Synagogen wurden zerstört, 1300 jüdische Mitbürger ermordet, wenige jüdische Mitbürger konnten sich durch ihre Auswanderung der Deportation in die Konzentrationslager entfliehen.

Im Holocaust hat sich diese jüdische Verfolgung über ganz Europa ausgebreitet. Sein Ende hat der Holocaust in den jüdischen KZ-Lagern des KZ-Kommandos Kaufering gefunden. Nicht irgendwo geschah dies, sondern in unserer Stadt und im Landkreis Landsberg.

Auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte wollen wir vor dem Gedenkstein unserer deutschen jüdischen Mitbürger ein stilles Gedenken durchführen und uns besinnen, dass dieses grausame historische Ereignis sich nie mehr wiederhole!

Der Gedenkstein für die deutschen Holocaustopfer auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Anschließend fahren wir zu den Häusern unserer ehemaligen jüdischen Mitbürger, die am 09.11.1938 vertrieben wurden und stellen dort eine Erinnerungskerze auf!

Zu diesem Gedenken sind alle Mitbürger – ob jung oder alt- alle politisch und gesellschaftlich verantwortlichen Mitbürger – ob Soldaten oder die Geistlichkeit - recht herzlich eingeladen.

Das Präsidium der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung will die Tradition der Bürgervereinigung fortsetzen. Sie hofft, dass es auch in Landsberg möglich wird, dass vor den fünf ehemaligen Häusern der vertriebenen jüdischen Mitbürger ein Stolperstein der Erinnerung auf dem Fußweg eingelassen wird. Dies ist in zahlreichen deutschen und bayerischen Städten bereits ein fester Bestandteil der Erinnerungskultur!!

3. Oktober 2011 – Nationalfeiertag

Am Montag, den 3. Oktober 2011 - 21. Jahrestag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 - um 10.00 Uhr bietet die Geschäftsführung der „Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung“ eine dokumentierte Führung mit historischen Bildern und der Vorstellung der neuesten archäologischen Entdeckungen der Europäischen Holocaustgedenkstätte und des „Weges der Menschenrechte und der Menschenwürde“ an. Dazu wurden wir am „Tag des offenen Denkmals“ am 12.9.2011 von unseren Besuchern, die von Ravensburg bis Mühldorf über München und bis nach Nürnberg kamen, gebeten.

Die Führung beginnt am „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ mit seinen drei Basaltsteineinheiten: Familie - Individuum - Solidarität - und führt hin zur „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ mit den Gedenksteinen der europäischen Staatspräsidenten, dem „Ort der Verbrechen gegen die Menschheit und Menschlichkeit“.

Das Thema ist in diesem Jahr der Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt.

Dieser Ort ist wie kein anderer geeignet - selbst wenn die örtlichen Parteienvertreter, der Oberbürgermeister und sein Stadtrat und auch die politischen Vertreter aller demokratischen Parteien und Kommunalpolitiker hier stets abwesend sind - diesen Grundgesetzauftrag besonders auf der historischen Erfahrung der nationalsozialistischen Vergangenheit hier herauszustellen.

Stand im vergangenen Jahr 2010 der israelische Historiker Dan Diner mit seinem 1988 vielzitierten Wort vom „Zivilisationsbruch“ und der Feststellung: „Der Holocaust ist die ungeschriebene Verfassung der Bundesrepublik“ im Mittelpunkt , so wird in diesem Jahr die engagierte Streitschrift „Auslaufmodell Menschenwürde“ des Erlanger Lehrstuhlinhabers für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik und des Sonderberichterstatters für Religions- und Weltanschauunungsfreitheit des UN-Menschenrechtstrates Herrn Prof. Dr. Heiner Bielefeldt das Kernstück dieser Führung und Diskussion darstellen.

„Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ der Europäischen Holocaustgedenkstätte mit seinen symbolischen Kunstwerken für diese Rechte und die Würde

Die Menschenwürde wird nicht - großzügig – zuerkannt, sondern sie ist angeboren. Menschenrechte und Menschenwürde können nicht von einander getrennt werden! Diese stets aktuelle Debatte hat die Bürgervereinigung schon vor einem Jahrzehnt mit der Errichtung des „Weges der Menschenrechte und der Menschenwürde“ öffentlich vor den Augen aller Mitbürger - die „guten Willens sind“ - sichtbar gemacht. Sie hat auch den engen Zusammenhang zwischen dem Ort der „Verbrechen gegen die Menschheit und Menschlichkeit“ - am „Geburtstort des Holocaust“ wie der jüdisch-amerikanische Historiker Abraham Peck Landsberg nannte - und der Zerstörung der Menschenwürde und der Menschenrechte durch die nationalsozialistische Rassenpolitik und die Zerstörung des europäischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus symbolhaft dargestellt.

 

Auch in der Präambel der Bayerischen Verfassung vom 1.12.1946 wird der von Dan Diner ausgesprochene „Zivilisationsbruch“ dargelegt: Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats -und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des Zweiten Weltkrieges geführt, in dem festen Entschlusse den kommenden deutschen Geschlechtern die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechtes dauernd zu sichern, gibt sich das Bayerische Volk eingedenk seiner mehr als tausendjährigen Geschichte nachstehende demokratische Verfassung“.

Mit den Worten des israelischen Historikers Dan Diner: „Wir müssen diesem Gedächtnis verpflichtet bleiben, ohne die Idee der Freiheit zu verraten!“

Die Verfassung bietet stets ein Forum, auf dem alle über alles diskutieren können. Aber man muss die gesellschaftlichen und künstlerischen Angebote aufgreifen und sich dafür engagieren! Auf der Grundlage der Gedanken von Prof. Heiner Bielefeldt müssen wir uns für diese Menschenwürde, die in diesem in Deutschland einzigartigen „Kunstwerk“ ausgedrückt wird, für sie sich einsetzen, damit sie nicht ein „Auslaufmodell Menschenwürde“ wird.

Die „Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung“ und die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ sieht es als ihre vordringlichste und vornehmste Pflicht als Bürger an, am „Ort der Verbrechen gegen die Menschheit und Menschlichkeit“ stets daran zu erinnern und gleichzeitig mit dem „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ den Grundrechtsartikel 1 mit Leben zu erfüllen. Dies muss die Grundlage für unser Verfassungsdenken nach Auschwitz /Kaufering sein. Deshalb ergeht hierzu unsere herzliche Einladung an alle Bürger und gesellschaftlichen Gruppen, an Alt und Jung. So wird dieser Nationalfeiertag lebendig und zukunftsorientiert und nicht nur ein weiterer Feiertag.

Anton Posset, Stiftungs-Ehrenpräsident und Vorsitzender der Bürgervereinigung „Landsberg im 20.Jahrhundert


11.09.2011

Tag des offenen Denkmales „Europäische Holocaustgedenkstätte“ und Führung durch das ehemalige jüdische Viertel von 1945 -1950 – das jüdische DP-Lager in Landsberg

In diesem Jahr lädt zum dritten Mal das Präsidium der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung alle interessierten Bürger aus nah und fern anlässlich des „Tages des Offenen Denkmals“ zu diesem Tag und einen Besuch ein. Die Organisation und Durchführung der Führung und Besuchsmöglichkeiten wird von der mit der Geschäftsleitung beauftragen "Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert" übernommen.

Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung bietet an diesem Tag folgende Führung und Besuchsmöglichkeiten an

Von 13.00 - 16.00 Öffnungszeiten der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Um 13.30 - Führung durch die Holocaustgedenkstätte. Wir bitten die geänderte Führungszeit gegenüber der Ankündigung durch die Deutsche Denkmalstiftung zu beachten. Es werden die Tonröhrenunterkünfte des Frauenlagers ebenso erklärt wie archäologischen Spuren der KZ-Feldbaracken –immer als Erdhütten bezeichnet - und die Funktionsbaracken für die Männer und die Frauen erklärt. Dazu wird eine Darstellung der Lebensbedingungen in den verschiedenen Unterkunftsarten der 11 jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering gegeben! Erstmalig erfolgt eine öffentliche Darlegung der bisherigen Ergebnisse der zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege erarbeiteten Machbarkeitsstudie zur Konservierung und dem Erhalt der Tonröhrenbauwerke.

Um 17.00 Uhr: – nach der Schließung der Europäischen Holocaustgedenkstätte – wird eine Radtour durch die drei jüdischen KZ-Kommandos – Kaufering VII, Kaufering I, und Kaufering XI - und deren Spuren und Reste mit den entsprechenden Hinweistexten auf dem Stadtgebiet von Landsberg angeboten. Das „SS-Arbeitslager und KZ-Kommando Landsberg“, auf dem Flugplatz in Penzing kann aus militärischen Gründen in diese Radtour nicht einbezogen werden.

Eine ehemalige Feldbaracke – stets Erdhütten genannt – Photo der Nachkriegsjahr 1947 von Kaufering II (Privatarchiv Posset)

Tonröhrenunterkünfte - fälschlich immer als Tonflaschenbunker bezeichnet - in ihrem aktuellen Zustand (Privatarchiv Posset / Hoersch)

Die Geschäftsleitung der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ bietet in diesem Jahr zum ersten Mal um 15.00 eine Führung durch das ehemalige jüdische Viertel von 1945 bis 1950 an mit seiner erinnerungswürdigen Geschichte für den Staat Israel, für die Bundesrepublik Deutschland und die Stadt Landsberg

Nach der Befreiung der jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering am 27.4.1945 wurde die ehemalige Saarburgkaserne zu einem DP-Lager („Verschleppte Personen“) umgestaltet. Ab dem September unter den amerikanischen Major Irving Heymont wurde es zu einem jüdischen DP-Lager umgestaltet. Dies war der jüdische Neubeginn nach der Shoah am „Geburtsort des Holocaust“, wie es der amerikanisch-jüdische Historiker Abraham Peck nannte - der selbst in Landsberg im DP - Krankenhaus 1946 geboren wurde.

Im Oktober 1945 kam der israelische Staatsgründer David Ben Gurion hierher, um diese Überlebenden des Holocaust zur Einwanderung nach Eretz Israel zu ermutigen. Mit zahlreichen Dokumentaraufnahmen dieser Zeit wird aufgezeigt, was von dem einstigen jüdischen Viertel historisch in Landsberg trotz seiner vollkommenen Umgestaltung durch eine Neubausiedlung geblieben ist: das ehemalige Krankenhaus, die ehemalige Reithalle, wo Ben Gurion sprach, die ehemalige Turnhalle für die großen jüdischen Gemeinschaftsfeiern, die Verwaltungsbauten für die jüdische Verwaltung, die damals gebildeten politischen israelischen Parteilokale und die Wohnblöcke mit ihren beengten Lebensmöglichkeiten. Zahlreiche Einzelheiten aus diesem Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte werden erneut lebendig gemacht: Fußballvereine, Dentallabore, Schneiderwerkstätten, Ausbildungsstellen für fast alle Berufe. Bei genügend großer Zahl von Interessenten kann der 1947 hier gedrehte Film von Israel Becker - nach dem dort auch eine Strasse benannt ist - „Lang ist der Weg“ vorgeführt werden!

Der amerikanische Kommandant des DP-Lagers Landsberg der amerikanisch-jüdische Major der US-Streitkräfte Irving Heymont empfängt David Ben Gurion im Landsberger DP-Lager (Privatarchiv Posset)

Die ehemalige Reithalle, der Versammlungsort für die Rede des späteren Staatsgründers von Eretz Israel am 28. Oktober 1945 in ihrem heutigen Zustand (Privatarchiv Posset)

Treffpunkt um 15.00 in der Saarburgstrasse gegenüber den Gebäuden der städtischen Feuerwehr Landsberg!

Wir bitten unsere Besucher um Verständnis, dass der Besuch der Veranstaltungen aus haftungsrechtlichen Gründen vorher anzumelden ist. Wir bitten aus diesem Grund interessierte Besucher sich bis spätestens Freitag den 9. September 2011 unter der Telefonnummer 08191/ 22 380 oder unter vorstand@buergervereinigung-landsberg.de anzumelden.

Der Parkplatz Europäische Holocaustgedenkstätte befindet sich direkt neben der Erpftinger Straße in 86899 Landsberg am Lech. Vor dem Zugang befindet sich das Hinweisschild auf die Gedenkstätte und die Fahne der europäischen Denkmalstiftung! Ebenso gibt es für die zweite Führung ausreichende Parkmöglichkeiten an der Saarburgstr. Zur Anfahrt können Sie auch den Routenplaner auf unserer Webseite benutzen.

Die Freiheit, die von der Gleichheit und der Brüderlichkeit getrennt wird, heisst nicht mehr Freiheit. Sie heisst Egoismus

… Die innerhalb der Mauer der Nation eingesperrte Freiheit heisst nicht mehr Freiheit, sie heisst Krieg.

Léon Blum in seinem Tagebuch von 1942. Jurist, Schriftsteller, Politiker und mehrmaliger französischer Premierminister von 1943 -1945 KZ-Häftling in Buchenwald

66. Jahrestag der Befreiung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering

Mittwoch, 27.April 2011, 18.15

Europäische Holocaustgedenkstätte bei Landsberg

Niederlegung eines Gebindes zur Erinnerung an die amerikanischen und französischen Befreier und Gedenken an alle Opfer des Holocaust im KZ-Kommando Kaufering.

Denkmal der amerikanischen Befreier für alle Opfer des KZ-Kommandos Kaufering

Gedenkstein der 103.amerikanischen Infanterie-Division mit der Traditionsfahne des Cactus Trail: „Never again – Jamais plus – Niemals mehr“

 

Begrüßung : Anton Posset - Ehrenpräsident der Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte, Landsberg

Gedenkworte: Karl Römelsberger - Mitglied des Vorstands der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“

Im Anschluss sind alle Besucher eingeladen zum

Gedenkrundgang auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Zur Gedenkveranstaltung laden wir alle Bürger aus der Stadt und dem Landkreis Landsberg und deren Freunde sehr herzlich ein.

Michael Strasas - Präsident der Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte

Karl Römelsberger - Mitglied der Vorstandschaft der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“


20. März 2011 um 10.00 Uhr

Wir laden Sie recht herzlich zur
Woche der Brüderlichkeit 2011 mit dem Thema:
„Aufeinander hören – Miteinander reden“

Zum Abschluss der Woche der Brüderlichkeit lädt die Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte am Sonntag, den 20. März 2011 um 10.00 zu einem Gesprächstreffen auf die Europäische Holocaustgedenkstätte ein.
Aus dem Grußwort des Herrn Ministerpräsidenten Horst Seehofer:
„Das genaue Zuhören scheint heute schwerzufallen. Darauf weisen viele aufgeregte Diskussionen in der Öffentlichkeit hin. Unsere Welt neigt dazu, komplizierte Sachverhalte vorschnell auf ein einziges Schlagwort zu reduzieren. Für Differenzierungen ist oftmals kein Raum. Hier bleiben wir aufgefordert, bei aller Notwendigkeit einer offensiven demokratischen Auseinandersetzung die Fähigkeit des genauen Zuhörens nicht zu verlieren.
Um aufeinander hören zu können, müssen wir auch die gleiche Sprache sprechen, das heißt eigentlich: eine gemeinsame Grundlage der Verständigung besitzen. Die liefert unsere Wertordnung, die unseren christlichen, jüdischen und humanistischen Traditionen entspringt und sich in unserer Verfassung manifestiert. Sie entstand auch als Reaktion auf die nationalsozialistischen Verbrechen. Umso wichtiger ist es für uns – auch in Verantwortung vor der Geschichte - alles zu tun, damit die Wertordnung mit Leben erfüllt und bewahrt wird….Ich bin überzeugt, die Veranstaltungen werden in diesem Jahr wiederum interessante Einblicke und fruchtbare Diskussionen ermöglichen.“

Zu dem gemeinsamen gegenseitigen Zuhören und bereitwilligen Gespräch hat erst am Internationalen Holocaustgedenktag am 27.Januar 2011 der Oberst und Standortältesten Herr Klaus Schuster (Welfenkaserne) vor Vertretern aus der Stadt, dem Landkreis, vor Überlebenden des Holocaust des Kauferinger KZ-Kommandos und in der Erinnerungsarbeit engagierten Mitbürgern dieser Kauferinger KZ-Lager aufgerufen.
Mit diesem Treffen, das zum gegenseitigen Zuhören und gemeinsamen Reden anlässlich der Woche der Brüderlichkeit einlädt, wollen wir am Ort des Verbrechens unseren gesellschaftlichen und politischen Beitrag einbringen!

Erinnerung - Mahnung zur Achtung: Gedenkstein des slowakischen Staatspräsidenten Ivan Gasparovic in der Form eines die Gedenksteine überragenden Davidsterns


Hier ist kein Ort des Jammerns, sondern hier müssen wir uns über unsere Werte und Maßstäbe heute befragen. Es ist der Ort, an dem wir uns über unsere aktuelle Befindlichkeit Rechenschaft ablegen können: „Schweigen oder den Mund öffnen!“ Der Ort, an dem in den vergangenen 66 Jahren viel verschüttet, zerstört und verharmlost wurde. Der Holocaust in unserem Landkreis in den 11 jüdischen KZ - Außenkommandos von Kaufering kann nicht mehr geleugnet werden. Jetzt bietet uns das neue Thema zur Woche der Brüderlichkeit 2011 die Möglichkeit, einander zuzuhören und miteinander zu reden! So können wir uns unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, unserer Religionszugehörigkeit und unser Geschichte gerecht werden. Die Worte von Ministerpräsident Horst Seehofer können eingelöst werden: „Das aufeinander Hören ist eine elementare Form der Achtung und des Respekts, der Wahrung der menschlichen Würde und eine wesentliche Voraussetzung zum gewaltfreien und fruchtbaren Dialog.“
An alle Bürger, die „guten Willens sind“ (Viktor E. Frankl), an alle Mandatsträger, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders an unsere jungen Mitbürger ergeht eine herzliche Einladung, gemeinsam mit der Europäischen Holocaust Stiftung die Woche der Brüderlichkeit mit dem Motto „Aufeinander hören – miteinander reden“ mit Leben für die Zukunft zu beenden.


Weitere Auskünfte sind unter E-Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de oder Telefon 08191/22 380 möglich.


27. Januar 2011

Gedenkfeier der Solidarität zum 66. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten

Donnerstag, den 27. Januar 2010 um 16.00 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen
„Der Holocaust, eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit". Papst Benedikt XVI. am 30. November 2005

Seit zwei Jahrzehnten gedenkt die Bürgervereinigung dieses Tages; am 27.Januar 2011 gedenken wir gemeinsam zum sechsten Mal mit den Vereinten Nationen des Internationalen Holocausttages am Ort des Verbrechens. In den elf jüdischen Lagern des KZ-Kommandos Kaufering dauerte die Menschenvernichtung noch weitere drei Monate, bis die amerikanische und französische Truppen diese jüdischen KZ-Häftlinge am 27.April 1945 befreiten. An diesem historischen Ort wird verständlich, welche Leiden und Qualen diese jüdischen KZ-Häftlinge bei den bayerischen winterlichen Temperaturen noch zu durchleiden hatten. Nur wenige konnten diese Erniedrigung /Katastrophe/ Shoah überleben. Am 24. April 1945 wurden sie auf den Todesmarsch in die „Alpenfestung“ geschickt.

Historische Aufnahme der ersten internationalen Holocaustgedenkfeier am 27.Januar 2005 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Historische Aufnahme: Landesrabbiner Dr. Henry Brandt mit seiner Frau am 27.Januar 2005

 

Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung hat die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ mit der Organisation und Durchführung der Gedenkfeier beauftragt. Alle Menschen die „guten Willens“ sind, sind herzlich eingeladen. Die Bürgervereinigung wird am 27. Januar 2011 durch eine Kranzniederlegung allen Opfern des Holocaust gedenken.

Damit will sie ihre Solidarität mit den Worten von Papst Benedikt XVI. ausdrücken, der am 28.1.2009 sein Ziel klar umriss: „Die Shoah ist eine ständige Mahnung gegen das Vergessen, gegen das Leugnen und gegen das Verharmlosen.“
Wir erinnern der wegen einer menschenverachtenden Rassenideologie ermordeten jüdischen Mitmenschen und wegen der Zerstörung der Menschenwürde an diesem Ort, damit wir uns sofort in der Zukunft gegen antisemitische und rassistische Parolen und Demonstrationen erheben! Nicht kleinmütig reagieren, sondern selbst uns aktiv in diesen „Internationalen Gedenktag“ einreihen.

Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung sowie ihre Geschäftsleitung, die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert, möchte alle Bürger, alle Mandatsträger, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders unsere jungen Mitbürger herzlich einladen, gemeinsam mit den Vereinten Nationen diesen Tag mit Leben für die Zukunft zu erfüllen.


Pressestimmen zum Internationalen Holocaustgedenktag in Landsberg


9. November 2010

Zur Gedenkfeier der 72. Wiederkehr der Reichspogromnacht lädt die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung am Dienstag, den 9.11.2010 um 16.30 vor dem Gedenkstein der deutschen jüdischen Opfer des Holocaust auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte ein.

Ein deutscher Holocaustüberlebender, der in England Zuflucht fand, neben dem deutschen Gedenkstein auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte (2006).

Was geschah in der Reichspogromnacht 1938 in der Stadt und dem Landkreis Landsberg?

Zu diesem weltgeschichtlichen Ereignis gibt es zwei untrügliche Quellenzeugnisse: Den Bericht des Landsberger Oberbürgermeisters Linn an die Gestapo und den Zeitungsbericht an alle Bürger des Landkreises Landsberg. Beide Quellen zeichnen sich durch ihre klaren Aussagen aus.

Schreiben des NS-Oberbürgermeisters Linn vom 11.11.1938 an die Gestapo und die Regierung von Oberbayern über den Verlauf der Reichspogromnacht 1938 in Landsberg.

Zeitungsbericht der „Landsberger Zeitung“ vom 11.11.1938

Schon im März 1933 wurden 16 Landsberger Bürger in „Schutzhaft“ (KZ - Dachau) genommen. Dies waren zunächst die politischen Gegner, 1938 waren es in der Reichspogromnacht die rassisch verfolgten jüdischen Mitbürger dieser Stadt.

Die Bürger Landsbergs jüdischen Glaubens waren - nach Oberbürgermeister Linns Schreiben vom 11.11.1938 - 6 weibliche und vier männliche Mitglieder. Diese vier männlichen Mitglieder erfüllten nicht einmal die Forderung des Talmuds der Minjan – zehn erwachsene männliche Mitglieder - für eine Synagogenfeier am Sabbat.

Ein Dokument der Entrechtung und Diskriminierung: Kennkarte des am 12.Dezember 1887 in Landsberg geborenen Kaufmanns Max Weimann. Ausgestellt am 6. Januar 1939, gültig bis zum 6. Januar 1944. Er muss den jüdischen Zusatzvornamen Israel tragen und ein der hebräischen Schrift nachgebildetes J für die rassistische Kennzeichnung! Max Weimann wohnte direkt am Sandauer Tor.

An diese Ereignisse der politischen und rassistischen Entrechtung von Landsberger Bürgern wollen wir erinnern: zur Erinnerung an unsere verfolgten Mitbürger während der Zwangsherrschaft des Nationalsozialismus in unserer Stadt und als Mahnung für das Menschenrecht der gesetzlichen Gleichheit aller Bürger in unserem Grundgesetz. In diesem Sinne geht eine herzliche Einladung an alle Bürger, die politischen und religiösen Verantwortlichen, an die alten und jungen Mitbürger an dieser Gedenkfeier teilzunehmen! Auf der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ wird das tödliche Ende dieser Entwicklung konkret sichtbar.

Für die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung die Geschäftsführung „Landsberg im 20. Jahrhundert“


03. Oktober 2010 – Nationalfeiertag

Am Sonntag, den 3. Oktober 2010 - unser Nationalfeiertag zum 20jährigen Jubiläum der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 - um 10.00 Uhr bietet die Geschäftsführung der „Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung“ eine dokumentierte Führung mit historischen Bildern und Luftaufnahmen und der Deutung der archäologischen Spuren der Europäischen Holocaustgedenkstätte und des „Weges der Menschenrechte und der Menschenwürde“ an.

Die Führung beginnt zunächst am „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ mit seinen drei Basaltsteineinheiten: Familie - Individuum - Solidarität - und führt hin zur „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ mit den Gedenksteinen der europäischen Staatspräsidenten.

Warum dies an unserem Nationalfeiertag und an diesem Ort?

Der israelische Historiker Dan Diner hat im Jahre 1988 das vielzitierte Wort vom „Zivilisationsbruch“ dieses historischen Ereignisses geprägt und stellte fest: „Der Holocaust ist die ungeschriebene Verfassung der Bundesrepublik“.

Im September 1990 wurde das Gründungsmitglied der Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ - Anton Posset - von der „Israeli Landsberg – Kaufering Association“ zu deren Gründung mit einem Vortrag eingeladen. Zum ersten Mal wurde in der Universität von Tel Aviv auch eine kleine Ausstellung – mit hebräischen Erklärungen – über das KZ-Kommando Kaufering ausgestellt. Im Rahmen dieses Besuches wurde die Erinnerungsarbeit über das jüdische KZ-Kommando Kaufering in Yad Vashem öffentlich geehrt. Für das Archiv der Gedenkstätte von Yad Vashem wurde eine einstündige Zeitzeugendokumentation erstellt.

Anschließend haben sich die israelischen Medien dafür interessiert, welche Einstellung der geehrte Redner zu dem Ereignis der Wiedervereinigung und der formulierten Verfassung habe. Dies wohl auf dem Hintergrund der von Dan Diner in Gang gesetzten Diskussion über den Holocaust als „ungeschriebene Verfassung der Bundesrepublik“. Er erklärte, dass er in der neuen gemeinsamen Verfassung einen zukunftsweisenden Passus vermisse, der an die Tatsache des Holocaust erinnere. „Wir müssen diesem Gedächtnis verpflichtet bleiben, ohne die Idee der Freiheit zu verraten!“ Er verwies auf die Präambel der Bayerischen Verfassung vom 1.12.1946, wo dieser „Zivilisationsbruch“ eindeutig ausgesprochen wird: Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats -und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des Zweiten Weltkrieges geführt, in dem festen Entschlusse den kommenden deutschen Geschlechtern die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechtes dauernd zu sichern, gibt sich das Bayerische Volk eingedenk seiner mehr als tausendjährigen Geschichte nachstehende demokratische Verfassung“.

Die Verfassung bietet stets ein Forum, auf dem alle über alles diskutieren können. Es wäre Aufgabe der Verfassungsrechtler gewesen in knappen Worten – 45 Jahre nach dem historischen Ereignis des Holocaust – dies in die Verfassung aufzunehmen. Unserem staatspolitischen Gewissen ist heute mehr als je die Aufgabe gestellt, den Holocaust als „ungeschriebene Verfassung“ beharrlich zu erinnern und zugleich die Bürgerrechte der geschriebenen Verfassung radikal ernst zu nehmen.

Die „Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung“ sieht es als ihre vordringlichste Pflicht an, am „Ort der Verbrechen gegen die Menschheit und Menschlichkeit“ stets daran zu erinnern und gleichzeitig mit dem „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ die geschriebene Verfassung mit Leben zu erfüllen. Dies muss die Grundlage für unser Verfassungsdenken nach Auschwitz /Kaufering sein. Deshalb ergeht hierzu unsere herzliche Einladung an alle Bürger und gesellschaftlichen Gruppen, an Alt und Jung! So wird dieser Nationalfeiertag lebendig und zukunftsorientiert!

EuropäischeStaatsmänner erinnern an den Holocaust am Ort des Verbrechens auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte in Landsberg
„Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ – „… die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechtes sichern…“ (Präambel der Bayer. Verfassung 01.12.1946)

12. September 2010


Tag des offenen Denkmals: „Erzwungene Migration – Vernichtung durch Arbeit“ auf der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“

Deutung und Führung dieser erzwungenen Migration/Deportation auf den Spuren der Europäischen Holocaustgedenkstätte – Geschichte und Erinnerung am Ort des Holocaust von 1944/1945

In diesem Jahr lädt die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung zum zweiten Mal alle interessierten Bürger aus nah und fern anlässlich des „Tages des Offenen Denkmals“ zu einem Besuch ein. Die Organisation und Durchführung der Führungen und Veranstaltungen wird von der mit der Geschäftsleitung beauftragen "Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert" in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege übernommen.


Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung bietet an diesem Tag folgende Führungen und Veranstaltungen an:

Um 14.00 Uhr: Oberkonservatorin Frau Dr. Susanne Fischer vom Bayerischen Landesamt für Denkmal-pflege und die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung informieren gemeinsam über die bisherigen Ergebnisse der bautechnischen und bauchemischen Untersuchungen an den Tonröhrenunterkünften (KZ-Erdbunker) auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte und erläutern aus heutiger Sicht mögliche konservatorische Maßnahmen zum Erhalt dieser Bauwerke. Die Besucher erhalten darüber hinaus Gelegenheit, sich vor Ort fachkundig über die Einmaligkeit, Entstehung, Herkunft und Bauweise dieser KZ-Unterkünfte für Frauen zu informieren.


Um 15.00 Uhr: gleiches Programmangebot wie oben (Nr. 1). Durchführung: Oberkonservatorin Frau Dr. Susanne Fischer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung.


Um 16.00 Uhr: Im Anschluß wird von der Geschäftsleitung der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung, der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert, eine Führung durch die Europäische Holocaustgedenkstätte angeboten. Dabei werden unter anderem weitere archäologische Relikte und Spuren auf der Gedenkstätte und die Bedeutung des „Weges der Menschenrechte und Menschenwürde“ mit seinen sechs Basaltsäulen von der Erpftingerstrasse zur Europäischen Holocaustgedenkstätte erklärt.


Ab 17.00 Uhr: – der Schließung der Europäischen Holocaustgedenkstätte - wird eine Radtour durch die drei jüdischen KZ-Kommandos – Kaufering VII, Kaufering I, und Kaufering XI - und deren Spuren und Reste mit den entsprechenden Hinweistexten auf dem Stadtgebiet von Landsberg angeboten. Das „SS-Arbeitslager und KZ-Kommando Landsberg“, wo in diesem Frühsommer 2010 des Aufrufes zum 70. Jahrestag von General de Gaulle in London vom 18. Juni 1940 und der dort deportierten französischen Widerstandskämpfer eine Gedenkfeier stattfand – auf dem Penzinger Flugplatz - kann aus militärischen Gründen in diese Radtour nicht einbezogen werden.

Wir bitten unsere Besucher um Verständnis, daß der Besuch unserer Veranstaltungen aus haftungsrechtlichen Gründen vorher anzumelden ist. Wir bitten aus diesem Grund interessierte Besucher sich bis spätestens

Freitag den 10.September 2010

unter der Telefonnummer 08191/ 22 380 oder unter vorstand@buergervereinigung-landsberg.de anzumelden.

Der Parkplatz Europäische Holocaustgedenkstätte befindet sich direkt neben der Erpftinger Straße in 86899 Landsberg am Lech. Vor dem Zugang befindet sich das Hinweisschild auf die Gedenkstätte und die Fahne der europäischen Denkmalstiftung! Zur Anfahrt können Sie auch den Routenplaner auf unser Webseite benutzen

 

 

Erzwungene Migration – Deportation - „Vernichtung durch Arbeit“
Eine historische Installation am Ort des Verbrechens

Vor der im Jahre 2006 zusammengebrochenen Tonröhrenunterkunft des ehemaligen KZ-Frauenlagers Kaufering VII steht die Installation „Erzwungene Migration, die sich ausschließlich aus Elementen der hier gefundenen Reste diese jüdischen KZ-Kommandos Kaufering zusammensetzt. Im Jahre 1944 und 1945 wurden in acht Transporten jüdische Menschen aus ganz Europa in dieses KZ-Kommando Kaufering gebracht: von der Rampe in Birkenau, aus Ungarn, aus Litauen, aus Griechenland, aus Frankreich, aus Polen, aus der Slowakei und Tschechien, aus Holland, Belgien, Russland und Deutschland - insgesamt aus 25 europäischen Nationen.
Jedes Element dieser Installation steht für einen Teil der erzwungenen Migration. Die Kippelore auf einer Kleinbahn-schiene für die Zwangsarbeit der KZ-Häftlinge.
Der große Kamin für die zwei Dutzend Tonröhrenunterkünfte, die es im KZ-Kommando Kaufering gab. Diese vor allem für Frauen. Der kleine Kamin ist das letzte erhaltene Element von ca.500 Erdhütten dieses jüdischen KZ-Kommandos Kaufering von 1944/1945.
Der Mörtelkübel steht für die tägliche Arbeit der hier in 11 jüdischen KZ-Lagern von Kaufering zusammengepferchten 28 832 KZ-Häftlinge
Alle Elemente sind von einem auf diesem KZ-Gelände gefundenen Stacheldrahtverhau umgeben, als Symbol der Unfreiheit für die zwangsweise Unterbringung in diesen KZ-Lagern.
In der Kippelore ist ein aus Stacheldraht gebundener Davidstern als Hinweis auf seine KZ-Häftlinge befestigt. Dieser wirft seinen Schatten in die Ladeschale der Kippelore. Dieses Wechselspiel von Licht und Schatten steht für die unendlichen Leiden und den Tod der jüdischen Menschen aus ganz Europa im KZ-Kommando Kaufering.


27. April 2010

Gedenkfeier zur Erinnerung an den 65. Jahrestag der Befreiung der Vernichtungslager des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering und des „SS-Arbeitslagers Landsberg“

Um 16.00 am Dienstag, den 27. April 2010 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Authentische Zeitzeugenberichte aus den verschiedenen KZ-Außenkommandos Kaufering des Jahres 1944/1945

Befreiung am 27. April 1945 von Kaufering IV: Tod und Überleben vor den Augen des amerikanischen GI’s Julius E. Bernstein, Riverside USA

 

Zum 65. Jahrestag der Wiederkehr der Befreiung des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering sollen dieses Mal authentisch Personen sprechen, die als betroffene Überlebende diese Stunden durch – und miterlebt haben. Es sind Zeitzeugnisse, unmittelbar nach den Ereignissen oder vor 30 Jahren auf Befragung aufgezeichnet. Diese Zeitzeugnisse zählen deshalb soviel, da sie nicht durch zu lange Zeitabschnitte und zu viele gehörte Begegnungen beeinflusst worden sind. Ihre Authentizität ist einzigartig für dieses weltgeschichtliche Ereignis.

Der Chronist Jules Jost *1914 – 1998, der die Ankunft der 9 Transporte der jüdischen KZ-Häftlinge aus 25 Nationen von der Rampe in Auschwitz, über die Gettos in Litauen bis hin zu den Transporten der Aufräumungskommandos des Gettos in Warschau aufzeichnen musste. Dieser luxemburgische KZ-Priester wurde 1983 in Dalheim/Luxemburg mehrere Stunden befragt. Er bezeichnete diese Vorgänge als die „Apokalypse der Juden Europas“.
Der berühmte Wiener Logotherapeut Prof. Viktor E. Frankl *1905 – 1997 –Kaufering III und Kaufering VI – hat Textstellen einst selbst autorisiert für eine Mitgliederbroschüre. Er war von Februar 1984 bis zu seinem Tod Mitglied der Bürgervereinigung und wurde sogar Ehrenmitglied. Eine Ehre, die er nur für seine ermordeten Kameraden angenommen hat.
Der litauische Schneider Sloma Pasternak * 1910 - 2007 berichtet vom Ende des Todesmarsches in die Alpenfestung, wo er in Waakirchen befreit wurde. Er ist in Deutschland geblieben und hat bis zum hohen Alter von 97 Jahren in Türkheim als geachteter Schneider mit seinen beiden Söhnen gelebt.
Der französische jüdische Holocaustüberlebende Maxi Librati *1925 – marokkanischer Herkunft – trägt die Auschwitznummer am Unterarm - berichtet uns von seinem Aufbruch im KZ - Lager Kaufering IV und seiner Befreiung nach dem Todesmarsch im KZ-Lager Allach.
Der französische Auschwitzüberlebende und Überlebende von Kaufering VII Charles Baron * 1926 Paris - er trägt die Auschwitznummer am Unterarm - der aus dem Transportzug nach Dachau bei Schwabhausen floh und durch die Hilfe des Bauern Seiler in Pestenacker gerettet wurde, berichtet über die letzten Stunden vor der Befreiung durch die Truppen der Amerikaner.
Die ungarisch/deutsche Überlebende des KZ-Kommandos Kaufering I und Lagerschreiberin Gisela Stein – Popper * 1914 Berlin – später Stone – berichtet über ihre Aufgaben und Erfahrungen ihrer Arbeit im KZ-Lager Kaufering I. Sie ist in die USA ausgewandert und dort 2000 in Palm Beach gestorben.
Der amerikanische US-Soldat Julien Saks *1910 – 1993 mit deutschen Vorfahren aus Obereselsbach in Bayern berichtet uns von der Situation, wie er den Holocaust in KZ-Lager Kaufering IV mit seiner Panzereinheit vorfand. Ein Portrait seiner Tochter Judith Saks.
Die Überlebenden französischen Widerstandskämpfer des „SS-Arbeitslagers Landsberg“ – auf dem Penzinger Fliegerhorst – Georges Charpak * 1924 (Nobelpreisträger der Physik) – jüdischer Herkunft – und Viktor Boulerot *1922 berichten vom Aufbruch ihres KZ-Kommandos und der ersten Begegnung mit jüdischen Überlebenden des KZ-Kommandos Kaufering.
Der ungarische Überlebende Dr. Yehuda Garay aus Pecs hat schon 1946 seine Erlebnisse in handschriftlicher Form festgehalten. Es sind authentische Berichte seiner Erfahrungen in verschiedenen KZ-Kommanden des KZ-Lagers Kaufering. Es wird aus dem Originalwerk eine Passage vorgetragen. Erst 2005 konnte dieses Werk in Deutschland veröffentlicht werden.
Der handschriftliche Lebensbericht des KZ-Kommandanten von Kaufering II und Kaufering VII Obersturmführer Arno Lippmann * 1890 - 1946. Hierin zeigt sich, wie die Täter ihre "Arbeit" bei der Vernichtung des europäischen Judentum im KZ-Kommando Kaufering gesehen und auch von der Nachwelt gesehen haben wollten. Er wurde 1946 in Landsberg nach dem Urteilspruch des Dachauprozesses hingerichtet und fand sein Grab auf dem 2003 entwidmeten Spöttinger Friedhof.

Auch in diesem Jahr werden die beiden Elemente der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ der „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ und der „Ort des Verbrechens“ symbolhaft zusammengeführt. Die Erinnerung an die Vergangenheit und die Aufgabe für die Gegenwart und Zukunft gegen Rassismus, Antisemitismus und Totalitarismus.  

Es ergeht herzliche Einladung an alle Bürger, besonders an die in religiöser, politischer schulischer, militärischer und gesellschaftlicher Verantwortung stehenden Mitbürger, die Lehrer und die Schüler aller Schularten!

Grußworte:

Association Fonds Mémoire d´Auschwitz vom 16.April.2010


Die Woche der Brüderlichkeit 2010 mit dem Thema: „Verlorene Maßstäbe“ Reden – lernen – erinnern

Zum Abschluss der Woche der Brüderlichkeit lädt die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ am Sonntag, den 14. März 2010 um 15.00 auf die Europäische Holocaustgedenkstätte ein.

Aus dem Grußwort des Herrn Ministerpräsidenten Horst Seehofer:

„Die Woche der Brüderlichkeit setzt seit Jahren wichtige Akzente im geistigen Leben unseres Landes. Sie erinnert an die Verbrechen des Nationalsozialismus, mahnt zur Achtung vor der Menschenwürde des Menschen, fördert den Dialog zwischen Juden und Christen und trägt dazu bei, dass wir uns der religiösen und ethischen Wurzeln unserer Gesellschaft bewusst werden. Immer wieder wird dabei deutlich, dass Juden und Christen mehr verbindet als trennt…Auch ethische Maßstäbe brauchen Fixpunkte. Da wir nicht wissen können, was uns die Zukunft bringt, können wir die Fixpunkte nur in der Vergangenheit finden. Die christlichjüdische - humanistische Tradition ist und bleibt Ursprung unseres ethischen Koordinatensystems“.

Dieses Wissen muss weiter in die Gesellschaft hineingetragen werden. Ein Treffen aus diesem Anlass an diesem Ort, wo beide Elemente miteinander verbunden sind, ist ein Bekenntnis zu unserer Demokratie.

Erinnern: Holocaustdenkmal vor dem im April 2006 eingestürzten KZ – Tonröhrenbauwerk

Mahnung zur Achtung: „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde"

Hier können wir unsere Selbstvergewisserung bestens erkennen: es ist unsere politische und religiöse Erinnerungskultur. Welche Maßstäbe haben wir in der Vergangenheit verloren, dass es zu diesen menschenvernichtenden Verbrechen vor den Augen aller kommen konnte? Welche Maßstäbe gehen uns gegenwärtig verloren? Hier ist kein Ort des Jammerns, sondern hier müssen wir uns über unsere Werte und Maßstäbe heute befragen. Es ist der Ort, an dem wir uns über unsere aktuelle Befindlichkeit Rechenschaft ablegen können: Schweigen oder den Mund öffnen! Der Ort, an dem in vergangenen 65 Jahren viel verschüttet, zerstört und verharmlost wurde. Den Holocaust in unserem Landkreis in den 11 jüdischen Außenkommandos des KZ-Lagers Kaufering kann man nicht mehr leugnen. Ein langer Weg seit den 80er Jahren, wo sich vorgegebene Maßstäbe verloren und verschoben haben. Wir müssen weiterhin Maßstäbe / Fixpunkte setzen, um unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, unserer Religionszugehörigkeit und unser Geschichte gerecht zu werden.

An alle Bürger, die „guten Willens sind“ (Viktor E. Frankl), an alle Mandatsträger, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders an unsere jungen Mitbürger ergeht eine herzliche Einladung, gemeinsam mit der Europäischen Holocaust Stiftung die Woche der Brüderlichkeit mit dem Motto „Verlorene Maßstäbe“ so mit Leben für die Zukunft zu beenden

Weitere Auskünfte sind unter E-Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de oder Telefon 08191/22 380 möglich.


27. Januar 2010

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

„Der Holocaust, eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit". Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz am 30. November 2005

Gedenkfeier der Solidarität zum 65. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten

Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 16.00 auf der der Europäischen Holocaustgedenkstätte

Seit 1986 gedenkt die Bürgervereinigung dieses Tages; am 27.Januar 2010 gedenken wir gemeinsam zum fünften Mal mit den Vereinten Nationen des Internationalen Holocausttages am Ort des Verbrechens. In den elf jüdischen Lagern des KZ-Kommandos Kaufering dauerte die Menschenvernichtung noch weitere drei Monate, bis die alliierten Truppen diese jüdischen KZ-Häftlinge am 27.April 1945 befreiten. An diesem historischen Ort wird allen verständlich, welche Leiden und Qualen diese jüdischen KZ-Häftlinge bei den bayerischen winterlichen Temperaturen noch zu durchleiden hatten und nur wenige diese Erniedrigung /Katastrophe/ Shoah überleben konnten und am 24. April 1945 auf den Todesmarsch in die „Alpenfestung“ geschickt wurden.

Die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ will nach den ungeheuerlichen Leserbriefen eines Mitbürgers über die Mörder auf dem Kriegsverbrecherfriedhof Spötting in Gegenüberstellung zu den Aussagen des SS-Kommandanten von Kaufering VII Arno Lippmann und seiner Ehefrau ein Signal setzen, dass derartige Leserbriefe klar gegen die von Papst Benedikt XVI in einer Generalaudienz vom 28.1.2009 getroffene Aussage verstoßen: „Die Shoah ist eine ständige Mahnung gegen das Vergessen, gegen das Leugnen und gegen das Verharmlosen."

Links: Statement Arno Lippmann – SS-Kommandant von KZ - Kaufering VII – Dachau Trials 4.11.1945; Rechts: Leserbrief aus dem Landsberger Tagblatt vom 19./20.12.2009

Dazu dürfen wir nicht schweigen, wenn wir gedenken, uns an den Holocaust erinnern und versammeln wegen der Zerstörung der Menschenwürde in dieser Stadt und vor ihren Toren. Es soll der wegen einer menschenverachtenden Rassenideologie ermordeten jüdischen Mitmenschen gedacht werden, damit wir in der Zukunft gegen antisemitische und rassistische Parolen und Demonstrationen nicht schweigen! Wir wollen nicht kleinmütig reagieren, sondern selbst uns aktiv in diesen „Internationalen Gedenktag“ einreihen.

An alle Bürger, die „guten Willens sind“ (Viktor E. Frankl), an alle Mandatsträger, Pfarrer, Soldaten, Lehrer und besonders an unsere jungen Mitbürger ergeht eine herzliche Einladung, gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Europäischen Holocaust Stiftung diesen Tag mit Leben für die Zukunft erfüllen. Anmeldung wäre aus organisatorischen Gründen gewünscht: E-Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de oder Telefon 08191/22 380.

 


Gedenken zur 71. Wiederkehr der Reichspogromnacht

Die „Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung“ lädt zur diesjährigen Gedenkfeier für diesen denkwürdigen Tag schon am Sonntag, den 8. November 2009 um 15.00 auf die Europäische Holocaustgedenkstätte ein.

Damit sollte auch allen berufstätigen Mitbürgern die Möglichkeit geboten werden, an diesem denkwürdigen Tag der deutschen Geschichte an dieser Gedenkfeier teilnehmen zu können.

Der 9. November 1938 – 71.Wiederkehr der Reichspogromnacht

Die Lokalzeitung wartete am 10.11.1938 mit der Schlagzeile auf: „Der Landkreis Landsberg ist judenrein!“.

 

Der 9. November 1983 – Gründung der Bürgervereinigung “Landsberg im 20. Jahrhundert“

Im Anschluss an die erste Gedenkstunde auf dem jüdischen KZ-Friedhof Kaufering I in Landsberg für die 45.Wiederkehr der Reichspogromnacht wird von 9 Bürgern die Bürgervereinigung „Landsberg im 20. Jahrhundert“ gegründet.

 

Der 9. November 1984 - 25. Wiederkehr der Errichtung des ersten Gedenksteins in Kaufering III mit Herrn Prof. Viktor E. Frankl

Vor der Gedenkfeier 1984 erklärte Prof. Frankl bei einem Rundgang durch das KZ-Kommando Kaufering wichtige Stellen aus seinem Buch „…Trotzdem Ja zum Leben sagen“.

Prof. Frankl war Ehrenmitglied der Bürgervereinigung bis zu seinem Tod im September 1997.

Die Gedenktafel von Kaufering III: Sie war die erste Gedenktafel für das jüdische KZ-Kommando am Ort des Verbrechens im Landkreis Landsberg. Die von Mitgliedern der Bürgervereinigung mit Prof. Viktor E. Frankl entworfene Tafel wurde am 10.9.1984 von ihm der Öffentlichkeit übergeben. Im Alleingang hat der damalige Kauferinger Bürgermeister Jung dafür die materiellen Voraussetzungen geschaffen. Anschließend stellte sich Prof. Frankl in einer öffentlichen Diskussion den Bürgern in Kaufering.

Der 9. November 1989 - 20. Wiederkehr des Mauerfalls in Berlin

Die Bilder vom Fall der Mauer am 9. November 1989 sind durch die Medien in unseren Köpfen und in unserem Denken. Sie müssen an unsere Jugend weitergegeben werden. Bürger stehen jubelnd auf der Mauer vor dem Brandenburger Tor. „Wir sind das Volk! - Bitte keine Gewalt!“ hat seine Erfüllung auf friedliche und rechtlich gesicherte Weise stattgefunden. Unser Vaterland ist in Freiheit wiedervereinigt! Die Forderung der Kauferinger Gedenktafel ist so eingelöst worden.

 

Das Präsidium der „Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung“ lädt zu dieser Gedenkfeier alle Bürger herzlich ein.

 

Sollten Bürger eine Führung anlässlich dieses Gedenktages im Anschluss an die Gedenkfeier durch die „Europäische Holocaustgedenkstätte“ wünschen, so bittet die Geschäftsleitung der Gedenkstätte um eine rechtzeitige Anmeldung (Freitag, den 7.11.2009) für die entsprechenden Vorbereitungen: Telefonnummer 08191/ 22 380 oder der Emailadresse: vorstand@buergervereinigung-landsberg.de

 


3. Oktober 2009 - Nationalfeiertag

Die ehemalige „Romantische Strasse“ – der Erinnerungsweg durch das Rüstungsprojekt „Ringeltaube“ mit den Lagern des KZ-Kommandos Kaufering

Seit 30 Jahren begeht die Bürgervereinigung das Gedenken unseres Nationalfeiertages auf der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“. Zunächst am 17.Juni – den Aufstand in Berlin gegen die sowjetische Unterdrückung - heute am 3. Oktober zur Erinnerung an die friedliche Revolution und Wiedervereinigung unseres Vaterlandes.

Am 17. September 2009 wurde unter großer Anteilnahme von Kommunal - Regional – Landes - und Bundespolitikern das neue Stück der ehemaligen „Romantischen Strasse" am "Landsberger Kreisel" von Kloster Lechfeld bis Friedheim/Landsberg eröffnet. Auch die Bevölkerung durfte daran teilnehmen.

Dieses neue Teilstück der ehemaligen „Romantischen Strasse“ durchquert jetzt auf 26 Kilometern von der Gemeindegrenze Hurlach bis zur Gemeinde Seestall das ehemalige Rüstungsprojekt „Ringeltaube“ mit seinen 11 jüdischen Konzentrationslagern des KZ-Kommandos Kaufering.

Diese ehemalige "Romantische Strasse" durchtrennt gleichmäßig zu beiden Seiten diesen historischen Erinnerungsweg des 20. Jahrhunderts. Dafür mussten zunächst auf dem Boden der Gemeinde Hurlach die letzten Bodenreste des KZ - Kommandos Kaufering IX beseitigt werden wie auch andere denkmalgeschützte Bodenreste des KZ-Kommandos Kaufering zerstört wurden. Gleichmäßig liegen fünf jüdische KZ-Lager in südlicher Richtung nach Osten und nach Westen. Die drei Riesenbaustellen liegen mit ihren Bauten und Baugruben im Westen.

Entlang diesem Straßenprojekt führen jeweils aufgekieste Wege, die aus Unterhaltsgründen nötig wurden. Auf diesen Wegen kann man künftig den "Erinnerungsweg - Rüstungsprojekt “Ringeltaube“ – KZ-Kommando Kaufering“ einrichten.

Eine Arbeitsgruppe in Landsberg will diese Erinnerungsarbeit mit fast fünf Dutzend Hinweisschildern jetzt schultern! Ein lobenswertes Unterfangen, sich mit der jüngsten Landkreisgeschichte so intensiv auseinander zu setzen.

Am Samstag, den 3. Oktober 2009 (Nationalfeiertag) um 10.00 Uhr bietet die Geschäftsführung der „Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung“ eine gut dokumentierte Radtour an - mit Bildern und Luftaufnahmen - entlang der neuen ehemaligen „Romantischen Strasse“ durch das südliche Drittel dieser Straßenführung: der „Erinnerungsweg durch das Rüstungsprojekt „Ringeltaube“ und seiner jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering“.

 

Es handelt sich um den Erinnerungsweg von 20 Kilometern. Ausgangspunkt ist der Parkplatz vor der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ in Landsberg. Es werden bei dieser ersten Radtour vier verschiedene KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering mit vier/fünf verschiedenen jüdischen KZ-Friedhöfen und eine Großbaustelle angefahren. Die Dauer der Radtour beträgt zwei Stunden!

 

Um Pünktlichkeit wird ebenso gebeten wie um stabile Räder. Der Weg eignet sich auch bestens für Kinder und Jugendliche, da stets auf gekiesten Wegen und nur kurze Stücke auf geteerten wenig befahrenen Kreisstrassen geradelt wird! - Es ergeht herzliche Einladung!


13.09.2009

Tag des offenen Denkmales „Europäische Holocaustgedenkstätte“

Deutung und Führung durch die Spuren der Europäischen Holocaustgedenkstätte –Geschichte und Erinnerung am Ort des Holocaust von 1944/1945

Im Jahre 2009 wurde die "Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung" gegründet.

In diesem Jahr lädt zum ersten Mal das Präsidium der Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung alle interessierten Bürger aus nah und fern anlässlich des „Tages des Offenen Denkmals“ zu diesem Tag und einen Besuch ein. Die Organisation und Durchführung der Führungen und Veranstaltungen wird von der mit der Geschäftsleitung beauftragen "Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert" übernommen.

Die Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung hat folgende Führungen und Veranstaltungen an diesem Tag anzubieten:

  1. Um 14.00 wird es eine fachkundige Führung durch die Europäische Holocaustgedenkstätte mit ausführlichen historischen und archäologischen Darlegungen der Spuren von einer Stunde angeboten. Vorstandsmitglieder wurden als Geschäftsführung von der Stiftung beauftragt die historischen, bautechnischen, archäologischen Spuren den Besuchern ebenso zu erklären, wie diese auch in den Zusammenhang mit der heutigen und zukünftigen Erinnerung an dieses Weltereignis in Landsberg zu deuten sich bemühen. In gleicher Weise wird der „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ mit seinen sechs Basaltsäulen von der Erpftingerstrasse zur Europäischen Holocaustgedenkstätte erklärt.
  2. Von 14.00 bis 17.00 wird es möglich sein, auf einer vorgegebenen Führungslinie sich die einzelnen Bestandteile der Europäischen Holocaustgedenkstätte eigenständig zu erarbeiten und kennen zu lernen.
  3. Ab 17.00 – der Schließung der Europäischen Holocaustgedenkstätte - wird eine Radtour durch die drei jüdischen KZ-Kommandos – Kaufering VII, Kaufering I, und Kaufering XI - und deren Spuren und Reste mit den entsprechenden Hinweistexten auf dem Stadtgebiet von Landsberg angeboten. Das SS-Arbeitslager und KZ-Kommando Landsberg – auf dem Penzinger Flugplatz - kann aus militärischen Gründen in diese Radtour nicht einbezogen werden.

Es ist unerlässlich, den Besuch dieser Veranstaltungen aus der Sicht des Präsidiums der Stiftung aus Haftungsgründen und wegen der zu gewährleistenden Verkehrssicherungspflicht anzumelden.

Dies kann bis spätestens Freitag, den 11.09.2009 sowohl unter der Telefonnummer 08191/ 22 380 als auch an die durch Stiftung Europäische Holocaustgedenkstätte beauftragte Geschäftsführung erfolgen. E-Mail: vorstand@buergervereinigung-landsberg.de

Wie können Sie die Europäische Holocaustgedenkstätte erreichen? Im Routenplaner die genannte Adresse eingeben und sie erhalten die entsprechende Auskunft! Vor dem Zugang befindet sich Fahne der europäischen Denkmalstiftung!

Ort der Geschichte mit den letzten Tonröhrenbauresten der Gedenkstätte

Ort der Erinnerung mit den Gedenksteinen von 11 europäischen Staatsmännern


Hoher Besuch aus der Slowakei

Am 20. Mai 2009 legten drei Vertreter der jüdischen Gemeinden der Slowakei darunter der Präsident des Zentralrats Tomas Lang gemeinsam mit dem slowakischen Generalkonsul Frantisek Zemanoviè und Konsul Juraj Kliment einen Kranz auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte am Gedenkstein der slowakischen Republik nieder.

"Mitglieder der jüdischen Gemeinden der Slowakei und zwei Vertreter des Generalkonsulats der Republik Slowakei aus München vor einem der  historischen KZ-Frauen-Erdbunker (von links nach rechts)"

„Die Delegationen auf dem Weg zum Gedenkstein der Republik Slowakei“

Der vom slowakischen Staatspräsidenten Ivan Gasparovic im Gedenken an die hier ermordeten Juden aus der Slowakei wurde am 5. Mai 2005 unter Anwesenheit des Leiters der slowakischen Staatspräsidentenkanzlei, Professor Cic, übergeben: eine Stele in Form eines in den Himmel ragenden Davidsterns. Jetzt legten die Vertreter der jüdischen Gemeinden, die bereits damals an der feierlichen Enthüllung des Gedenksteins teilnahmen gemeinsam mit den Vertretern des slowakischen Generalkonsulats einen Kranz in ihren Landesfarben vor dieser Stele nieder. Die jüdischen Gäste hinterließen entsprechend der jüdischen Tradition des Trauerns und Gedenkens Steine auf der Konsole der Davidstele zurück.

Im Anschluss wurde den Gästen die einzelnen Gestaltungselemente der Europäischen Holocaustgedenkstätte erklärt: die Einheit der 12 Gedenksteine von europäischen Staatspräsidenten, die archäologischen Spuren der ehemaligen Erdhütten am Ort des Verbrechens – und der „Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ zur Gedenkstätte. Mit besonderem Interesse verfolgten sie die Führung durch die KZ-Erdbunker und die Erklärung ihrer Bauweise und Entstehung.

Ein weiteres Thema war die Tatsache,, dass in der Slowakei eines der sieben Kinder, die im Februar und März 1945 im KZ-Kommando Kaufering I in Landsberg geboren wurden, mit seiner Mutter heute in der Slowakei lebt und diese Frau bald diesen ihren "Geburtsort" hier besuchen und kennenlernen möchte.

Der slowakische Generalkonsul fand zum Abschluss bewegende Worte für die von Bürgern geleistete Erinnerungsarbeit auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte. Für die Zukunft wurde eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten vereinbart.

„Generalkonsul F. Zemanoviè und Konsul J. Kliment der Republik Slowakei nach der Kranzniederlegung"

„Delegation des Zentralrates der Juden der Republik Slowakei vor dem Gedenkstein des Staatspräsidenten I. Gasparovic"

„Der Kranz der Republik Slowakei vor dem Gedenkstein"


27. April 2009

Gedenkfeier zur Erinnerung an den 64. Jahrestag der Befreiung der Vernichtungslager des jüdischen KZ-Kommandos Kaufering und des „SS-Arbeitslagers-Landsberg“

Um 15.00 am Sonntag, den 26. April 2009 auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte mit anschließender Führung

Eingestürzter KZ-Bunker auf der Europäischen Holocaustgedenkstätte im Februar 2009

Die Gedenkfeier wird auf vielfachen Wunsch von Teilnehmern organisatorisch auf den Sonntag, den 26.April 2009 um 15.00 vorverlegt

Am 27. April 1940 hat der „Reichsführer der SS“ Heinrich Himmler die Errichtung des KZ- Lagers Auschwitz angeordnet. Am 27. April 1945 wurden die jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering und das „SS-Arbeitslager Landsberg“ mit 360 französischen Widerstandskämpfern befreit. Dies ist das endgültige Ende des Holocaust und der Unterdrückung europäischer Demokraten in den KZ-Lagern.

Vor dem Gedenkstein der amerikanischen und französischen Befreier mit der Traditionsfahne der amerikanischen 103. Infanteriedivision wird dieser Befreiung und ebenso der Rückgabe der von der SS in diesen KZ-Lagern zerstörten Menschenwürde gedacht.
Im vergangenen Jahr 2008 waren drei der Kinder des Gauamtsstabsleiters Bertus Gerdes anwesend. Ihr Vater hat durch seine Weigerung eines Befehles aus dem Reichssicherheitshauptamt die absolute Vernichtung aller jüdischen KZ-Lager des KZ-Kommandos Kaufering und der jüdischen KZ-Lager von Mühldorf durch Vergiftung den Tod von 14.500 jüdischen KZ-Häftlingen verhindert.

Der „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“ wird so auch an diesem Gedenktag der Befreiung dieser KZ-Lager mit Leben für die Zukunft am Ort des Verbrechens des Holocaust und mit einem Auftrag an die kommenden Generationen erfüllt.
So werden die beiden Elemente der Europäischen Holocaustgedenkstätte symbolhaft zusammengeführt: „Der Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ und der „Ort des Verbrechens“. Die Erinnerung an die Vergangenheit des Holocaust und die Aufgabe für die Gegenwart und Zukunft im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Totalitarismus.

Den Befreiern zu Ehren wird die amerikanische und französische Flagge neben der des Staates Israels gehisst. Dort haben zahlreiche jüdische Überlebende aus dem KZ-Kommando Kaufering eine neue Heimat nach dem Holocaust gefunden.

Es ergeht herzliche Einladung an alle Bürger, besonders an die in religiöser, politischer und gesellschaftlicher Verantwortung stehenden Mitbürger.

Aus gegebenem Anlass und wegen wiederholter Nachfragen wird erneut darauf hingewiesen, dass an jedem ersten Samstag im Monat um 10.00 eine Führung durch die „Europäische Holocaustgedenkstätte“ angeboten wird. Vorherige Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen unter der Adresse: vorstand@buergervereinigung-landsberg.de oder telefonisch unter 08191/22 380 erforderlich. Ausgenommen ist der Monat August!

27. Januar 2009

Internationaler Holocaustgedenktag der Vereinten Nationen

Gedenkfeier der Solidarität zum 64. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch sowjetische Armeeeinheiten

Dienstag, den 27. Januar 2009 um 16.00, im Gedenkraum eines der Frauen – KZ -Erdbunker der Europäischen Holocaustgedenkstätte

(Parkmöglichkeit vor der Gedenkstätte! Je nach Witterung ist eine Führung möglich!)

Weg der Menschenrechte und Menschenwürde“ mit dem Symbol: Die Familie - im Winter 2008

Am 10.Dezember 2008 wurde an den 60. Jahrestag der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ durch die Vereinten Nationen erinnert. Die Bürgervereinigung hatte zu einer Gedenkfeier auf dem „Weg der Menscherechte und Menschenwürde“ eingeladen. Bei dieser Gedenkfeier standen die Worte des französisch -jüdischen Diplomaten deutscher Herkunft und Überlebenden des KZ-Kommandos Buchenwald Stéphane Hessel (91 Jahre), der an der Entstehung der Menschenrechtscharta aktiv mitwirkte im Mittelpunkt: Kein Zweifel, die Unterzeichnung dieser Resolution am 10.Dezember 1948, hier in Paris, ist der Moment des 20. Jahrhunderts. Ohne den Schock des Holocaust wäre er nicht möglich gewesen(…)Es war der Sieg einer neuen, anderen Vision des Menschen und der Gesellschaft. Für die heutige Generation sind Menschenrechte und rechtsstaatliche Demokratie selbstverständlich. Aber als ich jung war, galt Demokratie als eine Regierungsform unter vielen, und die Menschenrechte galten als eine Fußnote in der Geschichte der Französischen Revolution. Seit dem 10.12.1948 steht fest: Nur solche Staaten und Regierungen sind legitim, die ihre Herrschaft vom Schutz der Menschenwürde ableiten“ .

Am 27.Januar 2009 gedenken wir gemeinsam mit den Vereinten Nationen des Internationalen Holocausttages am Ort des Verbrechens. In den elf jüdischen Lagern des KZ-Kommandos Kaufering dauerte die Menschenvernichtung noch weitere drei Monate, bis die alliierten Truppen diese jüdischen KZ-Häftlinge am 27.April 1945 befreiten. An diesem historischen Ort wird allen verständlich, welche Leiden und Qualen diese jüdischen KZ-Häftlinge bei den bayerischen winterlichen Temperaturen noch zu durchleiden hatten und nur wenige diese Erniedrigung/Katastrophe/Shoah überleben konnten.

Die „Europäische Holocaustgedenkstätte“ im Januar 2009

Die Bürgervereinigung will nach den Demonstrationen von Mitbürgern auf dem Hauptplatz in Landsberg 2008 hier ein weiteres positives Signal setzen, dass wir als Bürger nicht nur auf gerichtlich genehmigte Versammlungen auf nationalistisches Gedankengut reagieren, sondern dass wir uns in steter Erinnerung an den Holocaust und die Zerstörung der Menschenwürde vor den Toren Landsbergs versammeln. Es soll der wegen einer menschenverachtenden Rassenideologie ermordeten jüdischen Mitmenschen gedacht werden, damit wir in der Zukunft gegen antisemitische und rassistische Parolen und Demonstrationen nicht schweigen dürfen! Wir wollen nicht kleinmütig reagieren, sondern selbst uns aktiv in diesen „Internationalen Gedenktag“ einreihen.

An alle Bürger, die „guten Willens sind“ (Viktor E. Frankl), an alle Mandatsträger und Pfarrer und besonders an unsere jungen Mitbürger ergeht eine herzliche Einladung, gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Bürgervereinigung diesen Tag mit Leben für die Zukunft erfüllen. Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen erbeten: E-Mailadresse vorstand@buergervereinigung-landsberg.de oder Telefon 08191/22 380.